Zeihen

Auch hier wird nach einem Endlager gesucht – Probebohrungen ab 2019

Bohrungen der Nagra am Bözberg. In Zeihen soll auch Sondierbohrungen für ein Tiefenlager durchgeführt werden.

Bohrungen der Nagra am Bözberg. In Zeihen soll auch Sondierbohrungen für ein Tiefenlager durchgeführt werden.

Da die Region Jura Ost für die Lagerung von radioaktiven Abfällen infrage kommt, sollen in der Gemeinde Sondierbohrungen stattfinden.

In Zeihen sollen Sondierbohrungen für ein Tiefenlager durchgeführt werden – jedoch frühestens 2019. Damit ist Zeihen neben Bözberg, Effingen, Remigen und Riniken eine von fünf Gemeinden in denen gebohrt werden soll, um festzustellen, ob sich die Region Jura Ost für ein Endlager eignet. «Wir sind von der Nagra über ihr Vorhaben orientiert worden, sind aber nicht erschrocken», sagt Gemeindeammann Christian Probst.

Das Erstellen des Bohrplatzes und der Aufbau der Bohranlage werden rund drei Monate dauern. Der Bohrplatz hat eine Fläche von 0,7 Hektaren und befindet sich in der Nähe des Weilers Eichwald. «Der Standort für die Bohrung ist ungünstig, da dieser nur rund 200 Meter von Wohnhäusern entfernt liegt. Es gibt daher einzelne Personen, die bereits jetzt gegen die Bohrungen aufgrund des Lärmes opponieren», erklärt Probst. Um die Lärmemissionen gering zu halten, wird die ausgehobene Erde in Richtung der nächstgelegenen Liegenschaft aufgeschüttet. Bei Bedarf werden zusätzlich Lärmschutzwände aufgestellt. Da die Nagra im 24-Stunden-Betrieb bohrt, werden lärmintensive Arbeiten tagsüber ausgeführt.

Nagra-Probebohrungen im Aargau

Nagra-Probebohrungen im Aargau

Die Nagra hat heute 16 Gesuche für Sonderbohrungen beim Bund eingereicht. Betroffen davon sind auch fünf Gemeinden im Aargau. (27.9.2016)

Baugesuch kommt Anfang 2017

Anfang 2017 wird das Baugesuch öffentlich aufgelegt und vom Gemeinderat auf Herz und Nieren geprüft: «Wenn wir der Auffassung sind, dass die geplanten Massnahmen gegen die Lärmemissionen unzureichend sind, werden wir Beschwerde einlegen», sagt Probst. Wie viele Einwohner würde es auch der Ammann bevorzugen, wenn die Region von einem Tiefenlager verschont bleiben würde. Er sagt jedoch auch: «Wenn sich herausstellt, dass bei uns die sicherste Region für ein Endlager ist, dann sind wir bereit, in den sauren Apfel zu beissen.»

Finanzielle Entschädigung

Zwischen der Nagra und dem Eigentümer des Landes, auf dem gebohrt werden soll, konnte eine gütliche Einigung in Form einer finanziellen Entschädigung erzielt werden. Nach dieser Einigung wurden im Ort einige Stimmen laut, die meinten, dass sich der Landeigentümer an der Bohrung bereichern würde. Probst nimmt dieser Kritik den Wind aus den Segeln: «Unsinn. Die finanzielle Entschädigung liegt in einem verhältnismässigen Rahmen.» Auch der Vorwurf, dass die Nagra den Landbesitzer zur Vertragsunterzeichnung gezwungen habe, bezeichnet Probst als unsachlich.

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