Fricktal

Auch die Jungstörche auf dem «Kongo»-Horst in Möhlin sind tot

Es flimmern keine Bilder mehr aus der Storchen-Kinderstube in Möhlin: Der «Kongo»-Nachwuchs hat das nasskalte Wetter nicht überlebt.

Die traurigen Nachrichten häufen sich für die Storchenfreunde im Fricktal: Nachdem die Jungstörche auf dem Storchennestturm in Rheinfelden das nasskalte Wetter nicht überlebt haben, hat es nun auch den Nachwuchs auf dem «Kongo»-Horst in der Storchenstation Möhlin erwischt. «Die Jungen haben die vergangenen kalten und nassen Tage nicht überlebt», schreibt die Storchenstation auf Facebook. Die Nachricht wird mit vielen weinenden Smileys quittiert. «Schade, ist aber halt die Natur», kommentiert eine Besucherin.

Ein Blick auf die Webcam der Storchenstation – die Bilder vom «Kongo»-Horst werden live gestreamt – bestätigt die traurige Nachricht. Einer der beiden Elternstörche steht, etwas verloren, im Horst, schaut immer wieder nach unten, wo bis vor kurzem die Jungen lagen. Dann setzt sich die Störchin, so als wolle sie die Jungen «hudern», sie also vor Regen und Kälte mit ihrem Gefieder schützen.

Immerhin: Die Storchenstation hat auch gute Neuigkeiten. «Grundsätzlich können wir aber glücklicherweise sagen, dass die wetterbedingten Verluste der Brutsaison 2019 bisher weniger hoch sind als befürchtet», schreibt die Storchenstation weiter. Auf den meisten anderen Horsten würden fleissig junge Störche heranwachsen.

Von Verlusten verschont blieb bislang in der Storchensaison 2019 Kaiseraugst. Hier brüten aktuell 18 Störche in neun Horsten. Storchenvater Urs Wullschleger traut dem Frieden allerdings noch nicht. «Bis jetzt sieht es nicht schlecht aus», sagt er am Telefon. «Es haben wohl alle Jungtiere den gestrigen Tag überstanden.» Besonders heikel war es bei jenen Storchenfamilien mit viel Nachwuchs. «Hat ein Storchenpaar nur eines oder zwei Junge, kann es diese mit dem Gefieder gut abdecken», erklärt Wullschleger. Bei vier Jungtieren sei das schon schwieriger.

Kritische Phase noch nicht vorbei

Um eine Vierer-Rasselbande kümmert sich das Storchenpaar auf der Platane beim Schulhaus. Auf den Horst hat Urs Wullschleger von seiner Wohnung herab einen direkten Blick. Kurz vor dem Telefonat mit der AZ erhob sich die Storchenmama, und er hatte somit freien Blick auf die Jungen. «Alle vier leben», sagt er, das Kleinste sei allerdings «nicht gross aktiv» gewesen. Das müsse zwar noch kein Grund zur Beunruhigung sein, aber «etwas Sorgen macht es mir schon». Dass das Kleinste oft das Leidtragende ist, ist keine Seltenheit. Denn die Jungen schlüpfen zeitlich versetzt; beim Schulhaus-Horst beträgt der zeitliche Abstand zwischen dem ersten und letzten Jungtier doch eine Woche. «Die älteren Tiere sind stärker und ergattern sich deshalb mehr vom Fressen», sagt Wullschleger.

Noch ist die kritische Phase für die Jungstörche nicht vorbei. Am Wochenende sind wieder viel Regen und sinkende Temperaturen angesagt. «Sinkt das Thermometer auf unter acht Grad, wird es kritisch». Denn dann ist die Gefahr gross, dass sich die Jungvögel eine Lungenentzündung einfangen.

Zwar sind die Wetteraussichten ab nächster Woche besser, doch Entwarnung könne man frühestens Ende nächster Woche geben. «Erst dann ist klar, ob alle Jungstörche das nasskalte Wetter vom Wochenende ohne Infekt überstanden haben.»

So lange heisst es für den Storchenvater von Kaiseraugst: bangen und hoffen. Oder wie es eine Facebook-Besucherin umschreibt: «Jetzt chunnt leider no paar Täg Räge. Ich hoff, die chleine Störchis sind stark.»

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