Jahreszbilanz
Atdorf-Aus schmälert Gewinn des EnergieDienst — 2018 stehen neue Projekte an

Die Energiedienst AG präsentiert die Zahlen zum vergangenen Geschäftsjahr. Durch den Abbruch des Projekts Neubau Pumpspeicherkraftwerk Atdorf schmälerte sich das Ergebnis um 10,6 Millionen Euro. Dieses Jahr will der Energieversorger ausbauen.

Juliane Schlichter
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Die Energiedienst Holding AG in Laufenburg steht vor grossen Herausforderungen.

Die Energiedienst Holding AG in Laufenburg steht vor grossen Herausforderungen.

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«Das vergangene Jahr war ein forderndes Jahr für uns. Wir müssen nach aussen und gegenüber den Kunden neue Geschäfte aufbauen und zudem neue Märkte erschliessen», sagte Martin Steiger, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Energiedienst Holding AG, bei der Vorstellung der Jahresbilanz 2017. Die AZ beantwortet die sieben wichtigsten Fragen zum letzten Geschäftsjahr.

1. Wie verlief das vergangene Geschäftsjahr?

«Der Jahresgewinn ist erfreulicherweise nahezu auf Vorjahresniveau», sagte Steiger. Deutlich geringer als im Vorjahr fällt jedoch das betriebliche Ergebnis vor Zinsen und Steuern aus. Als Grund nannte der Energiedienst-Chef den Abbruch des Projekts Neubau Pumpspeicherkraftwerk Atdorf. Er schmälert das Ergebnis um 10,6 Millionen Euro. «Das ist natürlich weniger schön», sagte Steiger, verteidigte aber das Atdorf-Aus: «Langfristig betrachtet war die Beendigung des Projekts die richtige Entscheidung.»

2. Wie hat sich das Wetter auf die Stromproduktion ausgewirkt?

Die Wasserführung gab laut Martin Steiger wenig Anlass zur Freude. «Es war ein ziemlich trockenes Jahr», sagte er. Der niederschlagsarme Winter sowie der sehr trockene Sommer und Herbst am Hochrhein waren schliesslich dafür verantwortlich, dass die Stromproduktion rund sechs Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt lag.

3. Baut Energiedienst dennoch künftig weitere Wasserkraftwerke?

Martin Steiger bezeichnete das bestehende Geschäft als Rückgrat des Unternehmens. Deshalb investiere Energiedienst weiterhin in den Neubau von Kleinwasserkraftwerken und modernisiere bestehende Anlagen. Unter anderem erhält das Kraftwerk in Wyhlen zwei neue Turbinen und in Maulburg wird ein neues Kraftwerk errichtet. Auch im Wallis beteiligt sich Energiedienst am Bau weiterer Kraftwerke, so Steiger.

4. Welche neuen Geschäftsfelder will das Unternehmen erschliessen?

«Dass sich die Energiewirtschaft wandelt, ist keine grosse Neuigkeit mehr», sagte Steiger. Um für die Zukunft gerüstet sein, will sich Energiedienst deshalb vom traditionellen Energieversorger zum innovativen Energiedienstleister entwickeln. Die Weichen hat das Unternehmen durch eine neue, dritte Geschäftseinheit – neben den bestehenden Einheiten, dem deutschen und dem Schweizer Markt – bereits gestellt. Das neue Geschäftsfeld wird von Sabine von Manteuffel geleitet. Die Biochemikerin ist für den Ausbau und die Weiterentwicklung der drei Themen Elektromobilität, Wärme und Photovoltaik verantwortlich.

5. Wie entwickelt sich die Elektromobilität?

Seit 2014 gibt es das Gemeinschaftsunternehmen «my-e-car» von Energiedienst und der «Stadtmobil Südbaden AG». Inzwischen gibt es rund 70 Renault Zoe, die an 19 Standorten in ganz Südbaden geteilt werden können. Davon machen rund 1000 Privatkunden und 27 gewerbliche Kunden Gebrauch. Zusammen sind die Fahrzeuge schon eine Million Kilometer CO2-neutral gefahren. «Ich denke, das ist eine Erfolgsgeschichte», freute sich Steiger und kündigte an, das Angebot in der Zukunft auch in die Schweiz bringen zu wollen.

6. Wie laufen die Forschungen zum Thema Wasserstoff?

«Im Wasserkraftwerk Wyhlen bauen wir dafür eine Produktionsanlage», teilte Steiger dazu mit und sprach von einem Leuchtturmprojekt. Der Wasserstoff soll als Kraftstoff für Brennstoffzellenfahrzeuge dienen. Auch in Laufenburg entsteht ein Pilotprojekt. «Zusammen mit Audi und der Ineratec GmbH wollen wir einen weiteren Weg entwickeln, Wasserstoff und damit Strom in der Mobilität einzusetzen», so der Energiedienst-Chef.

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