Frick

Asylunterkunft im A3-Werkhof? Gemeinderat zeigt sich bedeckt

Gemeindeammann Daniel Suter will den alten Werkhof gewerblich nutzen lassen

Gemeindeammann Daniel Suter will den alten Werkhof gewerblich nutzen lassen

Gemeindeammann Daniel Suter wäre eine gewerbliche Nutzung des ehemaligen A3-Werkhofs am Liebsten. Gegen die Idee einer Autobahnraststätte hat der Fricker Gemeindeammann aber Vorbehalte.

Die Ideen sprudeln nur so. Der Kanton will den ehemaligen A3-Werkhof in Frick zuerst als Asylunterkunft nutzen und ihn dann im Herbst 2017 zur Basis für das Kantonale Katastrophen Einsatzelement (KKE) machen. Die bürgerlichen Parteien finden Letzteres eine Schnapsidee – oder doch zumindest eine Verschwendung eines Areals an bester Verkehrslage.

SVP und FDP plädieren für einen Verkauf (das Areal gehört dem Kanton) und eine gewerbliche Nutzung. Der Planungsverband Fricktal Regio teilt diese Ansicht – und bringt, wie die FDP, als Option eine Autobahnraststätte ins Spiel. Mit angezogener Handbremse, wenn man so will: Der Verband will in diesem Jahr vorerst nur klären, ob eine solche Stätte des Rastens – in Frick oder anderswo im Fricktal – überhaupt realisierbar wäre und wirtschaftlich funktionieren könnte.

Fricker Gemeindeammann will gewerbliche Lösung

Nur jemand fehlt bislang in diesem Wunschkonzert: die Gemeinde Frick. Was will sie? «Ich freue mich vor allem, dass alle für uns nur das Beste wollen», sagt Gemeindeammann Daniel Suter lachend. Er verstehe, dass der Kanton sein Raumproblem lösen müsse und dazu die eigenen Liegenschaften besser nutzen wolle. «Für Frick ist die Nutzung als KKE-Basis aber sicher nicht die beste Lösung.» Denn dies bringe kaum Wertschöpfung.

Der ehemalige A3-Werkhof (Mitte) liegt an der Autobahnausfahrt (links) und könnte als Rasthof genutzt werden. Gerry Thönen

Der ehemalige A3-Werkhof (Mitte) liegt an der Autobahnausfahrt (links) und könnte als Rasthof genutzt werden. Gerry Thönen


Die grösste Wertschöpfung verspricht er sich von einer gewerblichen Nutzung. «Das Gelände wäre ideal für Kleinfirmen und Start-ups.» Suter weiss aber auch: «Dafür braucht es erst einmal einen Investor, der bereit ist, Geld in die Hand zu nehmen.» Denn wenn mehrere Firmen im Werkhof Tür an Tür arbeiten, müsste viel Geld in die Infrastruktur und den Brandschutz investiert werden. Vor allem aber bräuchte es einen Besitzer, also den Kanton, der bereit wäre, seine Liegenschaft zu veräussern. Und danach sieht es nicht aus, weil er das Areal ja selber nutzen will.


Für die Idee einer Raststätte kann sich Suter «gar nicht erwärmen». Zum einen habe es in Pratteln und Würenlos bereits zwei grosse Raststätten; eine dritte sei kaum wirtschaftlich zu führen. Zum anderen bringe ein solcher Betrieb der Gemeinde kaum Wertschöpfung, dafür zusätzlichen Verkehr. «Auch das Litteringproblem würde sich verschärfen.»


Kein Asyl-Dauerprovisorium
Vorerst wird es im ehemaligen Werkhof ohnehin nichts von alledem geben. Denn der Kanton will die Anlage vorübergehend, das heisst bis im Herbst 2017, als Asylunterkunft nutzen. Ein entsprechendes Baugesuch lag jüngst auf. Zwei Einsprachen gingen bei der Gemeinde ein. Auf die Frage, was denn die Einsprecher monieren, verweist der Kanton an die Gemeinde. «Die Hoheit über das Einspracheverfahren liegt bei der Gemeinde Frick», erklärt Daniela Diener, stellvertretende Leiterin Kommunikation im Departement Gesundheit und Soziales. Es obliege ihr, über die möglichen Inhalte der Einsprachen Auskunft zu geben.


Nun denn, Herr Suter, wogegen wehren sich die Einsprecher? «Dazu kann ich keine Angaben machen», erklärt Suter sibyllinisch. Nur soviel: Die Einsprachen richten sich «gegen Einzelpunkte». Die Einspracheverhandlungen haben laut Diener noch nicht begonnen; der Kanton erarbeitet derzeit seine Stellungnahme zu den Einsprachen.


Mit einem Entscheid des Gemeinderates zum Baugesuch ist in den nächsten Wochen demnach noch nicht zu rechnen. Suter lässt sich auch nicht in die Karten blicken, wie sich der Gemeinderat zum Baugesuch stellen wird. Klar ist indes: «Wenn der Gemeinderat das Baugesuch bewilligt, dann mit Auflagen» – und klar befristet.


Damit will Suter den Spekulationen im Dorf den Wind aus dem Segel nehmen, dass die Asylunterkunft zu einem Dauerprovisorium mutieren könnte. «Der Kanton hat ein Platzproblem im Asylbereich. Wir bieten Hand, erwarten aber auch, dass der Kanton seine Hausaufgaben macht.»

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Autor

Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

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