Kaisten

Anzeige, weil Rehkitz in überhitztem Fahrzeug transportiert worden sei

Im Sommer wurde der kleine Rehbock Sebastian (links) in eine Wildtierstation im Kanton Bern gebracht. zvg

Im Sommer wurde der kleine Rehbock Sebastian (links) in eine Wildtierstation im Kanton Bern gebracht. zvg

Eine Baselbieterin erstattet gegen zwei Mitarbeiter des Veterinäramtes Aargau Anzeige. Sie sollen das Rehkitz Sebastian vom Tierlignadenhof Kaisten in überhitztem Auto und ohne Box zu einer Wildtierstation gebracht haben. Und das sei Tierquälerei.

Lislott Pfaff aus Liestal hat bei der Regionalen Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg Anzeige eingereicht. Die Strafanzeige richtet sich gegen zwei Mitarbeiter des aargauischen Veterinäramtes.

Die Baselbieterin nimmt Bezug auf einen Vorfall, der sich auf dem Tierlignadenhof in Kaisten im Sommer dieses Jahres ereignet haben soll. Die Staatsanwaltschaft wird nun prüfen, ob ein Strafverfahren eingeleitet wird. Lislott Pfaff wirft den zwei Mitarbeitern des Veterinäramtes Tierquälerei beziehungsweise brutale Behandlung eines Jungtieres und dessen Transport in einem ungeeigneten Fahrzeug vor. Es geht um den kleinen Rehbock Sebastian (die az berichtete am 12. Juli), welcher nach Entscheid des Veterinäramtes auf dem Gnadenhof nicht artgerecht gehalten werden könne und deshalb in eine Berner Auffangstation für Wildtiere gebracht werden müsse.

Transport in überhitztem Auto

Der Transport erfolgte durch die beiden besagten Veterinäramts-Mitarbeiter. An jenem Sommertag herrschte eine Aussentemperatur von 34 Grad Celsius. Das vollkommen verängstigte Rehböckchen soll laut Aussagen der auf dem Tierlignadenhof anwesenden Personen in das überhitzte Auto ohne entsprechende Box für einen Tiertransport gesetzt worden sein. Das kleine, in Panik geratene Reh schreiend, ungesichert und in einem überhitzten Auto einer mehr als einstündigen Fahrt zur Wildstation im Kanton Bern zu transportieren sei Tierquälerei, so Pfaff.

Wieso erst jetzt die Anzeige? Darauf Lislott Pfaff, die sich seit vielen Jahren engagiert zum Wohle des Tieres einsetzt: «Ich unterstütze den Tierlignadenhof regelmässig mit Spenden. Erst mit den im September verschickten Tierlignadenhof-News habe ich von dem Vorfall erfahren, es dann auch zusätzlich noch auf az-online gelesen.» Sie sei beim Lesen sprichwörtlich auf die Barrikaden gegangen. «Ich fand es so schlimm», erklärt die Baselbieterin. Sie wolle ein Zeichen setzen, habe deshalb die Anzeige eingereicht.

«Wir sehen der Anzeige gelassen entgegen», erklärt Kantonstierärztin Erika Wunderlin. Von Seiten Veterinäramtes sei nichts Unrechtes passiert. Das Veterinäramt werde auf Anfrage der Staatsanwaltschaft Stellung zu dem Vorfall nehmen.

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