Fricktal

Anstieg: 70000 Grenzgänger aus Deutschland arbeiten in der Schweiz

25000 Grenzgänger leben im Kreis Waldshut. Ihr täglicher Arbeitsweg führt über den Schweizer Zoll. bre/sk

25000 Grenzgänger leben im Kreis Waldshut. Ihr täglicher Arbeitsweg führt über den Schweizer Zoll. bre/sk

Die Zahl der Grenzgänger nimmt zu. Heute arbeiten allein aus den grenznahen Regionen Deutschlands 25000 Personen in der Schweiz – die meisten davon im Aargau.

Rund 600 Menschen mehr sind 2014 im Vergleich zum Vorjahr aus dem Landkreis Waldshut zum Arbeiten in die Schweiz gependelt. Die Zahl der Grenzgängerbewilligungen hat sich von 16 313 auf 16 896 erhöht, wie die Wirtschaftsregion Südwest mitteilt.

Im Landkreis Waldshut leben demnach über ein Drittel der deutschlandweit 70 000 Grenzgänger. Die meisten Pendler stammen aus Waldshut-Tiengen, gefolgt von Bad Säckingen, Laufenburg, Küssaberg, Wehr und Klettgau.

Aargau der beliebteste Kanton

Beliebtester Kanton für Arbeitnehmer aus dem Landkreis Waldshut ist mit 8652 Grenzgängern eindeutig der Aargau, gefolgt von Zürich (4006), Schaffhausen (1470) und Basel (1344).

Die Zahlen zeigen auch, dass die meisten in den nächstgelegenen Kanton pendeln. Einwohner von Bad Säckingen, Laufenburg und Wehr wählen als Arbeitsort neben dem Aargau zudem vermehrt Basel.

Einige Menschen legen für die Arbeit allerdings auch längere Strecken zurück – weil sie in weit entfernte Kantone fahren: Das Wallis, das Tessin oder Neuenburg hat beispielsweise je ein Grenzgänger zum Ziel. Bern wählen immerhin noch 61 Deutsche als Arbeitsort.

«Seit der letzten grossen Wirtschaftskrise 2008 hat sich der Landkreis gut entwickelt», sagt Ingo Husemann, Wirtschaftsbeauftragter des Landkreises. Vor fünf Jahren waren es mit 14 241 Bewilligungen für Grenzgänger noch rund 2000 weniger als heute.

Die Zahl wächst: «Seit 2010 ist ein ununterbrochener Anstieg zu verzeichnen», bestätigt Husemann. Er führt das auf die gute Konjunktur zurück. «Fachkräfte werden in allen Wirtschaftsbereichen intensiv gesucht», sagt Husemann.

Alexander Maas, Geschäftsführer von Wirtschaftsregion Südwest, ist überzeugt, dass die Region Dreiländereck und Hochrhein weiter seine Strahlkraft entfalten wird – selbst wenn die Zahl der Grenzgängerbewilligungen begrenzt werden sollte.

Auswirkung von Quote offen

Auch gut ein Jahr nach dem Ja zur Masseneinwanderungs-Initiative ist noch weitgehend unklar, wie das Ja zur Initiative konkret umgesetzt werden soll.

Wie der Landkreis sich in Zukunft entwickelt, bleibt abzuwarten: «Es wird spannend, zu sehen, welchen Einfluss Faktoren wie die aktuelle Frankenstärke und die politischen Entwicklungen auf die Grenzgängerzahlen haben werden», so Maas.

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