Möhlin

Ameisen im Kaffee: Der Automat am Bahnhof ist schon wieder ausser Betrieb

Der Lavazza-Automat am Bahnhof Möhlin ist derzeit ausser Betrieb.

Der Lavazza-Automat am Bahnhof Möhlin ist derzeit ausser Betrieb.

Wenige Monate nach Inbetriebnahme muss der Automat am Bahnhof abgeschaltet werden – zumindest zwischenzeitlich.

Fr. 2.50  kostet der Kaffee am Automaten am Bahnhof in Möhlin. Das Münz ist rasch eingeworfen, die Auswahltaste gedrückt, eine Portion Zucker extra ausgewählt. Ein paar Sekunden später steht das Heissgetränk bereit – was da aber mit im Becher schwimmt, bereitet mehr Ekel als Freude: Dutzende tote, schwarze Ameisen kleben im Schaum.

Über die Pfingsttage waren mehrere Kaffee-Konsumenten vom Problem betroffen. Das zeigen Recherchen der AZ. Auf Facebook sorgt das Problem derzeit in der Gruppe «Du bisch vo Möhli, wenn ...» für Diskussionen. Mehrere Konsumenten posten Fotos von Bechern, in denen tote Insekten schwimmen. «Hatte auch welche drin. So eklig», schreibt einer zu seinem Foto. Einige versehen ihre Einträge mit vor Übelkeit grünen Smilies. Andere witzeln über die «Gratis Proteine» oder die «Geschmacksveredler auf Bio-Basis».

Wöchentlich gereinigt

Der Kaffee-Automat in Möhlin ist seit Ende September in Betrieb. Er steht bei der Bushaltestelle Bahnhof, direkt neben dem Foto- und dem Selecta-Automaten und bietet 13 verschiedene Heissgetränke zur Auswahl, vom Espresso und Latte Macchiato bis zur heissen Schokolade. Verantwortlich für den Betrieb des Lavazza-Automaten am Bahnhof ist das Unternehmen Selecta AG mit Sitz in Kirchberg BE. Das Unternehmen ist nach Angaben auf der eigenen Homepage für die Installation sowie die Feineinstellung, die Bestellung von Einfüllprodukten und auch die Reinigung und Befüllung des Automaten zuständig.

Wie Selecta-Pressesprecherin Tina Balmer sagt, werden die Kaffee-Automaten «je nach Anzahl der verkauften Kaffees von täglich bis mindestens einmal pro Woche gereinigt und aufgefüllt». Den Grund für das eklige Problem sieht sie nicht in der Hygiene.

Vom Zucker angezogen

Sie vermutet die Ursache woanders: «Der Grund, weshalb die Ameisen die Kaffee-Automaten attraktiv finden, liegt beim Zucker. Sie werden davon angezogen», so Balmer. Und offensichtlich finden die kleinen Krabbeltiere einen Weg ins Innere des Automaten und zum dort gelagerten Zucker – von wo sie dann in die Becher gespült werden. Die Thematik sei bekannt, sagt Balmer. In der Schweiz seien bisher allerdings nur zwei Fälle beim betroffenen Automaten-Modell aufgetreten.

Es handle sich ausserdem keineswegs um ein «Selecta-spezifisches Thema», sagt Balmer weiter. «Das Problem mit dem Zucker ist in der Gastronomie nicht neu.» Erste Lösungsansätze für die Problembehebung seien bereits vorhanden.

Derzeit ausser Betrieb

Selecta reagiert jeweils prompt, wenn das Problem auftritt. «Wenn wir erfahren, dass ein Kaffee-Automat betroffen ist, wird dieser umgehend ausgeschaltet. Der Automat wird dann komplett geleert, gereinigt und alle Produkte werden ausgetauscht», so Balmer. Bei einem Augenschein am Dienstagnachmittag ist der Automat in Möhlin bereits ausser Betrieb. Er soll aber «innerhalb kürzester Zeit» wieder in Betrieb gehen, sagt Balmer.

Kunden, die vom Problem in Möhlin betroffen waren, können sich beim Unternehmen melden und erhalten als Wiedergutmachung einen Gutschein. An sechs weiteren Standorten im Fricktal stehen die Lavazza-Automaten: auf dem Autobahn-Rastplatz in Mumpf und an den Bahnhöfen Mumpf, Frick, Laufenburg und Rheinfelden (hier sogar zwei). Auf eine Kontrolle der Standorte auf Ameisen verzichtete Selecta aufgrund der geringen Anzahl an Vorfällen.

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