Genealogie bedeutet im Altgriechischen Familie und Lehre. Genealogía bezeichnet im engeren Sinne die historische Hilfswissenschaft der Familiengeschichtsforschung oder umgangssprachlich Ahnenforschung, also den Stammbaum.

Einer dieser Genealogen oder Familienforscher ist Roland Kissling aus dem fribourgischen Gurmels, zwischen Düdingen und Murten gelegen. Aufgewachsen ist er in Rothrist. In Zofingen hat er die Kanti besucht und in Bern studiert.

Stammbaum der Familie erarbeitet

Er ist total fasziniert von seinem Spezialgebiet, in das er sich eingearbeitet hat. Der Master of Arts hat sein Büro für individualisierte historische Forschung (BihF) aufgebaut und befasst sich mit verwandtschaftlichen Beziehungen und ihrer Darstellung. Dabei erhält er Aufträge praktisch aus dem ganzen Land.

Einer davon kam aus Münchwilen: Silvio Denz wollte den Stammbaum, den er zusammen mit seinem 1997 verstorbenen Vater Werner zu erforschen begonnen hatte, fertiggestellt haben. Am Vortrag über «Die Geschichte der Münchwiler Familien, am Beispiel der Familie Denz», den Roland Kissling diese Woche im Saal des Gemeindehauses Münchwilen hielt, gab Doris Stenz, deren Sohn Silvio in London wohnt, ihrer Freude über die Fertigstellung des Familienstammbaums Ausdruck.

Seit 1724 in Münchwilen

Bei den Nachforschungen hat sich herausgestellt, dass die Ahnen der seit 1724 in Münchwilen angesiedelten Familie Denz aus Oberhof in der badischen Nachbarschaft stammen und in jener Gemeinde, die heute zu Murg gehört, von 1559 bis 1724 unter dem Namen Dentz nachgewiesen werden können.

Seine Spurensuche nach dem Ursprung der Familie Denz begann Roland Kissling mit der Skizzierung der Herrschaftsverhältnisse der Gegend, aus der die Denz, damals eben noch Dentz geschrieben, stammen: Zähringer Gebiet, Habsburger Reich, Frickgau, Vorderösterreich, Breisgau, Grafschaft Hauenstein, Fricktal, Kanton Fricktal.

Auch geschichtliche Ereignisse halfen bei der Erforschung des Geschlechts der Denz, etwa der Waldshuterkrieg oder Sundgauerzug sowie der Dreissigjährige Krieg. Die Untersuchungen von Vater Werner und Sohn Silvio Denz hatten bereits einige Resultate ergeben, auf denen Roland Kissling aufbauen konnte: Caspar Denz aus Oberhof heiratete 1724 in Säckingen Elisabeth Lindauer.

Das Ehepaar zog nach Münchwilen. Stück für Stück liess sich die Reihe der Ahnen zurückverfolgen bis zur ältesten Generation um 1559 mit Joseph und Martin Dentz.

Kirchenbücher als Fundgrube

Aus der Zeit vor 1930 fand der Ahnenforscher Kissling die Namenverzeichnisse in Kirchenbüchern, die sich als wahre genealogische Fundgrube erwiesen: «Die Pfarrer haben zum Glück alles fein säuberlich aufgeschrieben», hielt er an seinem Vortrag in Münchwilen fest und erwähnte: «Bei der Darstellung eines Stammbaums merkt man rasch, dass man sich gewissen Einschränkungen fügen muss, um das Ästegewirr des Baumes nicht ins Unendliche anwachsen zu lassen.

Man muss sich auch darüber im Klaren sein, wie viele Generationen vollständig dargestellt werden sollen.» Bei der Münchwiler Familie Denz reichen die Äste des Stammbaums immerhin bis ins 16. beziehungsweise 17. Jahrhundert zurück.