Muri
Zwei Freiämter fahren im Rennwagen durch Schnee und Eis

Louis Frey fährt bereits zum zehnten Mal mit seinem Rennwagen aus dem Jahr 1934 den WinterRaid und wird dafür mit dem «Snow Crystal» geehrt. Frey und sein Auto, der Lagonda M 35 Le Mans Rapide von 1934, gehören bereits zur Legende des WinterRaid.

Eddy Schambron
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Dick eingehüllt: Fahrer Louis Frey und Co-Pilot Bruno Hürlimann am WinterRaid 2010 im Lagonda M 35 Le Mans Rapide.

Dick eingehüllt: Fahrer Louis Frey und Co-Pilot Bruno Hürlimann am WinterRaid 2010 im Lagonda M 35 Le Mans Rapide.

zvg

«Hoffentlich haben wir viel Schnee», sagt Louis Frey. Er fährt vom 16. bis 19. Januar zum zehnten Mal den WinterRaid, eine Rallye mit historischen Fahrzeugen, und wird erstmals mit dem «Snow Crystal», einem Sonderpreis für die ununterbrochene langjährige Treue zur Winterrallye, geehrt. Er und sein Auto, der Lagonda M 35 Le Mans Rapide von 1934, gehören nämlich bereits zur Legende des WinterRaid, der dieses Jahr 1100 Kilometer vom Engadin in die Dolomiten und zurück nach St. Moritz führt.

«Die ganz Vergifteten»

Es ist die fahrerische Herausforderung, die Frey bewegt, sich mit dem ehemaligen Rennwagen auf Schnee und Eis zu begeben, dieses Jahr zusammen mit Co-Pilot Patrick Dätwyler aus Zufikon. «Am Winter-Raid sind die ganz Vergifteten dabei», stellt er fest. Seinen Wagen bereitet er seriös vor, schützt ihn vor Korrosion, klebt Lüftungsschlitze ab, versieht die Ölwanne extra mit einem Thermoschutz, denn das Fahrzeug ist nicht für Winterbetrieb konstruiert. «Gerade das übt einen besonderen Reiz aus.»

Er und sein Co-Pilot schützen sich mit moderner Motorradbekleidung vor Auskühlung oder gar Erfrierungen. Darüber tragen sie jedoch epochengerechte Kleidung. Das funktioniert ganz gut. «Schwierig wird es erst, wenn man schwitzt. Dann friert man schnell», weiss Frey, der während der Rallye das Mittagessen am liebsten in einer Gartenbeiz einnimmt, um das «Klima zu erhalten».

Schneeketten immer bereit

Vor zehn Jahren starteten zwölf Autos zum WinterRaid. Heute sind es 60. Der Beifahrer ist dafür zuständig, das Roadbook zu lesen, Zeiten zu kontrollieren und Sonderprüfungen richtig einzuschätzen. Der Fahrer muss den winterlichen Tücken mit fahrerischem Können begegnen und dafür sorgen, dass der Wagen auf der Strasse bleibt. Schneeketten werden bei Bedarf gemeinsam montiert; sie liegen immer bereit.

«Wir im offenen Wagen haben den Vorteil, dass die Scheiben nicht anlaufen», lacht Frey, der sich aber schon daran erinnert, wie der Fahrtwind einmal bei minus 32 Grad in St. Moritz die Gesichtshaut malträtierte. Wieder aufwärmen können sich Fahrer und Beifahrer am Ende der anspruchsvollen Tagesetappen über Pässe und gewundene Strassen in erstklassigen Hotels. Hier entschädigt auch die gute Kameradschaft für die Strapazen des Tages.