Muri
Zwei dringende Schulprojekte für 13,6 Millionen stehen an

Der Gemeinderat von Muri will mit einer Steuerfusserhöhung von 6 Prozent baulichen Nachholbedarf aufholen. In den nächsten vier Jahren sollen 25 Millionen Franken investiert werden.

Andrea Weibel
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Die Gemeindetraktanden werden ab jetzt nicht mehr als ausführliches Büchlein, sondern als benutzerfreundliche Broschüre versandt – ohne Aufpreis.

Die Gemeindetraktanden werden ab jetzt nicht mehr als ausführliches Büchlein, sondern als benutzerfreundliche Broschüre versandt – ohne Aufpreis.

Andrea Weibel

Früher lud der Gemeinderat Muri alle paar Wochen zur Medieninfo ein. «Heute tun wir das nur noch, wenn wir wirklich etwas zu sagen haben», hielt Gemeindepräsident Hans-Peter Budmiger am Montagabend fest.

Und das hatten sie: Der komplett anwesende Gemeinderat stellte das Budget 2015 mit einem Steuerfuss von 109 Prozent vor – eine Erhöhung von 6 Prozent (az von gestern). Dies sei dringend nötig, denn «innerhalb der nächsten vier Jahre werden Investitionskosten von 25 Millionen Franken anfallen, bis in zehn Jahren werden es 50 Millionen sein», so Budmiger. Der entsprechende Finanzplan soll Anfang November vorliegen.

Grosskredite für zwei Schulen

Schon für die Gemeindeversammlung vom 27. November sind Kreditanträge von insgesamt 16,9 Mio. Franken traktandiert. Die grössten Brocken (13,6 Mio. Franken) betreffen die Schulanlagen Rösslimatt und Bachmatten.

9,7 Mio. Franken werden für das Schulhaus Rösslimatt benötigt. Dort soll ein neues Schulhaus mit Einfachturnhalle und Spielplatz gebaut werden.

Fiko heisst 109 Prozent gut

In den kommenden zehn Jahren rechnet Muri mit Investitionen von 50 Mio. Franken. Mit einem Steuerfuss von 103 Prozent geht das nicht. Darum beantragt der Gemeinderat eine Erhöhung auf 109 Prozent. Dies liegt im Mittel der letzten Jahre. «1996 lag der Steuerfuss bei 120 Prozent», so Gemeindeschreiber Erich Probst. «Dann wurde er stetig gesenkt, bis er 2008 bei 99 Prozent lag.» Die 109 Prozent seien verantwortungsvoll, ist auch die Finanzkommission einverstanden. (aw)

Die Schulhausmöblierung plus Inventar der Turnhalle kosten weitere 565 000 Franken. «Beides ist aufgrund der Umstellung zu 6/3 und des stetigen Wachstums der Schülerzahlen dringend nötig», so Gemeinderätin Christine Brun. Eine öffentliche Infoveranstaltung folgt am 10. November.

Bei der Schulanlage Bachmatten sollen die Flachdächer für 2,86 Mio. Franken instand gestellt werden. Dazu sollen die Einwohner einen Projektierungskredit von 477 900 Franken für die Erneuerungsarbeiten der kompletten Haustechnik sprechen. «Die Projekte bei beiden Schulhäusern sind dringend notwendig, daran können wir kaum etwas ändern», so Budmiger.

Neues Regenbecken

Weitere 2,65 Mio. Franken sind für den Neubau eines Regenrückhaltebeckens beim Tennisplatz budgetiert. Dazu kommen 520 000 Franken für die Erneuerung der Steuerung und Schaltanlagen der Abwasserreinigungsanlage ARA Muri. Und 195 000 Franken sollen für die Untersuchung von durch Altlasten belastete Standorte aufgewendet werden.

Ausserdem ist eine Teilrevision des Reglements über die Finanzierung von Erschliessungsanlagen traktandiert. «Das klingt zwar unspektakulär, da steckt aber viel dahinter», so Vizepräsidentin Milly Stöckli. «Kurz- und mittelfristig werden hier sehr hohe Investitionen anstehen.» Auch dazu wird an der Infoveranstaltung vom 10. November genauer Auskunft erteilt.

«Entscheide sind wegweisend»

«Die Traktanden haben es in sich, das Diskussionspotenzial ist hoch und die Entscheide sind wegweisend für die Zukunft der Gemeinde», ist sich der Gemeindepräsident sicher. «Es ist nicht schön, das Finanzressort neu zu übernehmen und sofort eine Steuererhöhung von 6 Prozent budgetieren zu müssen. Aber wir wollen verantwortungsvoll handeln und den Nachholbedarf lösen.»

Die Ausführungen zu den Traktanden kommen Anfang November in alle Haushalte. Nun allerdings nicht mehr als ausführliches Büchlein, sondern als benutzerfreundliche Broschüre.

Budmiger beruhigt: «Weil die Broschüre dünner ist und nicht verpackt werden muss, ist sie nicht teurer als das frühere Büchlein. Die ausführlichen Unterlagen findet man online.»

Ebenfalls wird an der Gemeindeversammlung darüber informiert, dass Muri vorhat, Gemeindepartnerschaften mit den Städten Holic in der Slowakei und Pannonhalma in Ungarn einzugehen.

«Dies bedeutet keine finanzielle Belastung, sondern bietet uns eine regelmässige Austauschplattform für eventuelle zukünftige Projekte in Kultur, Schule, Wirtschaft, Tourismus oder anderen Bereichen», hält Hans-Peter Budmiger fest.

Die beiden Partnerstädte wurden aus historischen Gründen ausgewählt: Holic hat ebenfalls habsburgische Wurzeln, während in Pannonhalma ein Benediktinerkloster beheimatet ist.

Öffentliche Information zu Neubau Schulhaus Rösslimatt und Teilrevision Reglement über Finanzierung von Erschliessungsanlagen: 10. November, 19.30 Uhr, Gemeindehaus, Dachtheater.

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