Auftakt bei der Operettenbühne
Zum ersten Mal «Land des Lächelns» in Bremgarten

Die Operettenbühne Bremgarten hat die Proben für Franz Lehars Meisterwerk «Land des Lächelns» aufgenommen. Die Premiere wird am 14. März 2015 im Casino des Reussstädtchens begangen.

Jörg Baumann
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Regisseur Paul Suter (links) übte mit dem Chor Standardszenen ein.

Regisseur Paul Suter (links) übte mit dem Chor Standardszenen ein.

Jörg Baumann

Die Operettenbühne Bremgarten spielte schon alles, was die leichte Muse hergibt - nur nicht das melancholisch-chinesisch angehauchte Werk «Land des Lächelns» von Franz Lehar. In einem halben Jahr, am 14. März 2015, steigt im Casino die Premiere. Bis zum 23. Mai sind 25 Vorstellungen eingeplant. Regisseur Paul Suter gab mit einem Workshop für den Chor den Auftakt für die Probenarbeit. Elf neue Sängerinnen und Sänger haben sich entschlossen, im Chor mitzuwirken.

Präsidentin singt mit

Behutsam führt Suter, der mit «Land des Lächelns» in Bremgarten bereits die sechste Operette inszenieren wird, die wenigen Männer und die vielen Frauen des Chors an ihre Aufgabe heran. «Der aktuelle Eindruck täuscht. Es kommen noch einige Männer dazu», erklärt Myriam Rufer-Staubli, die Präsidentin der Operettenbühne. Sie wird nach 25 Jahren im Ballett erstmals im Chor singe. «Das Debüt in Bremgarten gab ich 1976 als Schulkind im Vogelhändler», erinnert sich Myriam Rufer.

Mehrere gestandene Operettenmitglieder waren damals auch schon dabei.

Die Neulinge bringen beste Voraussetzungen mit, um in Bremgarten zu bestehen. Sie haben schon Erfahrungen auf der Bühne gesammelt. So fällt es Paul Suter leicht, mit dem Chor einige Standardszenen einzuüben: den Empfang des Fürsten, vor dem der Chor demütig und schlagartig das laute Pausengespräch unterbricht, dann eine Szene mit einem zwielichten Anwalt, der seinen potenziellen Klienten das Blaue vom Himmel verspricht, eine Gruppe Gaffer und schliesslich den Besuch in einem Museum, wo es heisst, «still sein und die Bilder andächtig bewundern.»

Vor dem grossen Weltenbrand

«Der Chor ist in dieser Operette eher im Hintergrund, aber nicht minder wichtig», meint der Regisseur. «Land des Lächelns» spielt um 1912, als man noch nicht daran dachte, dass der Erste Weltkrieg ausbrechen würde», weiss Suter. «Man wähnte sich noch in sicheren Zeiten, aber ein leichtes Beben im Untergrund war schon zu spüren.» Der zweite und der dritte Akt der Operette spielen in Peking. Das passt, zumal Suter mit einer Chinesin verheiratet ist.

Für die Operettenbühne ist Lehars Werk wieder eine grosse Kiste, beträgt doch das Budget stolze 800 000 Franken. Das gesamte Ensemble steigt demnächst in die Probenarbeit ein.