Solidarität
Wohler Nachbarn geben über 750'000 Franken für die neue Eisbahn

Die Nachbargemeinden zeigen sich bei der Wohler Eisbahn solidarisch – trotz Spardruck.

Toni Widmer
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Foto: Andrea Weibel

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Andrea Weibel

Es gibt keine Gemeinde in der Region, auf die der zunehmende Spardruck keine Auswirkungen zeigt. Überall muss man haushalten, überall damit umgehen, dass Bund und Kanton Aufgaben nach unten «delegieren», um sich finanziell etwas Luft zu verschaffen. Und in genau dieser Zeit passiert ein kleines Vorweihnachtswunder: Bis gestern haben 13 Nachbargemeinden an ihren Gemeindeversammlungen dem Projekt einer neuen Wohler Eisbahn ihre Unterstützung zugesichert. Namentlich sind dies in alphabetischer Reihenfolge Berikon, Büttikon, Dintikon, Dottikon, Fischbach-Göslikon, Hägglingen, Meisterschwanden, Niederwil, Sarmenstorf, Uezwil, Villmergen, Waltenschwil und Zufikon. Insgesamt sind so bisher
über 750 000 Franken zusammengekommen. Wenn auch die Stimmberechtigten von Bremgarten an der Gemeindeversammlung von morgen Donnerstag den beantragten Zustupf von 250 000 Franken bewilligen, sind es letztlich über eine Million Franken.

Das ist nicht selbstverständlich

Die Region zeigt sich solidarisch bei der Finanzierung eines Projekts, von dem letztlich nicht nur Wohlen profitiert, sondern alle umliegenden Gemeinden. Das weiss man in der grössten Freiämter Gemeinde entsprechend zu schätzen: «Diese Unterstützung ist gerade unter dem Eindruck der aktuellen Spareuphorie keineswegs selbstverständlich und kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Wir haben darauf gehofft, aber wir durften sicher nicht von vornherein damit rechnen. Unseren Nachbargemeinden sagen wir herzlich Dankeschön für diese gelebte Solidarität», sagt der Wohler Vizeammann Paul Huwiler.

Auch Urs Meier, der Präsident der Eisbahngenossenschaft Wohlen, zeigt sich hocherfreut über diese grosse Unterstützung: «Für uns ist das ein Beweis dafür, wie gut die Eisbahn Wohlen in der Region tatsächlich verankert ist. Wir sind mit unseren erfolgreichen Bemühungen um einen Neubau somit nicht nur kommunal, sondern auch regional absolut richtig gelegen.» Optimistisch ist Meier auch für die Zukunft: «Im Baugesuchsverfahren hat es keine Einwendungen gegeben. Wir dürfen also in absehbarer Zeit mit der Baubewilligung rechnen und können wie geplant vorwärtsmachen.»

Das ist auch nötig, wenn die neue, überdachte Eisbahn im Herbst 2018 eröffnet werden soll. Bis dann muss die alte Anlage noch durchhalten.

Nötige Vorkehrungen getroffen

Tut sie das? «Wir sind optimistisch, dass die bestehende Eisbahn noch die nächsten zwei Saisons durchhält», sagt Urs Meier. Man habe alle nötigen Vorkehrungen getroffen und die Anlage vor allem hinsichtlich ihrer Betriebssicherheit noch einmal überprüfen lassen. Nach menschlichem Ermessen sollte nichts passieren, man setze alles daran, dass es klappe: «Das sind wir auch den Clubs und Vereinen schuldig, für die eine funktionierende Eisbahn sehr wichtig ist und die uns auch eine entsprechend Miete bezahlen», erklärt Meier.

Sportpark Bünzmatt: Gesamtkosten von rund 25 Millionen Franken

Die neue, überdachte Eisbahn ist Teil des Sportparks Bünzmatt, für dessen Realisierung die Wohler Stimmberechtigten am 25. September an der Urne unerwartet deutlich grünes Licht gegeben haben. Realisiert wird eine multifunktionale Anlage. Sie umfasst neben der Badi, die umfassend saniert wird, sowie der neuen Eisbahn auch einen Skatepark, einen Pétanqueplatz, eine Minigolfanlage und drei Beachvolleyball-Felder. Die Gesamtkosten sind auf 23,4 Millionen Franken veranschlagt. (TO)

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