Spektakuläre Attraktion
Wohler Firma realisiert den Kuwait-Pavillon an der Expo Mailand

Der Freiämter Eventspezialist Winkler hat in Rekordzeit Licht-, Ton- und Videotechnik für den Kuwait-Ausstellungspavillon an der Expo Mailand realisiert. Dafür war ein gewaltiger Einsatz nötig.

Toni Widmer
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Von A–Z von Winkler geplant und realisiert: anspruchsvolle Kuppelproduktion im Kuwait-Pavillon an der Expo in Mailand.

Von A–Z von Winkler geplant und realisiert: anspruchsvolle Kuppelproduktion im Kuwait-Pavillon an der Expo in Mailand.

zvg

Hunderte von Besucherinnen und Besuchern sind am Eröffnungswochenende der Weltausstellung (Expo) in Mailand vor dem Kuwait-Pavillon mit einem herrlichen Sonnenaufgang begrüsst worden. Verantwortlich für diese spektakuläre Attraktion ist ein Unternehmen aus dem Freiamt.

Erst im Spätherbst 2014 hat die Firma Winkler Multi Media Events den Auftrag bekommen, die Licht-, Ton- und Videotechnik im Pavillon «Challenge of Nature» des Staates Kuwait zu planen und zu realisieren, am vergangenen Freitag war dennoch alles bereit.

Schweizer Leader

Mit 95 fest angestellten Mitarbeitern, davon im 15 Kader, sowie 100 Freelancern ist Winkler der Schweizer Marktleader für die Multimedia-Technik an Grossevents. Die Firma übernimmt dabei Mandate als Totalunternehmung oder für Teilprojekte in den Bereichen Konzeption, Planung und Realisation.

Pro Jahr ist Winkler an rund 500 grossen Corporate Events, Public Events oder Exhibition Events für die Multimedia-Technik verantwortlich. Gegründet worden ist das Unternehmen 1996, seit 2005 ist es eine eigenständige Tochtergesellschaft innerhalb der MCH Group AG. Winkler hat seinen Hauptsitz in Wohlen und unterhält Filialen in Basel und Lausanne. (to)

«Wir haben dieses anspruchsvolle Grossprojekt in einer absoluten Rekordzeit realisiert. Dafür war in den letzten Monaten und Wochen von allen Beteiligten ein gewaltiger Einsatz nötig», sagt Norbert Egli, Leiter Marketing & Communications bei Winkler.

Im Normalfall, erklärt Egli weiter, würde alleine die Planung eines solchen Events rund zwei Monate dauern: «Unsere Ingenieure haben rund um die Uhr gearbeitet und es in drei Wochen geschafft. Das Briefing der Crew haben wir von den üblichen zwei Tagen auf drei Stunden abgekürzt, 106 Tage sind uns vom Startschuss des Projekts bis zur Eröffnung der Ausstellung geblieben.»

Rundgang durch ein Segelschiff

«Kuwait lädt an der Expo zu einem Rundgang in einem Gebäude, das einem Segelschiff nachempfunden ist. Darin werden in verschiedenen Räumen die Naturelemente inszeniert. Besucherinnen und Besucher sollen Sonnenschein, Hitze, Regen, Blitz und Donner möglichst authentisch erleben und in eine naturnahe Erlebniswelt eintauchen», erläutert Produktionsleiter Carsten Jantz das Ausstellungskonzept.

Winkler-Ingenieure und -Techniker mussten bei der Umsetzung sämtliche Register ziehen: «Es begann schon bei der Beleuchtung des Pavillons von aussen beziehungsweise den Segeln des stilisierten Schiffs», erzählt Jantz. «Wir haben erst vorgesehen, diese mit Scheinwerfern anzustrahlen. Doch die Ausstellungsgestalter forderten, dass die Segel von innen heraus leuchten müssten. Wir haben auch dafür eine Lösung gefunden.»

Nicht einfacher geworden ist der Job der Firma Winkler durch die Auflage, dass von der Technik möglichst wenig zu sehen sein soll: «Da war innovatives Denken gefordert und einige Konzepte mussten wir bei der Realisierung noch kurzfristig ändern und in Absprache mit Designern und Dekorateuren den neuen Gegebenheiten vor Ort anpassen. Das hat gelegentlich ziemlich viel Nerven gebraucht», erklärt der technische Leiter der Firma Winkler, Sebastian Hornung.

Keine Materialschlacht

Im Vergleich mit anderen Gross-Events, die Winkler mit seiner Technik schon bestückt hat – beispielsweise Openair-Veranstaltungen oder grosse Konzerte – ist der Materialaufwand an der Expo in Mailand vergleichsweise bescheiden und dennoch eindrücklich: 8 Kilometer Kabel sind von den 8 bis 10 Winkler-Mitarbeitern verlegt worden, die in den letzten anderthalb Monaten vor Ort mit dem Aufbau beschäftigt waren. Daneben haben sie 30 Beamer, 20 Screens (Bildschirme) sowie unzählige Lampen und Scheinwerfer montiert. Sehr viel Aufwand investiert hat die Firma aber vor allem in die Software. Für die Fachplanung stand über Monate ein knappes Dutzend Leute im Einsatz.

Besonders stolz ist das Unternehmen auf seine Eigenkonstruktionen, wie beispielsweise die eingangs erwähnte Sonne: «Sie wiegt 650 Kilogramm, ist aus Plexiglas und mit 25 600 LEDs bestückt. Die Lichttemperatur ist so regelbar, dass wir für die vor dem Pavillon wartenden Besucher tatsächlich die Sonne aufgehen lassen können», erklärt Projektleiter Carsten Jantz. Ein Meisterwerk ist Winkler auch mit einer selbstjustierenden Kuppelproduktion gelungen. Verschiedene Bilder werden aus verschiedenen Projektoren in eine runde Kuppel projiziert und dort dank einer ausgeklügelten Steuerung zu einem Ganzen zusammengefügt.

Zwei Mann bis im Herbst vor Ort

Für die Firma Winkler war der Auftrag in Mailand eine Herausforderung, die sie trotz der kurzen Termine gerne angenommen hat: «Im Kuwait-Pavillon können wir unser ganzes Spektrum zeigen, das wir in Sachen Licht-, Ton- und Videotechnik draufhaben. Den Besucherinnen und Besuchern bleibt zwar verborgen, wer die Technik installiert hat, unser Firmenlogo erscheint nirgends. Die Fachleute aus aller Herren Ländern werden sich jedoch dafür interessieren, und deshalb ist dieser Auftrag für uns ganz sicher auch eine sehr gute Referenz», hält Norbert Egli fest.

Die Ausstellung ist eröffnet, der Auftrag aber noch nicht vorbei. Zwei Winkler-Leute sind während der sechs Monate dauernden Ausstellung ständig in Mailand präsent, um die Installation im Kuwait-Pavillon zu betreuen.

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