Wohlen
Nur 40'000 statt 60'000 Franken mehr: Gemeinderat beantragt eine tiefere Lohnerhöhung

Der Gemeinderat Wohlen legt dem Einwohnerrat eine überarbeitete Fassung des Vergütungsreglements 2022–2025 vor. Die erste Version ging von total 60'000 Franken mehr Entschädigung aus, nun soll es ein Drittel weniger sein.

Marc Ribolla
Drucken
Im Wohler Gemeindehaus sollen die Gemeinderäte ab 2022 pauschal 40'000 Franken mehr zur Verfügung haben.

Im Wohler Gemeindehaus sollen die Gemeinderäte ab 2022 pauschal 40'000 Franken mehr zur Verfügung haben.

Marc Ribolla

Geht es nach dem Wohler Gemeinderat, ist klar, dass in der kommenden Legislaturperiode (2022–2025) eine höhere Entschädigung für die vier Gemeinderäte nötig ist. Der Ammann ist davon nicht betroffen. Insbesondere, weil die Führung der Volksschule neu beim Gemeinderat liegen wird. Deshalb nahm er sich im Frühling dem «Vergütungsreglement für politische gewählte Personen» an und überarbeitete es.

Ursprünglich hätte der Einwohnerrat im April darüber befinden sollen. Doch noch während der Debatte zog der Gemeinderat seinen Antrag zurück, zu einer Abstimmung im Rat kam es deshalb nicht. Grund für den Rückzieher war die ablehnende Haltung der Finanz- und Geschäftsprüfungskommission. Gemeindeammann Arsène Perroud übte damals Selbstkritik und erklärte, dass der Gemeinderat die Vorlage wohl zu wenig politisch bearbeitet habe.

Jetzt, sieben Monate später, legt der Gemeinderat einen überarbeiteten Antrag mit einer neuen Version des Vergütungsreglements vor. Diese Fassung ist in Zusammenarbeit mit einer Spiegelgruppe mit je einem Vertretenden der verschiedenen Einwohnerratsfraktionen entstanden. Nicht mitmachen wollte die SVP.

Pauschale bleibt gleich, Globalbetrag soll höher sein

Ursprünglich wollte der Gemeinderat die Entschädigung pro Mitglied um 10'000 Franken auf pauschal 40'000 Franken erhöhen. Ausserdem plante er den Globalbetrag um 20'000 Franken auf 60'000 Franken zu steigern. Dieser kann unter den Mitgliedern nach Aufwand verteilt werden.

In der neuen Version wird jetzt auf eine Erhöhung der Pauschale verzichtet, sie soll bei 30'000 Franken jährlich pro Miliz-Ratsmitglied bleiben. Im Gegenzug soll der Globalbetrag von 40'000 auf 80'000 Franken steigen. Total würde die Entschädigungssumme also um 40'000 Franken ansteigen. Dies entspricht einer Reduktion von 20'000 Franken gegenüber der ersten Vorlage.

Mit der zweiten Version legt der Gemeinderat auch detaillierter dar, wieso eine Lohnerhöhung für die nebenamtlichen Gemeinderatsmitglieder angebracht ist. Er zeigt auf, welchen zusätzlichen Aufwand mit dem neuen Ressort Volksschule und einer generell gesteigerten Arbeitsbelastung auf ihn zukommt. Ob diese Argumente beim Einwohnerrat auf Anklang stossen, wird sich am 6. Dezember zeigen.

Im Antrag schreibt der Gemeinderat: «Es ist gesamthaft davon auszugehen, dass bereits heute der durchschnittliche Aufwand der nebenamtlichen Gemeinderatsmitglieder ein Arbeitspensum von 40% nicht unterschreitet und in intensiven Phasen oder ressortbedingt bis zu 60% betragen kann.»

Die Gemeinde Wohlen würde mit der Erhöhung immer noch im unteren Teil vergleichbarer Aargauer Gemeinden liegen.

Die Gemeinde Wohlen würde mit der Erhöhung immer noch im unteren Teil vergleichbarer Aargauer Gemeinden liegen.

zvg

Diese sehr unterschiedliche Belastung der einzelnen Gemeinderatsmitglieder stehe in unmittelbarer Abhängigkeit zum Ressort und dessen Geschäften. «Durch Projektphasen können sich erhebliche Belastungsspitzen ergeben. Um diesem Umstand gerecht zu werden, müssen die Vergütungen durch das Gemeinderatsgremium möglichst aufwandbezogen auf die Ressorts verteilt werden können», erklärt der Gemeinderat weiter.

Sollte die vorgeschlagene Lohnerhöhung vom Einwohnerrat genehmigt werden, würde sich Wohlen mit einer totalen Entschädigungssumme von 360'000 Franken (inklusive Lohn des Gemeindeammanns) immer noch im hinteren Bereich von vergleichbaren Aargauer Gemeinden befinden. In Wettingen (knapp 22'000 Einwohner) beträgt sie beispielsweise rund 500'000 Franken.

Aktuelle Nachrichten