Fischbach-Göslikon
Wenn aus Eichenholz eindrucksvolle Kunstwerke werden

Brigitte Blasers Herz schlägt für Eichenholz, Kettensägen und die Kunst, nun veranstaltet sie eine Ausstellung.

Nora Güdemann
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Aus diesem Holzstück wird auch bald ein Hocker entstehen.

Aus diesem Holzstück wird auch bald ein Hocker entstehen.

Nora Güdemann

«Ich brauche dieses Flow-Gefühl», sagt Brigitte Blaser, setzt den Schutzhelm auf und fräst mit der Motorsäge die Rinde vom Baumstamm. Biss und Durchhaltevermögen sind Fähigkeiten, die Blaser besitzt und mit denen sie sich bei der Ausübung ihrer Hobbys immer wieder neu fördern möchte: «Ich fuhr mit dem Velo quer durch Amerika, absolvierte den Jungfrau-Marathon und jetzt mache ich Möbel und Objekte aus Holz.» Die 61-Jährige arbeitet in Baden als Primarlehrerin, die Freizeit verbringt sie meistens auf ihrem Werkplatz in Fischbach-Göslikon. Dieser wird ihr von Martin Hufschmid zu Verfügung gestellt.

Auch er ist Künstler. Seine und Blasers Vorliebe gilt besonders dem Herstellen von Hockern. Während Hufschmids Hocker aus verschiedenen Materialien, wie beispielsweise den Abdeckungen von Elektrizitätskästen bestehen, setzt Blaser hauptsächlich auf Eichenholz.

30 Tonnen Holz verarbeitet

Ihre Augen leuchten, wenn sie von den verschiedenen Eigenschaften der Eiche erzählt: «Das Holz ist hart, widerstandsfähig, manchmal auch widerspenstig. Ich mag es nicht, wenn man etwas zu einfach verarbeiten kann.» Ausserdem würde sich die Eiche, wenn sie lange Wind und Wetter ausgesetzt ist, verfärben und einen silbernen Ton annehmen. «Der Prozess ist mit der Fertigstellung noch nicht vorbei», so Blaser. «Das Holz entwickelt sich immer weiter.» Wie entstand die Leidenschaft, welche die Primarlehrerin mit Holz, Kettensägen und schwerer Arbeit verbindet? «Angefangen hat alles, als ich einen Weiterbildungskurs der Fachhochschule belegte. Dort lernte ich den Umgang mit den Sägen und das Herstellen von Objekten.» Während dem Arbeiten sei man total in seiner eigenen Welt, könne sich voll konzentrieren und alles ausblenden.

Seit dem Kurs sind inzwischen fünf Jahre vergangen. «In dieser Zeit habe ich, hochgerechnet, rund 30 Tonnen Holz verarbeitet.» Sie probiere jedoch, ihre Ideen möglichst nachhaltig umzusetzen und den ganzen Stamm zu verbrauchen. «Ich habe Ehrfurcht und Respekt vor dem Holz, das fast 100 Jahre wachsen muss.»

Kombination Metall und Holz

Wegen dieser Einstellung wird Blaser von Martin Hufschmid geschätzt. Zuerst war ihr Mietverhältnis für den Werkplatz auf drei Monate beschränkt. «Die Zusammenarbeit funktionierte aber so gut, dass ich bis jetzt hier arbeite.» Ihr gefiele die Gegend und Martin habe immer Ratschläge bereit. Einige Arbeiten entwarfen die beiden Künstler zusammen: Holz kombiniert mit Metall. Speziell ist die Form der Objekte. Die meisten versetzte Blaser mit Durchbrüchen und Mustern, sodass sie federleicht aussehen, aber durch das Eichenholz trotzdem ein ordentliches Gewicht besitzen. «Daher kommt auch der Name der Ausstellung, federleicht und erdenschwer.» Am Auffahrtswochenende veranstalten Hufschmid und Blaser eine Vernissage der Holzobjekte und Möbel im «pot au feu» Pavillon. Mit musikalischen Darbietungen an Saxofon, Klarinette und Gitarre werden die Objekte zum Verkauf angeboten, das Publikum aber auch zum Bestaunen eingeladen.

Vernissage am Donnerstag, 25. Mai, von 15 bis 19 Uhr. Weitere Infos unter www.pot-au-figoe.ch

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