Wohlen
Weltweit erfolgreicher Leck-Entdecker ist in Wohlen

Der Regierungsrat Urs Hofmann war zu Gast im High-Tech-Unternehmen Wilco im «Rigacker». Dort arbeiten 110 Personen.

Lukas Schumacher
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Urs Hofmann (links) mit dem 70-jährigen Wilco-Patron Martin Lehmann; die Firma stellt Anlagen her fürs Überprüfen undichter Stellen bei Spraydosen, Ölfiltern, Pharma-Produkten, Behältern und Verpackungen. SL

Urs Hofmann (links) mit dem 70-jährigen Wilco-Patron Martin Lehmann; die Firma stellt Anlagen her fürs Überprüfen undichter Stellen bei Spraydosen, Ölfiltern, Pharma-Produkten, Behältern und Verpackungen. SL

Vor einem Jahr besuchte der aargauische «Wirtschaftsminister» Urs Hofmann die Grossküchen-Firma Elro in Bremgarten. Gestern setzte Hofmann die Freiämter Unternehmensvisite bei der Wilco an der Rigackerstrasse in Wohlen fort. Der Regierungsrat zeigte sich beeindruckt von der Produktpalette und der Innovationskraft des weltweit in Fachkreisen angesehenen Leck-Entdeckungs-Spezialisten.

Wilco-Gründer und Firmenpatron Martin Lehmann bekannte, dass er bei der Grundsteinlegung der Firma vor 40 Jahren anderes im Sinn hatte. Lehmann wollte damals in erster Linie Recycling zugunsten einer intakten Umwelt betreiben. Die Entwicklung und die Herstellung von Dichtheitsprüfmaschinen, auf denen das Unternehmen fusst, seien anfänglich nur in seinem Hinterkopf vorhanden gewesen.

110 Personen, 28 Millionen Umsatz

Im Unternehmen arbeiten 110 Personen, unter ihnen 15 Wissenschafter und Ingenieure. Sie sind hauptsächlich zuständig für die Weiterentwicklung von ausgeklügelten Prüf- und Kontrollsystemen. Auf Anlagen und Geräten der Firma, die überall auf der Welt im Einsatz sind, werden fast zahllose Produkte und Waren auf undichte Stellen untersucht. So Ölfilter in der Autobranche, Aerosol-/Spraydosen, Fläschchen und Spritzen in der Pharmaindustrie, Lebensmittelbehälter, Bierfässchen, Farbtöpfe sowie weitere Behälter und Verpackungen aller Art.

2009 betrug der Jahresumsatz rund 28 Millionen Franken. Für das Jahr 2010 wird mit einem Umsatzplus von 15 bis 20 Prozent gerechnet. Das Unternehmen floriere, erläuterte Inhaber Martin Lehmann, den Grossteil der Gewinne stecke man jeweils unverzüglich in die firmeneigene Forschung und Entwicklung. «Denn man muss stets säen, bevor geerntet werden kann.» Aktuell im Fokus stehen bei Wilco neue Prüfsysteme mittels Röntgentechnologie, Infrarot, Massenspektrometrie- sowie verfeinerter Laser- und Sensortechnik für diverse Produkte.

Standort Aargau passt

«Wir fühlen uns im Aargau und in Wohlen auch dank den guten Verkehrsanschlüssen wohl», gab Martin Lehmann zu verstehen. Erwünscht wären einzig eine umfangreichere Gewerbelandreserve am Firmenstandort Wohlen sowie ein schwächerer Franken. Die starke Währung bereite allen exportabhängigen Unternehmen Sorgen, die Wilco AG stelle keine Ausnahme dar. Anlass zum Jammern habe seine Firma aber nicht. Beleg dafür ist nicht nur die neue Betriebshalle, die derzeit für knapp 5 Millionen Franken gebaut und Ende 2011 betriebsbereit sein wird. Vielmehr verkauft das in seiner Sparte marktführende Unternehmen seine gefragten Anlagen und Geräte nicht mehr in schwächelnden Euros, sondern nur noch in harten Schweizer Franken.

Martin Lehmanns Erfahrung machten sich EU- und UNO-Behörden zunutze. Er und seine Firma halfen massgeblich mit, weltweite Standards festzusetzen bei der Dichtheitsüberprüfung von Aerosoldosen.

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