Gesamtkonzept Verkehr
Vorfahrt für den Langsamverkehr in Muri

Das kommunale Gesamtkonzept Verkehr versteht sich als Mobilitätskonzept für die ganze Gemeinde Muri.

Eddy Schambron
Drucken
Teilen
Mit der Sanierung der Zürcherstrasse weicht der überlastete Verkehrsknoteneinem Kreisel.

Mit der Sanierung der Zürcherstrasse weicht der überlastete Verkehrsknoteneinem Kreisel.

Eddy Schambron

Im Herbst geht es endlich los mit einem Ziel, das auch das neue Kommunale Gesamtkonzept Verkehr (KGV) formuliert: Mit der Sanierung der Zürcherstrasse weicht auch der Knoten Zürcher-/Talstrasse einem Kreisel.

Am Informationsabend zeigten die Gemeinderätinnen Milly Stöckli und Christine Brun sowie Mitglieder der vom Gemeinderat eingesetzten Begleitkommission auf, um was es beim KGV geht (AZ vom 25. August). «Es ist ein Mobilitätskonzept für die ganze Gemeinde», unterstrich Brun. Und Stöckli machte klar, dass das behörden- und verwaltungsverbindliche neue Instrument zwingende Voraussetzung für die Revision der Nutzungsplanung ist.

Gegen Riesenstaus

Wenn alles gebaut ist, was geplant ist, dann zählt Muri 2860 Einwohner mehr. «Von diesen werden einige auch ein Auto besitzen», meinte Roman Strebel von der Planungskommission trocken. Oder anders gesagt: Wenn nichts unternommen wird, werden sich die schon heute zu den Hauptverkehrszeiten vorhandenen Staus zu lange Autoschlangen auf alle Seiten des Dorfes bilden.

Das KGV will deshalb Möglichkeiten und Visionen aufzeigen, was unternommen werden kann, um den Verkehrskollaps und eine noch weitergehende Umweltbelastung abzuwenden. «Druck und Anreiz» ist eine Möglichkeit, wie Bernhard Matter ausführte: Parkierungsgebühren als Druck, attraktive Angebote für Velofahrer und Fussgänger als Anreiz zum Beispiel.

Dazu gehört ein gutes Radwegnetz mit einem schon länger angedachten «Velo-Highway» entlang der Bahnlinie bis zum Bahnhof. Oder weitere Tempo-30-Zonen, zumal sich die bisher eingeführten laut Aussage von Stöckli bewähren: «Wie die Regionalpolizei ermittelt hat, halten sich auf der Kirchbühlstrasse 90 Prozent an das Tempolimit, über 34 Stundenkilometer fuhr niemand.» Auch der öffentliche Verkehr soll noch attraktiver werden, damit das Umsteigen vom Auto auf den Bus oder die Bahn leichter fällt.

Ortsbus, Tempo 30

In der Diskussion wurde denn auch bemängelt, dass der Industriebus zu früh aufgegeben wurde. Auch wurde wieder der Wunsch nach einem Ortsbus für Muri geäussert. Weitere Tempo 30-Zonen waren genauso ein Thema wie die Eliminierung schwieriger Strassenquerungen, zum Beispiel auf der Luzernerstrasse. Hier konnte Stöckli Hoffnung machen. «Ziel ist es, nach der Sanierung der Zürcherstrasse den Ausbau der Luzernerstrasse in Angriff zu nehmen.»

Im Herbst soll es nun mit der Zürcherstrasse losgehen. Nach ihrer Fertigstellung 2017 wäre dann die Neugestaltung der Luzernerstrasse mit Einspurstrecken dran. «Das sollte eine grosse Verbesserung geben.» Stöckli wehrte sich gegen den Vorwurf, der Gemeinderat mache zuwenig für die Sicherheit der Verkehrsteilnehmenden. «Manchmal sind von uns gewünschte Massnahmen gar nicht möglich, weil sich der Kanton dagegen sperrt».

Nützlich sei auch, nicht nur von der Gemeinde zu fordern, sondern mit gutem Beispiel voranzugehen und das Auto stehen zu lassen. 50 Prozent des Verkehrs in Muri ist «hausgemacht.» Schliesslich machte Gemeindepräsident Hampi Budmiger darauf aufmerksam, dass man sehr wohl Visionen entwickeln und Forderungen stellen könne. «Aber am Schluss muss man sie auch bezahlen können.»

Die Mitwirkung der Bevölkerung ist gefragt. «Formulieren Sie Anliegen, machen Sie Vorschläge», munterte Stöckli die Anwesenden am Informationsabend auf. Das KGV kann auf der Homepage der Gemeinde Muri eingesehen werden. Ab sofort bis Freitag, 4. September, werden die wichtigsten Plakate im Zugangsbereich zur Einwohnerkontrolle ausgestellt. Von Montag, 31. August, bis Freitag, 4. September, sind jeweils zwei Mitglieder der Begleitkommission von 18 bis 19 Uhr vor Ort und geben Auskunft.

Aktuelle Nachrichten