Fasnacht im Freiamt
Von Gemeinderäten und anderen armen Sündern: Auszüge aus den Schnitzelbänke

Nicht nur in Wohlen waren die Schnitzelbänkler unterwegs. Die AZ präsentiert Auszüge von den AFS (Anonyme Fasnächtler Sarmenstorf) und der Krähe aus Villmergen.

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Sozusagen ein Bad in der Menge: Der Blick aus dem Wagen der Kammergesellschaft zeigt den grossen Publikumsaufmarsch in Wohlen.
10 Bilder
Traumjet 5604 aus Händschike.
Knabenpanzer des Knabenvereins Aesch.
Für einmal Ärzte im Überfluss: Leue Clique Boswiil.
Beeindruckender Drache in den dichtgesäumten Wohler Strassen.
Dieser Geist macht niemandem Angst.
Nebelriiter Niederwil mit ihrem Geisterschloss.
Olympia wohlen lässt Air Berlin am Boden.
Ein tüchtiger Hosenlupf.

Sozusagen ein Bad in der Menge: Der Blick aus dem Wagen der Kammergesellschaft zeigt den grossen Publikumsaufmarsch in Wohlen.

Corinne Schlatter

AFS (Anonyme Fasnächtler Sarmenstorf)

Im Töneli sini Wärchtigszitig,

chond vom Mäntig bis am Fritig.

D Sonntigszitig am Samstig tuet nur nütze,

zum d Papiersammlig z’unterstütze.

Bim RTL 2 i sonere Schau,

stönds füdliblutt det - ganz genau.

Bi de Schnäbeli gnau äne luege cha nid schade,

vellecht ghört eis devo uf Bade.

Scho zwoi Johr hämmer über s Storchenäscht gsunge,

mit drü Junge isch das au glunge.

Nur im Sagefeld will eifach nüd glinge,

de Omi und Regula chönd es Liedli singe.

Sion heisst uf Dütsch au Sitte,

aber die guete Sitte, die händ glitte.

Das isch doch wörkli kei feini Sach,

de Constantin gid im Fringer ufs Dach.

Bim FC Sarmistorf gits do meh Spass,

die machid es bsunders Turnier im Jass.

De Stargast Amhof hed nid dörfe starte,

dä könnt numme gäli und roti Charte.

De Personalwächsel uf de Gmeindsverwaltig,

esch nach wie vor sehr gewaltig.

Dass mer s Organigramm immer cha aktualisiere,

händs bim Igang müesse e Fotichaschte montiere.

Bi de Gmeindrotsreis uf Rom,

ghört en Vatikanbsuech zum guete Ton.

De Gemeindrot stod vor em Pabst mit offne Münder,

dä schlod s Chrüz und seid: «sälte gsehn ich so grossi Sünder».

Esch das Geld würkli ned für d Chatz,

e Toifgarage underem Lindeplatz?

Was mer dene Träumer chöntid biete,

de Täschler hät no Garage z vermiete.

Jede Herbst tued Gmeind mit zwee Chare,

eusi Alte durs Schwizerländli fahre.

Für d Seniore-Reis wüsstid mer au es Ziel,

Fischer Bettware – Au - Wädenswil.

Ech be missbrucht worde schreit e Frau,

und Millione schribed «MEE TOO» – ich au.

D’ Leuthard tued druf abe «poste»,

dä Kuss vom Juncker wird 1 Milliarde choschte.

Für d Luzia vom Denner gits es grosses Lob,

si macht im Lade en Super-Job.

De Chäli hockt uf em Bänkli und gaffet,

wie d Luzia im Lade inne schaffet.

Buddy chomm und Buddy hilf,

d Jacqueline stod vor em Chrüz im Schilf.

Es flüsst kei Blut, es häd nid noch Brand groche,

einzig e künstliche Nagel isch broche.

God s Ottili ab und zue go reise,

muess de Schnyderli Toni glich öppis speise.

Er chochet Spaghetti und wundert sich wie- n- es Chind,

warum wird de Gummi um d Spaghetti ned lind?

E Ushilf vo de Raiffisebank,

seid: «Jetzt chond öpper, Gott sei Dank.

Ech ha mi usebschlosse, i tue mi geniere,

chönnte si bitte uf Villmerge telefoniere?»

Als Hobby ged de Joe Distanzwandere a,

det chan er vo eim Kanton zum andere gah.

Nur z Fuess händ für ihn grossi Distanze e Reiz,

im Dorf fahrt er mit em Auto vo Beiz zu Beiz.

D Wendelkapelle werd weder saniert,

drum werded d Bänk allpot ummontiert.

De Kuratle heds ned welle verbocke,

TROTZDEM – fast hätt de Chlaus müesse a Bode hocke.

Es rucke us 100 Ma und bald,

stoht d’ Felberhütte vercholet im Wald.

Noch em Shisha rauche und em kiffe,

sett mer amigs no uf s Füür ue schiffe.

Dobe uf ere schöne Alp,

gids Berge, Chäs, Milch, Chüeh und öppe es Chalb.

Uf de Herzalp gids nur Glühwy und Nüssli zum bisse,

und es Pixiklo zum schisse.

Früehner heds im Wilde Ma,

zwe jungi, wildi Fraue gha.

Jetze hetts, nemmt mers ganz genau,

3 wildi Manne und 1 Frau.

Eine vo dene Herre, dene hehre,

tued ois als Zunftmeister beehre.

Luegid de guet, wer steckt im Ornat,

im Wilde händs en zwoite Tobias parat.

Äh und äh und äh und äh,

usser äh isch nüd z vernäh.

Mer äh hoffid äh, dass alles äh besser werd,

danke Herr Schneider Ammann für die Red.

Krähe, Villmergen

Endlich - endlich - endlich - endlich ,

dank de Ortsbürger- ihrem Chole,

endlich - endlich - hämmer de schöner

Wiehnachtbaum as Wohle!

I de Rieteberg-Zytig - e ganzi Siite,

nur Gschwindigkeitsmässige - i spinne,

Gschwindigkeitsmässige - sett mer emol mache,

aber deet obe - im Gmeindshuus inne!

Au ich bin - en Rassischt ,

sogar e Kanibal - ganz versässe,

aber ich tue halt - fürs Lääbe gern,

e Mohrechopf ässe!

Me too - me too - au ich bin

scho sexuell belästigt worde - vo Fraue,

scho bi de Geburt - hed nämmli d Hebamme,

mer eis ufs blutte Födli ghaue!

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