Villmergen
Das Freiamt wird noch grüner: Schulkinder pflanzen 70 Bäume – so wird das Farngut zum Biohof

Biodiversität ist im Unterfreiamt angekommen. Das beweisen drei völlig unabhängige Schulprojekte. Eines davon im Villmerger Farngut: Es wird zum Biohof umfunktioniert. Dafür pflanzen Schulkinder 70 Hochstammbäume, die schon von der Bullenberg-Kreuzung aus zu sehen sein werden.

Andrea Weibel
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Der Landwirtschaftbetrieb Farngut der Koch-Berner-Stiftung stellt in den nächsten zwei Jahren auf Bio um. Eine Klasse der Schule Villmergen pflanzt mit Bauer Reto Heiniger (ganz links) Hochstammbäume.

Der Landwirtschaftbetrieb Farngut der Koch-Berner-Stiftung stellt in den nächsten zwei Jahren auf Bio um. Eine Klasse der Schule Villmergen pflanzt mit Bauer Reto Heiniger (ganz links) Hochstammbäume.

Alex Spichale

Es ist November, eigentlich würde die Natur ruhen, Gartenhandschuhe und Spaten hätten Winterpause. Davon wollen die Unterfreiämter Schulklassen jedoch nichts wissen. Gleich drei Organisationen und Schulen hatten dieselbe Idee: Sie pflanzen Bäume und Sträucher, um die Biodiversität zu unterstützen. Die Kanti Wohlen machte den Anfang. Fast alle der 39 Klassen pflanzten zusammen knapp 50 Bäume und über 200 Meter Hecken.

Als zweite nahmen die Villmerger Schüler ab der fünften Klasse den Spaten in die Hand. Und als dritte waren es die Oberstüfler des Wohler Schulhauses Bünzmatt, die gemeinsam 1800 Sträucher gepflanzt haben. Die AZ war bei allen drei Pflanzungen dabei. Überall waren die Kinder und Jugendlichen voller Elan dabei, auch wenn sie kaum abschätzen konnten, wie viel Gutes sie für Amphibien, Insekten und Vögel tun.

Landwirt Reto Heiniger hilft den Drittklässlerinnen und Drittklässlern, den Apfelbaum zu pflanzen.

Landwirt Reto Heiniger hilft den Drittklässlerinnen und Drittklässlern, den Apfelbaum zu pflanzen.

Alex Spichale

Farngut wird zum Biohof – die Schulkinder helfen mit

Der Villmerger Landwirtschaftsbetrieb Farngut nahe der Bullenberg-Kreuzung ist seit deren Gründung 1953 Bestandteil der Koch-Berner-Stiftung. Hier wohnte damals das Ehepaar Josef und Aline Koch-Berner, das durch die Strohindustrie zu gewissem Reichtum gekommen war und das kulturelle und soziale Dorfleben unterstützen wollte.

Das Farngut umfasst rund 26 Hektaren Land und wird von Landwirt Reto Heiniger in dritter Generation bewirtschaftet. Nun hat der Stiftungsrat um Präsident Hans-Mathias Käppeli entschieden, es innert zwei Jahren Übergangszeit in einen Biohof umzuwandeln.

Hans-Mathias Käppeli, Präsident Koch-Berner-Stiftung, Landwirt Reto Heiniger, Gesamtschulleiter Iso Kalchofer und Lehrerin Gabriela Arnet pflanzen symbolisch einen Nussbaum beim Farngut.

Hans-Mathias Käppeli, Präsident Koch-Berner-Stiftung, Landwirt Reto Heiniger, Gesamtschulleiter Iso Kalchofer und Lehrerin Gabriela Arnet pflanzen symbolisch einen Nussbaum beim Farngut.

Alex Spichale

Eine solche Verwandlung ist eine perfekte Möglichkeit, um auch Schulkindern zu zeigen, was Landwirtschaft, Biodiversität und gesunde Ernährung eigentlich bedeuten. Dies fand nicht nur der Stiftungsrat, sondern auch die Schule Villmergen. «Wir profitieren so oft von der Koch-Berner-Stiftung, dass wir etwas zurückgeben möchten», sagt Schulleiter Iso Kalchofner. Er fügt hinzu:

«Ausserdem ist es pädagogisch sehr wertvoll, wenn die Schülerinnen und Schüler selber merken, wie viel Arbeit es ist, Bäume zu pflanzen.»

Knapp 70 Apfel-, Birnen- und Zwetschgenbäume haben die etwa 150 Schülerinnen und Schüler gepflanzt und hatten dabei viel Spass. «Das Graben des Lochs war streng», berichten Rian, 10, und Jeremy, 11.

«Ich glaube, meine Schuhe waren noch nie so dreckig», sagte die 10-jährige Lara nach ihrem Einsatz auf der Wiese voller Freude.

«Ich glaube, meine Schuhe waren noch nie so dreckig», sagte die 10-jährige Lara nach ihrem Einsatz auf der Wiese voller Freude.

Alex Spichale

Lara, 10, fügt hinzu: «Ich glaube, meine Schuhe waren noch nie so dreckig. Aber wir würden sofort noch mehr Bäume pflanzen, wenn wir dürften.» Ihre Freundin Michelle, 11, nickt begeistert. Lehrerin Gabriela Arnet, die die Zusammenarbeit eingefädelt hat, freut sich sehr über die positiven Rückmeldungen.

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