Villmergen

Versuchte Brandstiftung im Fitness-Studio: Staatsanwalt fordert sechs Jahre

Das Fitness-Studio nach der versuchten Brandstiftung.

Das Fitness-Studio nach der versuchten Brandstiftung.

Die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten hat Anklage gegen einen 33-jährigen Schweizer erhoben. Der Vorwurf: Er soll eine Drittperson angestiftet haben, in seinem Fitness-Studio in Villmergen einen Brand zu legen.

Es war ein kleines Wunder: In der Nacht auf Montag vom 1. auf den 2. April 2012 schütteten Unbekannte rund 30 Liter Benzin auf den Boden und die Fitnessgeräte im Studio Ultimate Gym aus. Ein Funke hätte genügt - und das Studio in Villmergen wäre buchstäblich in die Luft geflogen. Den Tätern gelang es allerdings nicht, den Brennstoff zu entzünden. Stattdessen konnte die Feuerwehr Villmergen den explosiven Dampf mit Lüftungsgeräten aus dem Gebäude blasen.

Versuchte Brandstiftung und Handel mit Anabolika: Staatsanwaltschaft fordert sechs Jahre Gefängnis für Betreiber von Fitness-Studio

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Festnahmen im letzten November

Nun erhebt die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten Anklage wegen versuchter Brandstiftung gegen den Besitzer des Studios, einen 33-jährigen Schweizer. Wie Mediensprecherin Elisabeth Strebel sagt, ist er geständig. Er habe einen einen 24-jährigen Bosnier beauftragt, in seinem Fitness-Studio einen Brand zu legen. Der Inhaber wollte die Versicherung um die Versicherungssumme prellen.

Der Bosnier ist ebenso geständig, hat jedoch ausgesagt, in jener Nacht selbst nicht im Fitness-Center gewesen zu sein. Er will zwei weitere Personen mit der Brandstiftung beauftragt haben. «Er hat ausgesagt, er habe sie beauftragt, ohne zu wissen, wer sie sind», sagt Elisabeth Strebel. Von diesen beiden Männern fehlt jede Spur.

Der Schweizer und der Bosnier sassen ab November 2012 für einige Wochen in Untersuchungshaft, sind aber schon seit einigen Monaten wieder auf freiem Fuss. Das Verfahren gegen den Bosnier läuft noch.

Besitzer lässt eigenes Fitnessstudio anzüden

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Auch illegal mit Antiobiotika und Potenzmitteln gehandelt

Der nun ehemalige Inhaber des Fitness-Studios muss sich ausserdem gegen weitere Vorwürfe vor Gericht verantworten: Ihm wird auch vorgeworfen, mit vielen illegalen Anabolika und Potenzmittel gehandelt zu haben. Konkret lautet der Vorwurf auf sogenannte qualifizierte Widerhandlungen gegen das Heilmittelgesetz und mehrfache Geldwäscherei. Die Staatsanwaltschaft fordert eine Freiheitsstrafe von 6 Jahren (unbedingt) und eine Busse von 10 000 Franken. Wie Elisabeth Strebel festhält, hat der Bosnier nichts mit dem Medikamentenhandel zu tun.

Versuchter Barandanschlag in Villmergen

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Im Zusammenhang mit dem illegalen Medikamentenhandel hat die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten weitere Strafverfahren eröffnet. Die umfangreichen Untersuchungen gegen drei weitere Beschuldigte wegen Widerhandlungen gegen das Heilmittelgesetz und mehrfacher Geldwäscherei sind noch hängig.

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