Unterlunkhofen
Es ist mit Kosten von bis zu 9 Millionen zu rechnen: Weshalb die Erschliessung Mühlegg von kantonaler Bedeutung ist

Die Gemeinde Unterlunkhofen plant derzeit die Erschliessung des Gebietes Mühlegg. Rund 150 Wohneinheiten könnten dort realisiert werden. Über einen entsprechenden Kredit befinden die Stimmberechtigten an der Gmeind.

Walter Christen
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Das Gebiet Mühlegg in Unterlunkhofen soll erschlossen werden. Ein Teil dieser Anlagen werde bereits mit den Sanierungsarbeiten an der Zugerstrasse erstellt, die bereits begonnen haben.

Das Gebiet Mühlegg in Unterlunkhofen soll erschlossen werden. Ein Teil dieser Anlagen werde bereits mit den Sanierungsarbeiten an der Zugerstrasse erstellt, die bereits begonnen haben.

Melanie Burgener

Ein rund fünf Hektaren umfassendes und noch weitgehend unbebautes Gebiet südöstlich der mitten durch das Dorf führenden Zugerstrasse – das ist die Mühlegg in Unterlunkhofen. Es könnten dort etwa 150 Wohneinheiten für über 300 neue Einwohnerinnen und Einwohner erstellt werden. Doch zuerst muss die Erschliessung dieses grössten zusammenhängenden Baugebiets im Aargau erfolgen.

Dafür ist mit Kosten zwischen 8 und 9 Millionen Franken zu rechnen. «Es handelt sich um ein Jahrzehnteprojekt», betonte Gemeindeammann Peter Hochuli am Mittwoch bei seiner Begrüssung der rund 40 Gäste an der öffentlichen Informationsveranstaltung.

Und in der Tat: Bereits im Rahmen der Güterregulierung wurde die Linienführung der Erschliessungsstrassen im Gebiet Mühlegg im Baugebiet festgelegt und das für den Ausbau erforderliche Land dazu ausgeschieden. Mit Beschluss der Gemeindeversammlung vom Juni 2000 wurde das Baugebiet definitiv der Bauzone zugewiesen. Am 1. April 2019 wurde der Gestaltungsplan vom Kanton genehmigt.

«Das ganze Baugebiet wird auf einmal erschlossen»

«Der Gemeinderat hat entschieden, das ganze Baugebiet Mühlegg auf einmal erschliessen zu lassen. Und erstmals überhaupt in unserer Gemeinde wurde einer privaten Erschliessung zugestimmt», führte Gemeindeammann Hochuli aus. In der Folge vereinigten sich die Landeigentümer in der Interessengemeinschaft Erschliessung Mühlegg, die sämtliche Ausgaben im Zusammenhang mit dem Projekt vorfinanziert. Die IG war es auch, die die Erschliessung initiiert und die Planung in Auftrag gegeben hat, wie Präsident Roland Stöckli erläuterte.

Die Gemeinde muss sich an den erwähnten Gesamterschliessungskosten mit einem Betrag von 1,33 Millionen beteiligen. Über den entsprechenden Kredit befinden die Stimmberechtigten an der Budget-Gemeindeversammlung vom 19. November.

Dem Vernehmen nach wird ein kleiner Teil der Erschliessungsanlagen bereits mit der Sanierung der Zugerstrasse erstellt, die diesen Herbst begonnen hat. Das ist einerseits die Transformatorenstation auf Höhe der neuen Bushaltestelle. Andererseits ist es der Retentionskanal, also ein Rückhaltesystem für Oberflächen- und Dachwasser, für das Sauberwasser aus dem Baugebiet zwischen der Mühlegg- und der Zugerstrasse.

Der Kredit für die Retentionsanlage wurde von der Gemeindeversammlung bereits im Juni 2019 genehmigt. Über den Kreditantrag für die Trafostation in der Höhe von 743'000 Franken wird ebenfalls nächste Woche an der Gmeind entscheiden.

Auch Wanderverbindungen und ein Spielplatz werden berücksichtigt

Stefan Sameli, Projektleiter vom Ingenieur- und Planungsbüro KIP in Wohlen, erklärte: «Bei der Strassenerschliessung befinden wir uns gegenwärtig in der Planungsphase. Die Mühleggstrasse wird die Haupterschliessungsstrasse in diesem Gebiet, Reben- und Burgstrasse sind die Bezeichnungen der weiteren Strassen.»

In der Erschliessung berücksichtigt werden unter anderem auch die Wanderwegverbindungen sowie ein Kinderspielplatz, der sich noch als Konzept in der Planung befindet. Die Elektrizitätserschliessung sei noch offen, wie der Projektleiter formulierte.

Es wird mit der Erschliessungsprojektauflage im März/April 2022 gerechnet und mit Rodungsarbeiten im Winter des nächsten Jahres. Der eigentliche Baustart für die Erschliessung Mühlegg soll 2023 erfolgen. Die Bauzeit für die Strassen und Werkleitungen beträgt rund zwei Jahre. Frühstens ab 2025 kann mit dem Bau der ersten Liegenschaften begonnen werden. Der Gestaltungsplan regelt den Bau von Einfamilien- und kleinen Mehrfamilienhäusern. Im Zentrum des Gebiets Mühlegg ist verdichtetes Bauen mit Terrassenhäusern möglich.

Die Bauarbeiten werden von regionalen Unternehmen ausgeführt

In der Diskussionsrunde am Mittwoch wurde unter anderem die Problematik mit dem Mehrverkehr angesprochen. Dazu der Gemeindeammann:

«Wir müssen abwarten, wie sich die Verkehrssituation entwickelt. Aber wir wollen auf jeden Fall eine Tempo-30-Zone beantragen.»

Ein Votant sorgte sich bereits um die Qualität der Erschliessung. Doch Projektleiter Sameli und IG-Präsident Stöckli vermochten ihn zu beruhigen, indem sie betonten, die Bauarbeiten würden von namhaften regionalen Unternehmen ausgeführt.

Die Gemeinde zählt gegenwärtig etwa 1500 Einwohnerinnen und Einwohner. «Aber Unterlunkhofen wird wachsen», stellte Gemeindeammann Peter Hochuli am Schluss der Infoveranstaltung fest.