Bremgarten
Statt anstossen das Bier heimschicken lassen – der Biertag einmal anders

Der 4. Bremgarter Biertag wird vom Mai in den Oktober verschoben. Das OK hat sich als Trost eine spezielle Aktion einfallen lassen.

Marc Ribolla
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Am Bier brauen: Patrick Rime, Raphael Jutzeler und Raphael Felder (von links).

Am Bier brauen: Patrick Rime, Raphael Jutzeler und Raphael Felder (von links).

Aargauer Zeitung

Viel Herzblut und Engagement steckt Raphael Jutzeler in sein Baby, wie er es selbst bezeichnet. Das Baby ist der jährliche Bremgarter Biertag, den er vor drei Jahren ins Leben gerufen hat. Doch dieses Jahr siehts anders aus. Aus dem Frühlingsanlass wird gezwungenermassen ein Herbstanlass. Wegen dem Coronavirus muss man sich statt dem 16. Mai neu den 10. Oktober in der Agenda fürs Anstossen und Degustieren eintragen.

Im Vorjahr gönnten sich rund 600 Personen im Reussbrückensaal die Vielfalt der Biere einer Handvoll Aargauer Kleinbrauereien. Jutzeler ist der Inhaber der Bremgarter Handcraft-Brauerei Reuss-Schlaufe und wird im Biertag-OK von Raphael Felder und Patrick Rime unterstützt. Das Trio hat heuer auch den entsprechenden Biertag-Verein gegründet. Der Frust über die Verschiebung hält sich in Grenzen, die Hoffnung auf die Durchführung im Oktober ist gross.

„Natürlich ist es schade, dass es nun noch nicht klappt. Wir haben aber gute Partner, die mit uns zusammenarbeiten“, sagt Jutzeler. Diese Woche wurden die 600 bestellten Biertag-Sammelgläser geliefert. Diesbezüglich ist die Verschiebung kein Unglück. „Unsere Gläser haben keine Jahreszahl sondern lediglich das Logo sowie die Ausgabe aufgedruckt. Wir könnten sie schlimmstenfalls auch nächstes Jahr verwenden“, erklärt Jutzeler. Auch die Dekorationsmaterialien sind alljährlich identisch und verursachen keine zusätzlichen Kosten.

Zeichen der Solidarität gegenüber Bierbrauerszene

Die Bierliebhaber müssen allerdings nicht bis in den Herbst auf die speziellen Biere verzichten. Als besondere Aktion können Interessierte ab sofort auf der Website bremgarterbiertag.ch wöchentlich ein Sixpack mit einer Bier-Auswahl von Brauereien beziehen, die im Mai am Biertag mitgemacht hätten.

Dies sind Heero Swiss Craft Beer (Oberentfelden), Kunstwerk Craft Beer (Wohlen), Büchler Bier (Mägenwil), Erusbacher&Paul (Villmergen), Lägere Bräu (Wettingen) und die Reuss-Schlaufe. „Wir möchten so auch ein kleines Zeichen der Solidarität setzen gegenüber unseren Kollegen aus der Bierbrauerszene“, sagt Jutzeler.

Die Brauereien werden mit dem kompletten Ertrag unterstützt, wie viele Andere kämpfen auch diese gerade in der aktuellen Krise mit Umsatzeinbussen und freuen sich über besondere Aktionen. „Gerade Mikro- und Kleinbrauereien sind es wert, gefördert und unterstützt zu werden. Sie tragen einen wertvollen Beitrag zur Biervielfalt bei.“, hebt Patrick Rime, der die Aktion des Bremgarter Biertags mit seinem Projekt Webbrauerei unterstützt, hervor.

Die Produktion hat die Reuss-Schlaufe Brauerei übrigens trotz Corona-Zeiten, geschlossenen Restaurants und verschobenem Biertag nicht ganz eingestellt, aber reduziert. Letztes Wochenende brauten Jutzeler und seine Kollegen ganz nach alter Tradition 60 Liter ihrer Version eines altsächsischen Rotbiers mit dem Namen „Johanna’s Redale by Reuss-Schlaufe“.

„Das Brauen ist eine Leidenschaft und bedeutet viel Handarbeit“, erwähnt Jutzeler. Aktuell hätten sie noch etwa 200 Liter Vorrat an Lager. Die Jahresproduktion beläuft sich auf rund 2500 Liter.

24. April - Schweizer Tag des Bieres

Am 24. April feiern die Schweizer Bierbrauer den Tag des Schweizer Bieres. Wegen Corona fallen aber alle geplanten Aktivitäten wie Offene Brauereitüren, Degustationen oder Gratisbier aus. Trotzdem möchte der Schweizer Brauerei-Verband (SBV) den Tag gebührend zelebrieren. Einerseits feiert ein neuer Image-Film rund um die Braukunst und -kultur seine Premiere, andererseits ruft der SBV alle Schweizer Biertrinkerinnen und Biertrinker zum virtuellen Anstossen auf. In einer Mitteilung heisst es: „Dazu öffnen alle ihr Lieblingsbier, stehen auf den Balkon oder schauen aus dem Fenster, heben das Glas an und rufen laut Prost.“ Beiträge in den Sozialen Medien sollen zudem unter dem Hashtag #tdsb2020 gepostet werden. (rib)