Auf dem Hof
So entsteht die Rüeblimärt-Deko – «Der Aufwand ist enorm gross»

Am Rüeblimärt in Aarau sind jene Rüebli, die die Stände in allen möglichen Formen schmücken, genauso beliebt wie jene, die man kaufen und essen kann. Auf dem Hof der Furrers im luzernischen Schongau, gleich ennet der Grenze zum Freiamt, wird jeweils am Tag vor dem Märt stundenlang an kreativen Dekorationen gearbeitet. Ein Augenschein.

Simone Morger
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Soviel ist klar: Alleine geht gar nichts. Neun Helfer sind an jenem Dienstag vor dem Rüeblimärt auf dem Hof von Mette und Hansueli Furrer einen Tag lang beschäftigt. Drei weitere arbeiten gleichzeitig in Aarau am Aufbau der Stände.

Seit etwa acht Jahren fahren Furrers mit ihren Produkten jeweils Anfang November an den Rüeblimärt nach Aarau. Ihr Hof liegt im Luzernischen, über dem Hallwilersee, eng an die Kantonsgrenze zum Aargau geschmiegt. Furrers betreiben Rindermast, haben einen Legehennenstall, bauen Gemüse an.

Nicht alle der gut drei Tonnen Rüebli, die es an ihren zwei Ständen am Mittwoch in Aarau zu kaufen gibt, kommen vom eigenen Hof. Ein Teil kommt von weiteren Gemüsebauern aus der Region. «Aus dem Aargau», wie Hansueli Furrer versichert. Sogar Bioware sei dabei. Er hat gemerkt: «Das ist ein Thema bei den Kunden.»

Monatelange Planung

Auch ein Thema ist die Dekoration. Letztes Jahr präsentierten Furrers ein viel fotografiertes Glücksrad aus verschiedenfarbigen Rüebli-Rugeli. Ein solches gibt es auch dieses Jahr wieder.

Die Arbeiten kurz vor dem Markt sind nur die Spitze des Eisbergs. Drei Monate vorher machen sich Furrers die ersten Überlegungen zur Dekoration. «Wir wollen immer wieder etwas Neues bieten», sagt Mette Furrer. Auch, was die Produkte anbelangt. Alle Konfitüren – Rüebli-Ingwer ist besonders beliebt –, macht sie selbst, neuerdings auch Balsamico-Essig aus den nicht verkauften Beeren.

Wenn sogar der Hund Gemüse frisst, ist Rüeblimärt-Zeit – Hofhund Sonny im Sägemehl.
20 Bilder
Die frisch geernteten Rüebli ...
... werden geputzt.
Damit sie schliesslich den Stand zieren ...
... und verkauft werden können. Im Bild: Mette Furrer.
Manche von ihnen sind ganz besonders.
Noch mehr Rüebli warten auf ihren grossen Auftritt am Rüeblimärt.
Die Confi ist selbstgemacht.
Mette Furrer (l.) bereitet die Ware für den Rüeblimärt vor.
«Wir machen das gern»: Hansueli Furrer.
Neun Helfer sind am Tag vor dem Rüeblimärt auf dem Hof im Einsatz.
Die Rüebli-Rugeli ...
... verwandeln sie zum Beispiel in einen Hasen.
Die «Gemüse-Gesichter» dürfen nicht fehlen. Ob aus Kürbissen ...
... oder Selleriewurzeln.
Neugierige Beobachter.
Stolz präsentiert Mette Furrer ...
... ihren Kofferraum voll Rüeblitorten und -törtchen. 117 sind es, um genau zu sein.
Gebacken von einer Bäckerei in Döttingen – gemäss Mette Furrers Hausrezept.

Wenn sogar der Hund Gemüse frisst, ist Rüeblimärt-Zeit – Hofhund Sonny im Sägemehl.

Simone Morger

Zudem haben Furrers eine Rauchwurst mit Rüebli, Rüebli-Weichkäse, Rüeblisaft, Rüebli-Brot oder Rüebli-Torten und -törtchen im Angebot. Letztere bäckt eine Bäckerei aus Döttingen – streng nach Mettes lang erprobtem Hausrezept. Das Rüebli-Risotto kocht eine Bäuerin aus Hitzkirch. Alleine geht eben nichts.

«Hauptsache, die Rechnung geht auf»

Die Dekoration, meint Hansueli Furrer, sei eine Auflage am Rüeblimärt. Ohne diese ist ein Stand kein richtiger Rüeblimärt-Stand. «Würden wir das nicht mehr machen, würden die Leute nicht mehr kommen», ist er sicher.

Er bestätigt aber auch, dass der Aufwand «enorm gross» ist. «Das ganz grosse Geschäft machen wir an diesem Tag nicht. Aber Hauptsache, die Rechnung geht auf.» Und das sei bis jetzt immer der Fall gewesen.

Deshalb gehört zum Rüeblimärt wohl auch eine rechte Portion Leidenschaft. Oder wie es Hansueli Furrer sagt: «Es ist eine Freude für uns, wir machen das gern.»

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