«S’Schmede Erwin» ist verstorben

Anton P. Meier
Merken
Drucken
Teilen
Erwin Wirth-Meier (1949–2020)

Erwin Wirth-Meier (1949–2020)

Bild: zvg

Erwin Wirth kam am 24. Februar 1949 als zweitältester Sohn von Hildegard und Hans «s’Schmede» Wirth zur Welt. Er wuchs in einem Haus mit Schmitte an der Mühlestrasse 2 in Waltenschwil mit drei Brüdern auf und hatte eine frohe Jugend, obwohl er früh mitanpacken musste. Auf dem Vorplatz stand eine Schaukel – weit und breit die einzige. An manchen Nachmittagen musste man Schlange stehen zum «ritiseile».Auch spielte er ganze Nachmittage Monopoly und liebte seine Märklin-Eisenbahn. Erwins Eltern waren auch die Ersten, die einen Fernseher hatten.

Schon früh wusste Erwin, dass er Automechaniker werden wollte. Er absolvierte die Lehre, danach folgte die Meisterprüfung. Er war schweizweit einer der jüngsten eidg. diplomierten Automechaniker.

1973 heiratete er Helen und bezog 1975 mit ihr das neu erstellte Haus am Mühleweg. 1969 absolvierte er die Rekrutenschule als Panzermechaniker und war ein gefragter Spezialist. Als Fachmann trat er 1973 in die Mercedes-Benz AG Schlieren, als stv. Garage-Chef, ein. Ihm wurde die Lehrlingsausbildung anvertraut. Später übernahm er die Betriebsleitung und führte die Werkstatt zum Erfolg. Erwin realisierte Ideen, wie das erste Pneu-Hotel der Schweiz, wo Kunden Reifen einlagern konnten. Jedoch hatte die Ausbildung bei ihm erste Priorität. Auf seine Initiative konnte er eine Lehrlingswerkstatt aufbauen. Bei den Abschlussprüfungen glänzten seine Lernenden mit Bestnoten und belegten oft erste Plätze. 2009 übernahm er bei der Planzer Transport AG, Dällikon, die Ausbildung. 2014 ging er in den verdienten Ruhestand.

Zum Ausgleich fuhr er viel Rennvelo. Jeden Frühling verbrachte er mit Freunden eine Trainingswoche in Sardinien. Er sah alle Premieren der James-Bond-Filme. Und er war ein Auto- und Töff-Freak. Mit Freunden besuchte er viele Formel-1-Rennen. Die Passion des Harley-Fahrens teilte er mit seiner Frau. Immer wieder erzählte er von den Harley-Touren in der Schweiz, in Südafrika und vor allem in Amerika, von der Route 66.

2018 wurde bei ihm ein Tumor festgestellt. Trotz diesem Schicksalsschlag war er immer zuversichtlich und unternehmungslustig. Dank seinem ­starken Willen hat er alle Therapien gemeistert – bis ihn die Kräfte verliessen. Am 16. September wurde er von seinen ­Leiden erlöst.