Ringen
Demütigende Lehrstunde gegen den Erzrivalen: Freiämter Ringer verlieren gegen Willisau

Die Freiämter Ringer haben den Kampf gegen Willisau um den Qualifikationssieg 14:16 verloren. Die spannende Begegnung vor 750 lautstarken Zuschauern in Muri gab einen Vorgeschmack, welchen Ringerkrimi die zu Nationalliga-A-Finalserie zwischen diesen beiden Teams verspricht. Doch zuerst folgen zwei Halbfinalduelle.

Wolfgang Rytz
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In letzter Sekunde erkämpfte sich der Freiämter Marc Weber (rechts) den Sieg.

In letzter Sekunde erkämpfte sich der Freiämter Marc Weber (rechts) den Sieg.

Wolfgang Rytz

Unter dem Strich blieb der Ringerstaffel (RS) Freiamt in der Bachmattenhalle eine weitere demütigende Lehrstunde gegen den Erzrivalen aus dem Luzerner Hinterland. Trainer Marcel Leutert brachte die Gefühlslage so auf den Punkt:

«Diese Niederlage ist nicht so schlimm, aber verlieren tut immer weh.»

Im Fokus steht weiterhin eine Finalserie gegen den Titelverteidiger. Da gilt es, die richtigen Schlüsse aus dem enttäuschenden Abend zu ziehen.

Willisau überraschte Freiamt mit einer starken Aufstellung und signalisierte, dass der Meister ein erstes Zeichen im Hinblick auf die Titelverteidigung setzen wollte.

Doch von Beginn weg kippte das Momentum auf Freiämter Seite. Flurin Meier feierte seinen Rekrutenschulabschluss mit einem Exploit. Er lauerte gegen den agileren Mathias Martinetti auf eine Kontergelegenheit.

Nach zweieinhalb Minuten schulterte der Murianer den 17-jährigen Walliser im Team von Willisau. Danach lief vieles, aber nicht alles für den Gastgeber. Der Pausenstand von 9:6 liess noch alles offen.

Willisauer «Machtdemonstration»

Marc Webers in letzter Sekunde erkämpfter 5:4-Punktesieg und Randy Vocks 7:0-Triumph erhöhten den Freiämter Vorsprung vor den letzten drei Mattenduellen auf 14:7.

Doch weder der Weinfelder Verstärkung Yves Müllhaupt noch Olympionike Pascal Strebel und Aufsteiger Joel Meier gelangen danach ein Punktgewinn. Die Willisauer Michael Portmann, Jonas Bossert und Mansur Mavlaev bewiesen viel ringerische Klasse und noch mehr Abgeklärtheit. Trainer Philipp Rohrer konstatierte zufrieden:

«Das war eine Machtdemonstration.»

Antipode Marcel Leutert musste neidlos eingestehen: «Da war Willisau souverän.» Freiamt fehlten die Zwillinge Nils und Nino Leutert schmerzlich. Aber auch Willisau musste auf den U23-WM-Teilnehmer Tobias Portmann verzichten.

Auch Olympionike Pascal Strebel (rechts) gelang kein Punktgewinn.

Auch Olympionike Pascal Strebel (rechts) gelang kein Punktgewinn.

Wolfgang Rytz

Deshalb relativierte Rohrer den Prestigeerfolg in Muri. «Im Final werden die Karten neu gemischt.» Darauf setzt auch die RS Freiamt. Zu denken gab den Vereinsverantwortlichen der Umstand, dass vor allem die Willisauer Fans für Hexenkesselstimmung sorgten.

Nicht nur sportlich muss die Aargauer Ringerhochburg zulegen, um einen dritten Luzerner Meistertitel in Serie zu verhindern. Zuerst gilt es jedoch den Halbfinal zu gewinnen.

Ob der Gegner Kriessern oder Einsiedeln heisst, steht noch nicht fest. Wenn die Schwyzer am nächsten Samstag gegen Willisau keinen Exploit landen, trifft Freiamt auf die St. Galler Rheintaler.

Die RS Freiamt kämpft in der letzten Qualifikationsrunde in einem bedeutungslosen Match in Beckenried gegen Schattdorf. Mehr interessiert der Vorkampf von Freiamt II gegen Winterthur. Der Hinkampf in Muri um 1.-Liga-Bronze endete 16:15 für das Reserveteam von Trainer Ivan Kron.

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