Herbst im Freiamt
Rehrücken und Kürbiskuchen: In Bremgarten gibt es auch das Herbstmenü vom Grill

Die Barbecue-Schweizer-Meister zeigen, dass auch Herbstspezialitäten sehr gut ins Grill-Menü passen.

Dominic Kobelt
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Teammitglieder von Los Grillos grillieren auch noch im Dunkeln: Patrick Haldimann (links) und Daniel Klausner.

Teammitglieder von Los Grillos grillieren auch noch im Dunkeln: Patrick Haldimann (links) und Daniel Klausner.

Dominic Kobelt

Die Uhren sind zurückgestellt, mit jedem Tag wird es früher dunkel, und das feuchte Laub auf dem Gartensitzplatz lässt die Erinnerung an die Sommer-Grillabende in weite Ferne rücken. Trotzdem ist der Grill von Patrick Haldimann noch in Betrieb: «Grillen kann man immer, auch wenn draussen schon Schnee liegt», sagt der Grillprofi.

Er ist Teil des fünfköpfigen Teams Los Grillos, das im September die Schweizer Meisterschaft im BBQ in der Kategorie Profi gewonnen hat. Ist es denn möglich, auch typische Herbstgerichte auf dem Grill zuzubereiten? «Ja sicher. Zum Beispiel werden wir diesen Herbst Wildschwein-Spareribs ausprobieren.

Auch ein ganzer Rehrücken ist möglich.» Teammitglied Daniel Klausner ergänzt: «Besonders geeignet für kältere Tage ist ein Smoker. Er funktioniert wie ein Backofen: Man kann damit das Fleisch niedergaren.»

So müsse man nicht die ganze Zeit draussen stehen, sondern könne getrost in der warmen Stube einen Glühwein trinken, während das Fleisch draussen gar wird. «Besonders für Anfänger empfehle ich, sich nach der Kerntemperatur zu richten, so weiss man genau, wann das Fleisch gar ist. Es gibt heute sogar Funkmesser, die man über ein Handy-App ablesen kann.»

Rüeblitorte aus dem Smoker

Auf dem Grill oder mit dem Smoker lässt sich aber nicht nur Fleisch zubereiten. «Herbstlich wären zum Beispiel auch Marroni. Mit ein bisschen Fantasie lässt sich aber so ziemlich alles bewerkstelligen», erklärt Haldimann. Für den Gasgrill gibt es verschiedenes Zubehör, etwa einen Wok, mit dem man Spätzli braten könnte.

Und es geht auch ausgefallen, wie Klausner erklärt: «An der Schweizer Meisterschaft haben wir zum Dessert eine Rüeblitorte im Smoker gebacken. Als herbstliche Variante wäre auch ein Kürbiskuchen denkbar.» Schmeckt ein Kuchen aus dem Smoker nicht nach Rauch? «Nein, den Rauch steuert man über Holzchips, die man zugibt. Das muss aber nicht sein, der Smoker lässt sich auch als ganz normaler Backofen verwenden.»

Das Bremgarter Team hat einen steilen Aufstieg hinter sich. Vor zwei Jahren sind die Jugendfreunde Patrick Haldimann, Daniel Klausner, Vincenzo Covelli, Thomas Flückiger und Martin Hertach zum ersten Mal an der Schweizer Meisterschaft angetreten, damals noch in der Amateur-Kategorie.

Der zweite Platz war eine Überraschung, denn gastronomische Erfahrung brachte nur Klausner mit. Der gelernte Koch ist aber mittlerweile ebenfalls seit zehn Jahren im Aussendienst tätig. Er erinnert sich an den Wettbewerb: «Wir hatten das Gefühl, wir seien gut vorbereitet – dann sahen wir die anderen Teams mit riesigen Wagen, Geschirrspülern und Wärmelampen.

Wir hatten nur den Grill und einen Kühlschrank», blickt er lachend zurück. Im letzten Jahr gewann das Team die Amateur-Liga und musste damit zu den Profis aufsteigen. Doch auch in diesem Jahr war die Jury begeistert und zeichnete Los Grillos mit dem SchweizerMeister-Titel aus.

Ab an die Weltmeisterschaft

Das grosse Ziel für die Zukunft ist die Teilnahme an den Weltmeisterschaften, der Jack Daniel’s World Championship. Allerdings gibt es grosse Unterschiede zur Schweizer Meisterschaft.

Denn an sämtlichen Wettbewerben der Kansas City Barbeque Society (KCBS), der weltweit grössten Grill-Organisation, wird immer dieselbe Aufgabe gestellt: Chicken, Pork Ribs, Pork und Beef Brisket. Das Fleisch muss jedes Team selber mitbringen.

«An der Schweizer Meisterschaft werden die Zutaten zur Verfügung gestellt. Ob man das Hühnchen als Ganzes zubereitet oder nur die Brust, ist jedem Team selbst überlassen», erklärt Haldimann. Eine Möglichkeit, sich für die WM zu qualifizieren, ist ein Sieg am Smoke by the River, ein Wettbewerb, der im nächsten April in Brugg stattfindet.

Für Los Grillos steht aber zuerst ein anderer Wettkampf auf dem Programm: Im Januar fährt das Bremgarter Team ins Südtirol, wo auf 1600 Metern grilliert wird – bei Minustemperaturen.

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