Oberlunkhofen
Zwei Frauen erforschten die Stammbäume der Dorffamilien – nun gibt es das Werk als Buch

Rita Staubli-Eichholzer, 78, hat in den vergangenen Jahren viele Stunden mit der Stammbaumforschung zu typischen Oberlunkhofer Familiennamen verbracht – und viel Spannendes herausgefunden. Mit der Hilfe von Gabriela Arnold-Hagenbuch lässt sie nun die Öffentlichkeit an ihrem Werk teilhaben.

Marc Ribolla
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Stolz präsentieren Gabriela Arnold-Hagenbuch (links, mit drei Wochen altem Baby) und Rita Staubli-Eichholzer ihr neues Buch über die Oberlunkhofer Familiennamen.

Stolz präsentieren Gabriela Arnold-Hagenbuch (links, mit drei Wochen altem Baby) und Rita Staubli-Eichholzer ihr neues Buch über die Oberlunkhofer Familiennamen.

Marc Ribolla

Herrehanse, Chrüzträger oder Schrieberbernete. Die Namen und Begriffe sprudeln im Gespräch mit Rita Staubli-Eichholzer auf der Terrasse des Gasthofs zum Bauernhof in Oberlunkhofen nur so aus ihr heraus. Nach wenigen Sekunden ist die 78-Jährige schon voll in ihrem Element. Beeindruckend, wie sie sich mit der Geschichte Oberlunkhofens auskennt – speziell mit den Familiennamen und deren Hintergründen.

Rita Staubli ist seit rund 50 Jahren fasziniert von Stammbäumen, hat viele Infos im Laufe der Jahre angesammelt. Mit der 43 Jahre jüngeren Gabriela Arnold-Hagenbuch hat sie Anfang 2019 eine Mitstreiterin gefunden. Aus dieser Kombination ist nun als grosses Werk ein rund 120 Seiten starkes Buch mit dem Titel «Oberlunkhofer Familiennamen – früher bis heute» entstanden.

«Gabriela kam damals mit einer Schachtel ihrer Grossmutter, die auch vieles gesammelt hatte, zu mir», blickt Staubli zurück. Dabei wurde Arnolds Interesse an Stammbäumen weiter geweckt. «Es hat uns aber als kleine Kinder schon interessiert», ergänzt die dreifache Mutter.

Dorfchronik des Pfarrers bildete die Basis

Gemeinsam stürzten sich die beiden Frauen in die intensiven Nachforschungen. Als Basis benutzte Staubli die Oberlunkhofer Dorfchronik von Pfarrer Walter Bürgisser aus dem Jahr 1993. «Dort wird aber nur auf vier Seiten von den einzelnen Familiennamen erzählt», sagt sie. Es blieb also noch viel zu tun.

Ein Blick ins schön gestaltete Buch zu den Oberlunkhofer Familiennamen.

Ein Blick ins schön gestaltete Buch zu den Oberlunkhofer Familiennamen.

Marc Ribolla

Nebst ihren eigenen Unterlagen aus den vergangenen Jahrzehnten sprachen sie bei vielen Gelegenheiten mit den Leuten aus dem Dorf, um so an Informationen zu gelangen. «Viele Oberlunkhoferinnen und Oberlunkhofer haben deshalb auf irgendeine Art zu unserem Buch beigetragen, es ist ein Sammelsurium», erzählt Arnold. Eine grosse Hilfe waren zudem die Recherche beim Zivilstandsamt, das bis zum Jahr 1900 und früher unterstützen konnte, der Einblick in private Archive oder die früher üblichen Schulrodel (Verzeichnisse der Schüler).

Am längsten zurückgeht im Buch der Stammbaum der Eichholzer: bis Anfang des 17. Jahrhunderts. Bei anderen Familiennamen wie zum Beispiel den Hubers konnte Staubli bisher nicht bekannte familiäre Verbindungen nachweisen. Sie betont:

«Wir haben trotzdem nicht den Anspruch auf Vollständigkeit mit dem Buch. Es soll die Leser auch motivieren, selber noch auf Spurensuche zu gehen.»

Das Buch gliedert sich anhand der Ortsbürgerfamiliennnamen wie Bächer, Bürgisser, Eichholzer, Fröhli-Öler, Füglistaller, Gardi, Gumann, Hagenbuch, Huber und Karpf sowie weiteren Namen. Bei den einzelnen Namen gibts zusätzlich Unterkapitel mit den bekannten, eingangs erwähnten Beinamen, die in anderen Teilen des Freiamts auch als Zunamen bekannt sind.

Alte Porträtbilder und ein USB-Stick mit Stammbäumen

Um die ganze layouterische Gestaltung kümmerte sich Gabriela Arnold. Sie illustrierte die Stammbäume zur besseren Kenntlichkeit mit Farben oder fügte alte (Porträt-)Bilder und Familienwappen ein. Auch Aufnahmen von alten Wohnorten der Familien fehlen nicht, und als spezielles Schmankerl gibt es einen USB-Stick mit Stammbäumen ausgewählter Familien. In Druck ging das Buch mit einer ersten Auflage von 300 Exemplaren vor rund einem Monat.

Rita Staubli und Gabriela Arnold, die beide auch Oberlunkhofer Ortsbürger sind, sind glücklich über ihr Werk und ihre Zusammenarbeit. Staubli schwärmt:

«Wir haben eine perfekte Mischung zweier Generationen gehabt und waren ein Dream-Team.»

Eigentlich wollten sie das Buch mit einer kleinen Vernissage feiern. Doch die Coronasituation lässt dies nicht in einem ansprechenden Rahmen zu. Um das Buch dennoch der interessierten Bevölkerung bereits zugänglich zu machen, starten sie am Samstag, 21. August, den Verkauf.

Vorverkauf am 21. August: Von 9 bis 11 Uhr ist das Buch auf der Terrasse des Restaurants Bauernhof an der Zürcherstrasse 23 in Oberlunkhofen zum Preis von 20 Franken zu beziehen. Später soll es auch auf der Gemeindeverwaltung erhältlich sein.

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