Dottikon
Neuer Dreifachkindergarten soll viel Licht und Platz für Häfelischüeler bieten

Das Siegerprojekt aus dem Wettbewerb für einen neuen Dreifachkindergarten wurde vorgestellt.

Christian Breitschmid
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So könnte sich Dottikons neuer Dreifachkindergarten ab August 2020 präsentieren: schlicht, hell und rundum kinderfreundlich.

So könnte sich Dottikons neuer Dreifachkindergarten ab August 2020 präsentieren: schlicht, hell und rundum kinderfreundlich.

zvg/Stoos Architekten AG

Keine 50 Personen waren es, die der Einladung des Dottiker Gemeinderates am Mittwochabend gefolgt waren, um das Siegerprojekt aus dem Wettbewerb für den neuen Dreifachkindergarten in Dottikon kennenzulernen. Wenn man dann noch die anwesenden Vertreter der sechs Architekturbüros, die in der Endrunde kamen, und die 14 Jurymitglieder abzieht, dann bleibt ein sehr überschaubares Häufchen von Dottikern übrig, die sich für die zukünftige Ausbildungsstätte ihrer Häfelischüeler interessieren. Dabei dürfen sie doch an der Gemeindeversammlung vom 17. November darüber abstimmen, ob der neue Chindsgi nun gebaut werden soll oder nicht.

Das scheinbar mangelhafte Interesse der Bevölkerung kann allerdings damit zusammenhängen, dass der Gemeinderat von Anfang an konsequent offen und transparent über den Wettbewerb informiert hat. Am Polit-Apéro im September wurde das Projekt der Stoos Architekten AG Brugg bereits als Favorit der Öffentlichkeit präsentiert. Im Oktober stellte die Jury den auserwählten, zweigeschossigen Baukörper den direkten Nachbarn vor und erntete damit eitel Zustimmung, wie Vizeammann Franz Lötscher anlässlich der Präsentation in der Risi-Aula erzählte.

Die beiden Architekten der Jury, Daniel Zehnder und Christian Stahel, zeigten die sechs Projekte, welche aus 50 eingereichten Studien in die engere Auswahl gelangt waren, und erklärten deren Vor- und Nachteile anschaulich. Das Siegerprojekt überzeugte am Ende alle Mitglieder des Gremiums, denn es «...stellt einen sehr wertvollen, architektonisch einfühlsamen Beitrag für die gestellte Aufgabe dar. Sowohl ortsbaulich mit der präzisen Setzung, als auch organisatorisch/funktional kann das Konzept überzeugen. Die Kompaktheit, einfache Konstruktionen und Materialisierung lassen auf ein ökonomisches und unterhaltsarmes Projekt schliessen. Das Projekt kann erfolgversprechend weiterentwickelt werden.» So steht es im Jurybericht.

Bezug im August 2020

Ein weiterer Pluspunkt des Projektes ist der Kostenansatz. Für 3,8 Mio. Franken ist der neue Dreifachkindergarten zu haben. Mit diesem Betrag kann Dottikon die beiden bestehenden Kindergärten abreissen und dafür in einem Gebäude gleich drei Kindergartenabteilungen betreiben, die je über einen Hauptraum, einen Gruppenraum, ein Materiallager, eine Spielgalerie und sanitäre Anlagen verfügen.

In jeden Kindergarten gelangt man durch die dazugehörige Garderobe oder auch vom Garten her. Wenn der Souverän dem Projekt seinen Segen erteilt und alles nach Plan läuft, dann sollte der neue Chindsgi im August 2020 bezugsbereit sein.

Als einziger Wettbewerbsteilnehmer hat die Stoos Architekten AG den Dreifachkindergarten nicht mitten auf dem Baugrund, unterhalb des alten Swisscomgebäudes, geplant, sondern parallel zu den angrenzenden Privathäusern an der nordöstlichen Parzellengrenze. So haben die Kinder viel Platz im Grünen auf der von den Wohnbauten abgewandten Seite, sind dabei geschützt und stören auch keine Nachbarn. Durch den erhöhten Hauptraum mit den verglasten Wänden (Spielgalerie) dringt den ganzen Tag über Licht in alle drei Kindergärten, aber nicht so, dass die Kinder während des Unterrichts von direkt einstrahlender Sonne geblendet werden.

Keine Mängel erkennbar

Nach der Präsentation beantworteten die Experten noch Publikumsfragen. Dabei wurde deutlich, dass es am ausgewählten Projekt nichts Wesentliches zu bemängeln gibt. Da der neue Kindergarten nach Wettbewerbsvorschriften nicht dem Minergiestandard entsprechen muss, dürfen die Kinder dafür von ihren Lehrerinnen lernen, wie wichtig es ist, Wohn- und Lernräume richtig zu lüften.

Das ganze Gebäude ist behindertengerecht angelegt. Dass die Treppe auf die Galerie nicht mit einem Rollstuhl zu bewältigen ist, tut der Funktionalität des Kindergartens als Lernstätte keinen Abbruch, denn die Galerie ist für die Ausbildung der kleinen Menschen nicht massgebend. Und für die Menschen, die schon mit dem Auto in den Kindergarten fahren dürfen, stehen Parkplätze direkt vor dem Swisscomgebäude zur Verfügung.

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