Freiamt
Mit sechs Millimetern gegen das unerträgliche Quietschen

Die Bremgarten-Dietikon-Bahn soll an manchen Stellen noch ruhiger werden. Bekannt ist etwa das Quietschen, das die BD-Bahn verursacht, wenn sie das Obertor Richtung Reussbrücke verlässt. Dies soll nun bald Vergangenheit sein.

Dominic Kobelt
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Rochus Burtscher (SVP), Gemeinderat von Dietikon, beklagte sich in einer Interpellation an den Stadtrat, an der Bremgartnerstrasse würden die Bewohner sowie das Gewerbe «durch die Lärmemissionen stark beeinträchtigt». Verbesserungen an den Gleisen in Dietikon seien momentan jedoch nicht nötig, entgegnete René Fasel, Leiter Bahnbetrieb der BDWM, gegenüber der az Limmattaler Zeitung. «Die meisten Reklamationen, die bei uns eingehen, betreffen die Pfiffe der Loks in Gefahrensituationen», meinte er.

«Auch im Freiamt gibt es Orte, an denen die Bahn öfters pfeifen muss oder an denen sie manchmal ‹giirt›», sagt Walter Oettli, Leiter Infrastruktur bei der BDWM. An vier Stellen müssen die Lokführer besonders vorsichtig sein, nämlich da, wo sie eine Strasse überqueren, die nicht durch Bahnschranken gesichert ist. Dies ist im Bibenlos (Bremgarten), in Berikon und in Rudolfstetten der Fall. Am häufigsten müsse die Bahn wohl aber beim Bremgarter Obertor ein Warnsignal ausstossen, vermutet Oettli. Fussgänger, Autos und die BD-Bahn überqueren die Kreuzung am Postplatz. Hinzu kommt, dass die Bahn, wenn sie vom Bahnhof Bremgarten her kommt, relativ spät zu sehen ist. «Es ist aber nicht so schlimm wie in Dietikon», weiss Oettli.

Breitere Spur für weniger Lärm

Bekannt ist auch das Quietschen, das die BD-Bahn verursacht, wenn sie das Obertor Richtung Reussbrücke verlässt. Ebenso beim Rank zwischen Isenlauf und Bremgarten West. «Das Problem ist noch nicht behoben, aber wir sind dabei, das zu korrigieren», bestätigt der Leiter Infrastruktur. Die normale Spurbreite betrage 1000 Millimeter, es sei aber möglich, diese um einige Millimeter zu verbreitern. «Wir haben in der Nacht auf Donnerstag an diesen Stellen die Spurbreite um sechs Millimeter vergrössert und hoffen, dass wir damit Erfolg haben - garantieren kann man das im Voraus nicht», erklärt Oettli. Mit Öl oder anderen Schmiermitteln sei das Problem nicht zu lösen: «Dann könnte die Bahn nicht mehr richtig Bremsen und Anfahren.»

Die Geräuschemissionen seien je nach Wetter unterschiedlich, weiss Oettli. «Am schlimmsten ist es nach langer Trockenheit. Bei Regen hört man praktisch gar nichts.» Deshalb wird bei der BDWM auch die Möglichkeit in Betracht gezogen, den Regen künstlich zu erzeugen. «Im schlimmsten Fall müssten wir einen Wasserriesler einsetzen», sagt Oettli. Eine weitere Verbesserung hat sich mit der Anschaffung der neuen «Diamant-Züge» ergeben. «Die sind deutlich leiser als die alten Fahrzeuge», so Oettli weiter.

Sicherheit geht vor

Einen gewissen Lärm müssen die Anwohner dennoch in Kauf nehmen. Am hohen Ton der Fahrmotoren könne man nichts ändern, konstatierte Fasel im Interview mit der az Limmattaler Zeitung. «Beim Pfeifen geht es um das Vermeiden von Unfällen. Ein Blechschaden ist unerfreulich, aber nicht so schlimm - es kann aber zu Verletzten oder gar Toten kommen, wenn Fussgänger angefahren werden», gab er zu bedenken. «Die Lokführer sind aber angehalten, den Einsatz des Signals auf das notwendige Minimum zu beschränken.»