Merenschwand
Das Notterhaus weicht einem Schulneubau – um diesen Entscheid wurde in Merenschwand lange gerungen

Seit 20 Jahren gehört das Notterhaus in den Besitz der Gemeinde Merenschwand. Seit einigen Jahren streitet man darüber, was mit der Liegenschaft passieren soll. Nun hat die Gemeindeversammlung entschieden, dass das Haus einem Schulneubau weichen soll. Dem zurücktretenden Gemeindeammann Hannes Küng wurde zudem das Ehrenbürgerrecht verliehen.

Nathalie Wolgensinger
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Gemeindeammann Hannes Küng (rechts) und Gemeinderat Daniel Schmid wurden an der Gemeindeversammlung verabschiedet. Küng wurde zudem zum Ehrenbürger ernannt.

Gemeindeammann Hannes Küng (rechts) und Gemeinderat Daniel Schmid wurden an der Gemeindeversammlung verabschiedet. Küng wurde zudem zum Ehrenbürger ernannt.

Nathalie Wolgensinger

Das ehemalige Haus der Familie Notter, die darin einen Dorfladen betrieb, beschäftigt die Merenschwanderinnen und Merenschwander seit Jahren. 2001 kaufte die Gemeinde das schmucke Haus. Fortan nutzte die Schule die Liegenschaft, die neben dem Schulhaus steht und mittlerweile stark sanierungsbedürftig ist.

An der Wintergmeind 2018 stimmte die Mehrheit einem Ersatzbau zu. In der Folge wurde das Referendum dagegen ergriffen. Im Mai 2019 wurden die Einwohnenden zur Urne gerufen und hiessen das Referendum mit bloss zwölf Stimmen mehr gut. Die Diskussionen liefen damals heiss, ein Aufsichtsverfahren gegen den Gemeinderat wurde angestrengt. Er hatte eine Auswertung der Referendumsbögen nach Ortsteilen, Geschlecht und Alter der Unterzeichnenden ausstellen lassen.

Das neue Projekt wird rund eine halbe Million Franken günstiger

Doch an der Tatsache, dass der Oberfreiämter Gemeinde dringend benötigter Schulraum fehlt, änderte dies nichts. So legte der Gemeinderat dem Souverän an der Gemeindeversammlung am Montagabend den Verpflichtungskredit von 6,46 Mio. Franken für einen Ersatzbau vor. Gemeindeammann Hannes Küng sagte:

«Wir haben die Kritik aufgenommen und das Projekt entsprechend angepasst.»

Es kommt nun rund eine halbe Million Franken günstiger zu stehen. Auch die Nutzung der Räume unterscheidet sich vom Vorgängerprojekt. Nebst Mediothek, Klassen- und Gruppenräumen sollen im zweistöckigen Neubau auch die Tagesstrukturen untergebracht werden. Ein Stockwerk soll zudem an eine Kindertagesstätte vermietet werden. Das Bauprogramm ist ambitioniert, die ersten Schulstunden sollen nämlich bereits im Schuljahr 2024 stattfinden.

Das Notterhaus weicht nun einem Schulneubau.

Das Notterhaus weicht nun einem Schulneubau.

Melanie Burgener (15. Oktober 2020)

Aus der Versammlung wurde angeregt, der Gemeinderat solle prüfen, was der Einbau einer Fotovoltaikanlage auf dem Flachdach kostet. Dieser Antrag wurde von der grossen Mehrheit der Versammlung unterstützt. Nach erstaunlich kurzer Diskussion hiessen die Stimmberechtigten den Verpflichtungskredit mit bloss einer Gegenstimme gut.

Trotz angespannter Finanzlage bleibt der Steuerfuss

Gleich drei Verpflichtungskredite legte der Gemeinderat zur Abstimmung vor. Die Abwasserleitungen im Bereich der Zürich- und Luzernerstrasse müssen erneuert werden. Kostenpunkt: 286'000 Franken. Im Bereich des Kreisels Hirschen soll die Strassenbeleuchtung erneuert werden, der Verpflichtungskredit beträgt 382'000 Franken.

Ebenfalls im Zusammenhang mit dem Kreisel Hirschen steht die Aufwertung des Dorfplatzes mit neuer Pflästerung, Sitzbänken und die entsprechende Anpassung der Gemeindestrassen und Gehwege. Der Verpflichtungskredit beträgt 402'000 Franken. Alle drei Kreditanträge wurden diskussionslos genehmigt.

Gemeinderat Rainer Heggli stellte das Budget vor, das einen unveränderten Steuerfuss von 96 Prozent und einen Fehlbetrag von 192'100 Franken vorsieht. Auch in Merenschwand gehört die Bildung zu den grossen Ausgabenposten. Hinzu kommen in den nächsten Jahren weitere bauliche Investitionen, die mit 2,75 Mio. Franken zu Buche schlagen. Den Steuerfuss hebt die Gemeinde aber nicht an. Man sei sich bewusst, dass man sich in einer finanziell angespannten Lage befinde, so Rainer Heggli. Dem Budget stimmte die Versammlung deutlich zu.

Hannes Küng ist neu Ehrenbürger von Merenschwand

Zum Schluss würdigte Vizeammännin Claudia Dober die Verdienste des scheidenden Gemeindeammanns. Hannes Küng stand während zwölf Jahren in den Diensten der Gemeinde. Seit 2014 amtete er als Gemeindeammann. Dober erwähnte die zahlreichen Projekte, an denen Küng mitgearbeitet und für die er viel seiner Freizeit investiert habe. Sie sagte:

«Es war mir eine Ehre, mit dir im Amt zu sein.»

Der Gemeinderat schlug der Versammlung vor, dem scheidenden Gemeindeammann das Ehrenbürgerrecht zu verleihen. Diesem Antrag wurde diskussionslos zugestimmt und der Amme mit einem lang anhaltenden Applaus für seine Arbeit gedankt. Auch Gemeinderat Daniel Schmid wurde nach 22 Jahren aus dem Rat verabschiedet. Er gehörte in den Anfangsjahren noch dem Benzenschwiler Gemeinderat an und war auch nach der Fusion, 2012, weiterhin aktiv. Die beiden Männer erhielten einen Gutschein als Dankeschön für ihre Arbeit.

Ebenfalls verabschiedet wurden die Mitglieder der Schulpflege. Es sind dies Präsidentin Andrea Stutzer, Kevin Vaes, Roland Hauser, Ernst Lutz und René Landolt.

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