Muri
Mehr Altlasten und schlechterer Boden – Der FC Muri und die Gemeinde müssen sich gedulden

Der Bau des Kunstrasenfeldes in Muri verzögert sich vermutlich bis mindestens 2020, Grund dafür sind Überraschungen im Boden.

Andrea Weibel
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Der FC Muri muss warten. Bis zum Bau des Kunstrasens wird es noch dauern.

Der FC Muri muss warten. Bis zum Bau des Kunstrasens wird es noch dauern.

Gerold Frei

Der FC Muri wie auch die Gemeinde freuen sich auf ihren neuen Kunstrasen. Doch nun werden sie etwas länger warten müssen. Denn der Baugrund weist eine sehr schlechte Tragfähigkeit auf, wie eine Untersuchung gezeigt hat. «Ein Baubeginn im Jahr 2019 erscheint aufgrund der Ausgangslage heute nicht realistisch», heisst es im Schreiben der Gemeinde. Darüber hinaus sind noch mehr Überraschungen im Boden aufgetaucht.

Viel mehr Altlasten unter dem Boden als gedacht

Zur Ausgangslage: Am 22. November 2018 hat die Gemeindeversammlung zwei Verpflichtungskredite für die Realisierung eines neuen Kunstrasenfeldes sowie eines neuen Betriebsgebäudes genehmigt. Der Auftrag für die Ausführungsplanung konnte seither erteilt werden, ausserdem wurde eine Objektbaukommission eingesetzt.

Im Rahmen des Baubewilligungsverfahrens hat die Abteilung für Umwelt des Kantons weitere Untersuchungen angeordnet – vor allem bezüglich des Altlastenstandorts beim geplanten Kunstrasenfeld. Das Fachgutachten soll Ende September vorliegen. Schon jetzt sind allerdings drei Erkenntnisse klar. Erstens ergab die Gasmessung, «dass die Emissionen nicht relevant sind». Zweitens jedoch haben die Baggersondierungen ergeben, «dass die Belastung mit abgelagertem Material umfangreich ist». «Ein allfälliger Abtrag müsste entsorgt werden und wäre teuer.» Doch: «Eine Bebauung oberhalb des abgelagerten Materials ist aus ökologischer und gesetzlicher Sicht problemlos möglich.»

Dass der Baugrund eine sehr schlechte Tragfähigkeit – auch ausserhalb des Altlastenperimeters – aufweist, ist die dritte Erkenntnis, die man aus dem Gutachten gezogen hat. «Der Kunstrasen ist ein grossflächiges Bauwerk, und nachträgliche Setzungen müssen zwingend ausgeschlossen werden. Deshalb sind zusätzliche bauliche Massnahmen nötig», schreibt der Gemeinderat. Als Nächstes müssen Varianten aufgezeigt werden, die die Problematik des schlechten Baugrundes berücksichtigen.

Unverfüllter Rasen ist für alle die bessere Lösung

Die Objektbaukommission hat sich auch mit verschiedenen Kunstrasentypen auseinandergesetzt. Ursprünglich war ein verfüllter Kunstrasen geplant, wie ihn die Fifa empfiehlt. Dabei wird der Raum zwischen den Kunstgrashalmen von unten her mit Quarzsand und Plastikgranulat aufgefüllt. Dieses Füllmaterial kann als Mikroplastik in die Umwelt gelangen (die AZ berichtete). Nach sorgfältiger Evaluation entschied sich die Kommission nun aber, einen modernen, unverfüllten Kunstrasen einbauen zu lassen. «Dieser erfüllt die Ansprüche der Nutzer ebenso wie ein verfüllter Kunstrasen, hat aber klare Vorteile bezüglich Umweltwirkung (Mikroplastikaustrag) und Unterhalt», schreibt der Gemeinderat. «Die Mehrkosten der Investition werden innerhalb weniger Jahre durch günstigeren Unterhalt wettgemacht.»