Wohlen
Maturanden erhalten einen Preis für ihr Herzensprojekt

Sechs Gymi-Absolventen wurden von Rotary für ihre hervorragende Arbeit ausgezeichnet.

Melanie Burgener
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Laudator Joseph Sachs mit den Gewinnern Lia Benz, Annina Meyer, Hanna Dobbertin, Cyril Bouilloux und Nora Jäger (von links). Lara Manzelli war leider krank.

Laudator Joseph Sachs mit den Gewinnern Lia Benz, Annina Meyer, Hanna Dobbertin, Cyril Bouilloux und Nora Jäger (von links). Lara Manzelli war leider krank.

Melanie Burgener

Bereits zum 13. Mal hat der Rotary Club Freiamt am vergangenen Montag die besten drei Maturaarbeiten der Kantonsschule Wohlen ausgezeichnet und zwei Maturandinnen einen Anerkennungspreis für ihre hervorragende Arbeit überreicht. Obwohl die Themen aller fünf Maturaarbeiten sehr unterschiedlich waren, hatten sie etwas gemeinsam: Es beschäftigten sich alle mit einem Thema, das ihnen sehr am Herzen liegt.

Der Startschuss für die Gewinnerarbeit liegt schon eine Weile zurück. Bereits vor drei Jahren hatten Hanna Dobbertin und Lara Manzelli die Idee für einen Film. 2016 haben sie dann mit der Recherche begonnen und sind dabei auf die Geschichte von Hanna Meyer-Moses gestossen. Eine Jüdin, die zur Zeit des Zweiten Weltkrieges aus Deutschland in die Schweiz geflüchtet ist. Meyer-Moses gab den beiden Schülerinnen die Erlaubnis, ihre Geschichte für ihre Maturaarbeit zu verwenden.

So verknüpften sie in ihrem Film die Geschichte der jungen Meyer-Moses, gespielt von Hannas Schwester Marie Dobbertin, mit der ebenso wahren Geschichte eines afghanischen Flüchtlings, der über 70 Jahre später in die Schweiz flüchtete. Er wird im Film von einem seiner Kollegen gespielt. Mit 17 weiteren Schauspielern, darunter einige vom Kellertheater und der Theatergesellschaft Villmergen, speziellen Kostümen und viel Kameraequipment produzierten Dobbertin und Manzelli den rund 20minütigen Film «Seiten des Lebens».

Kein einfacher Weg zum Ziel

Annina Meyer, die den zweiten Platz abräumte, untersuchte während ihrer Arbeit den Einfluss der Revitalisierung auf die Biodiversität am Beispiel der Bünz im Unterfreiamt. Ihre Betreuerin Anna Lüthy bewunderte den Mut der Maturandin, dass sie nicht den einfachen Weg gegangen sei: «Sie hat nicht nur Pflanzen und Tiere untersucht, sondern auch eine eigene Datenbank entwickelt und noch schnell ein eigenes Punktesystem erstellt.»

Um die Auswirkung der Revitalisierung zu untersuchen, hat Meyer ein nicht revitalisiertes, ein erst seit Kurzem und ein seit längerer Zeit revitalisiertes Gebiet an der Bünz untersucht. Dabei hat sie 270 verschiedene Tier- und Pflanzenarten gezählt. Darunter auch seltene wie ein brütendes Teichhuhn oder wilder Hopfen. Durch ihre Untersuchungen konnte sie erkennen, dass sich die Revitalisierung sehr positiv und vor allem sehr schnell auf die Biodiversität auswirkt. Bestätigt haben ihr diese Erkenntnisse die Biber und Otter, die sich die jeweiligen revitalisierten Gebiete zu ihrer Heimat gemacht haben.

Plastik in Freiämter Gewässern

Der Gewinner des dritten Platzes hat sich ebenfalls mit einem biologischen Thema auseinandergesetzt. Cyril Bouilloux beschäftigte sich mit Mikroplastik in den Freiämter Gewässern: «In den Weltmeeren gibt es sechsmal mehr Plastik als Plankton. Das hat mich so schockiert, dass ich diesem Thema meine Maturaarbeit widmen musste.» Um herauszufinden, ob es auch in der Region Mikroplastik gibt, ist er durchs Freiamt gelaufen und hat an verschiedenen Orten Proben aus Gewässern entnommen. Diese hat er anschliessend im Labor mit verschiedenen Geräten und Schwefelsäure bearbeitet. Tatsächlich entdeckte er in seinen Proben Mikroplastik. Das zeigte ihm, dass Mikroplastik problemlos die Kläranlagen passieren könne. Auch die Freiämter tragen Verantwortung: «Ersetzt euer Plastikgeschirr durch normales oder benutzt beim Kaufen von Obst keine Plastiksäckchen, das ist doch nicht nötig.»

Nora Jäger und Lia Benz haben für ihre Arbeit jeweils einen Anerkennungspreis erhalten. Jäger beschäftigte sich mit effektivem Altruismus und Benz mit dem Verdingwesen und den Bewältigungsstrategien von Betroffenen.