Kuriositäten-Kabinett
Leichenkutsche, Polyphon und alte Schnäpse: dieser Hägglinger sammelt seit 50 Jahren

Vor 50 Jahren hat Jürg Dutly die Sammelwut gepackt. Seither hat er regelrechte Berge von alten Schätzen angehäuft, die er in einem alten Bauernhaus ausstellt. Darunter sind auch viele kuriose Antiquitäten – ein Besuch.

Drucken
Teilen

Ob Briefmarken, Kaffeerahmdeckel oder Schuhe – sammeln lässt sich vieles. Für Jürg Dutly aus Hägglingen sind das allerdings nur Kleinigkeiten: Er sammelt, seit er zwölf Jahre alt ist. Und zwar alles, was ihm in die Hände kommt.

In einem uralten Bauernhaus stellt er seine Schätze aus. Diese reichen von nostalgischen Bildern über Schuhe eines Verdingmädchens aus dem Jahr 1942 bis hin zu einem Polyphon. «Das ist mein Lieblingsstück», sagt der heute 59-Jährige gegenüber «Tele M1». Das Polyphon ist der Vorgänger des Grammophons, das wiederum als Vorgänger des Plattenspielers gilt.

Neuster Schatz ist ein Leichenwagen

Warum ihn die Sammelwut vor knapp 50 Jahren gepackt hat, kann er sich selbst nicht erklären. «Damals bin ich mit dem Velo in die Abfallgrube gefahren und habe die Ware gesammelt, die andere fortgeworfen haben», sagt er. Am Abend habe ihn seine Mutter abgeholt und beim Einladen geholfen. «Sie hat noch gesagt: ‹Versteck es, dass es dein Vater nicht sieht - sonst fliegt es wieder raus.›»

Heute findet Dutly seine Antiquitäten in Brockenstuben oder er erhält sie geschenkt. Zu seinen neusten Schätzen zählt eine ganz besondere Kutsche: «Der Original-Leichenwagen von Eriswil. Der ist vor zirka 47 Jahren ins Baselbiet verkauft worden und ich konnte ihn vor eineinhalb Jahren zurückkaufen.» Den Sarg habe er bereits montiert. Im Oktober will er Probeliegen für Interessierte anbieten.

Auch sein Wohnhaus in Hägglingen gleicht einem Brockenhaus. Im Wohnzimmer lebt er eine andere Sammelleidenschaft aus: alte Schnäpse. «Die gehen bis 80 Jahre retour», so er. Seine Sammelwut wird auch von der Familie unterstützt: Bereits jetzt ist klar, dass seine Nichten und Neffen die Geschichte hinter den Raritäten weiterleben lassen, sollte er einmal nicht mehr in der Lage sein.

Aktuelle Nachrichten