Klimastrategie
Warum ist Wohlen bei Klima-Programm nicht dabei? Die Grünen wollen Antworten vom Gemeinderat

Die drei Einwohnerrätinnen und Einwohnerräte der Grünen Wohlen haben dem Gemeinderat vier Fragen eingereicht. Dabei geht es um die Klimastrategie bei der Siedlungsentwicklung.

Marc Ribolla
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Anna Keller.

Anna Keller.

zvg

An zahlreichen Orten in Wohlen entstehen zurzeit grössere Überbauungen mitten im Dorf. Welche Auswirkungen diese Bautätigkeit auf die Umwelt hat, das beschäftigt die Grüne Partei. «Um der Zersiedelung entgegenzuwirken, begrüssen die Grünen diese Verdichtung gegen innen grundsätzlich», schreiben die drei Einwohnerräte Franziska Matter, Patrick Schmid und Anna Keller in einer Anfrage an den Gemeinderat.

Sie drücken aber gleichzeitig ihre Bedenken aus, dass das verdichtete Bauen die Versiegelung des natürlichen Bodens und von Grünflächen fördert. Die Politiker erklären:

«Dadurch fehlen wichtige Korridore und Lebensräume für Insekten und andere Tiere und es entstehen sogenannte Hitze-Inseln.»

Der Klimawandel stelle für die Siedlungsentwicklung eine Herausforderung dar. Hier setzen die Grünen an und verweisen auf die Arbeit des kantonalen Departements Bau, Verkehr und Umwelt (BVU).

Das BVU hat in den vergangenen Monaten für sämtliche 210 Aargauer Gemeinden Klimakarten erstellt und vier für jede Gemeinde online aufbereitet. Damit soll den Gemeinden bei der lokalen Klimaanalyse ein Mittel für die Planung einer hitzeangepassten Siedlungsentwicklung zur Verfügung gestellt werden.

Die Wohler Klimakarte am Tag.

Die Wohler Klimakarte am Tag.

BVU Kanton Aargau
Die Wohler Klimakarte in der Nacht.

Die Wohler Klimakarte in der Nacht.

BVU Kanton Aargau

Legende: Je dunkler das Grün, umso besser die bioklimatische Bedeutung bzw. die Aufenthaltsqualität der Grün- und Freiflächen bezüglich Wärmebelastung. Je dunkler das Rot, umso stärker die Belastung bzw. ungünstiger das Bioklima (Wärmeinseleffekt). In den Nachtkarten sind zusätzliche Kaltluftströmungen eingezeichnet.

«Wir nehmen an, dass der Gemeinderat bereits Kenntnis genommen hat von dieser Klimakarte und die Pläne vielleicht sogar vom Kanton bereits erhalten hat, inklusive Leitfaden und Planungsvorschlägen», schreiben die Grünen weiter.

Deshalb richten die Grünen Einwohnerräte nun vier konkrete Fragen in einer Anfrage an den Gemeinderat, die dieser in den kommenden Monaten beantworten muss.

Fragen der Grünen an den Wohler Gemeinderat

  1. Für das Programm «Hitzeangepasste Siedlungsentwicklung» wurden vier Gemeinden ausgewählt: Aarau, Baden, Buchs und Windisch. Wurde die Gemeinde Wohlen auch angefragt, mitzumachen?
  2. In Wohlen wird momentan viel gebaut. Ein Abwarten der Resultate der Pilotgemeinden kommt vielleicht zu spät. Der Gemeinderat muss jetzt aktiv werden. Wie gedenkt der Gemeinderat die Bevölkerung über die Problematik «Hitze im Siedlungsraum» zu informieren und darauf zu sensibilisieren?
  3. Momentan wird die Bau- und Nutzungsordnung im Siedlungsraum überarbeitet. Wie gedenkt der Gemeinderat die Ergebnisse dieser Klimaanalyse und Planhinweiskarten in die Revision einzubeziehen?
  4. Hat der Gemeinderat Ideen, Vorschläge oder sogar Konzepte, wie er private Bauprojekte bei Planungen auf die Klimaverträglichkeit und auf die Einrichtung von Grünflächen zu Gunsten der Biodiversität einbinden und verpflichten kann?

Hinweis: Sie finden die Klimakarten, wenn Sie im Feld «Suchen nach» das Wort «Klima» eingeben. Die Darstellung ist für Desktop-Bildschirme optimiert.