Wohlen
Junge Gesangstalente belebten das Konzert der Big Band

Die Big Band der Kanti Wohlen ist in «querbeat» mit wild zusammengewürfelten Stücken durch die Jazz-Landschaft gestrichen. Höhepunkt des Konzerts waren die Auftritte von drei Solistinnen.

Robert Benz
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Isabelle Räss von der Kanti Baden singt «Sway», begleitet von der Big Band der Kanti Wohlen.

Isabelle Räss von der Kanti Baden singt «Sway», begleitet von der Big Band der Kanti Wohlen.

Die Überraschung gelang: Mithilfe eines Stuhls kletterte kurz nach der Pause die junge Sängerin Simone Fonte von der ersten Reihe auf die Bühne der Kanti-Aula und sang mit der Big Band im Rücken die Stücke «What a Feeling» und «Respect». Wenig später folgten ihr Rahela Brunner und Isabelle Räss. Das Konzert der Kanti Big Band erreichte seinen Höhepunkt. Bereits in der ersten Hälfte hatten die regulären Bandmitglieder dem Publikum mit ihren Soli wiederholt Szenenapplaus entlockt.

Fast alle Bläser, beide Gitarristen und die abwechselnd spielenden Pianisten durften kurz ihr Talent unter Beweis stellen und wurden jedes einzelne Mal von den rund 150 Zuschauern belohnt. Die Band unter der Leitung von Claudia Vollenweider und Gregor Loepfe spielte an diesem Abend eine Auswahl wild zusammengewürfelter Stücke, querbeet oder besser «querbeat» streiften sie durch die Jazz-Landschaft.

«Das war nicht unbedingt unser ursprünglicher Plan», sagte Gregor Loepfe in der Pause, «wir haben uns zuerst mit Latin-Stücken beschäftigt. Es ist dann allerdings etwas ausgeartet, weshalb wir den Titel ‹querbeat› wählten». Loepfe, der mit dem ehemaligen Jazz-Ensemble der Kanti schon viele Konzerte bestritten hat, teilt sich die Leitung der Big Band mit Claudia Vollenweider. «Claudias Stücke sind ein bisschen ambitionierter und schwieriger umzusetzen.»

Loepfes Part in «querbeat» bestand darin, dem Schüler-Ensemble mit einfacheren Stücken Sicherheit zu geben. Dass auch einfache Stücke für Begeisterung sorgen können, zeigte die Big Band mit «Heartbreaker» von den «Bee Gees». Er studierte das Stück der Gibb-Brüder in einem Arrangement von Bob Lowden ein. Beim unerwartet frühen Schluss ging ein Raunen durchs Publikum. «Wenn die Schüler präsent sind, dann sind sie gut», kommentierte Vollenweider, man könne aber immer etwas besser machen. Insgesamt waren Loepfe und Vollenweider mit der Leistung der Big Band aber sehr zufrieden.

Gänzlich unkritisch wurden die Leistungen der drei Sängerinnen Fonte, Brunner und Räss beurteilt. Die heimlichen Stars des Abends sprangen spontan ein, weil die Original-Besetzung kurzfristig die Zusage für einen Schüler-Austausch in Holland erhielt. Räss wurde gar von der Kanti Baden «eingeflogen», überzeugte die «Einheimischen» aber genau wie Brunner und Fonte mit grosser Sicherheit, Ausdrucksstärke und einer hervorragend ausgebildeten und charakterstarken Stimme.

«Mir hat der zweite Teil besser gefallen, die Sängerinnen haben das Programm aufgelockert», meinte nach dem Konzert Zuschauer Roland Stoller. Und Peter Meyer, ein weiterer Gast, ergänzte, Groove und Leichtigkeit seien bereits im ersten Teil zu spüren gewesen. «Die Abwechslung mit den Sängerinnen hat mir natürlich auch sehr gefallen. Das Konzert war wirklich super.»

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