Allgäu-Orient-Rallye
"Judo goes Orient": Das Rallye-Team hat Ärger mit den Zollbeamten

Sechs Wohler Judo-Kämpfer sind unterwegs nach Tiflis – der Hilfsgütertransport läuft aber nicht reibungslos.

Dominic Kobelt
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Das Team an der Grenze zu Slowenien.

Das Team an der Grenze zu Slowenien.

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Es ist spät in der Nacht, stockdunkel, drei Autos unterwegs in einer abgelegenen Landschaft. Sechs Judo-Kämpfer aus Wohlen überqueren Hügel und Pässe. «Obschon es regnet und die Temperaturen nicht an den Sommer denken lassen, ist die Stimmung gut – fast schon etwas surrealistisch.

Die Fahrer umfahren die Schlaglöcher, funken sich Nützliches, Lustiges und Stumpfsinniges, die Beifahrer versuchen zu schlafen», schreiben sie in ihrem Blog, auf dem sie regelmässig von ihrer Reise berichten.

Das Team ist unterwegs in wohltätiger Mission. Auf der Allgäu-Orient-Rallye geht es nicht darum, möglichst rasch im Ziel zu sein, sondern auf der frei wählbaren Strecke ein Abenteuer zu erleben und andere Menschen zu unterstützten. Deshalb sind die drei Autos auch randvoll beladen mit Hilfsgütern, von Stofftieren, Kleidern und Schuhen bis zu Werkzeug und Schultaschen.

Auf ihrem Weg nach Tiflis muss das Team «Judo goes Orient» aber auch viele Hürden überwinden. Ein Zollbeamter will sie erst gar nicht ins Land lassen. «Es folgen Erklärungen, die mit der Länge nicht an Klarheit gewinnen», heisst es im Blog. «Plötzlich gehts dann doch.» Bei Bosnien-Herzegowina dauert es rund 90 Minuten, bei Albanien etwa drei Stunden, bis sie die Grenze überqueren dürfen. «Wir schiessen Erinnerungsfotos bei speziellen Kilometerzahlen und fotografieren uns vor den Grenzschildern der passierten Länder. Am Ende ist oft fraglich, ob es ein Foto vor dem nächsten Grenzschild geben wird. Die Grenzbeamten sind grimmig und wenig strapazierfähig.»

Die Wohler lassen sich aber nicht unterkriegen – schliesslich sind sie es gewohnt, zu kämpfen. Auch ein defektes Auto, das sie kurz vor dem Start ersetzen mussten, hat sie nicht aufhalten können. Ihre Reise dauert voraussichtlich etwa drei bis vier Wochen.

Allgäu-Orient-Rallye

An der Rallye nehmen 111 Teams teil, «JUDO goes Orient» hat die Startnummer 85. Es werden nur Autos, die mindestens 20 Jahre alt sind oder einen Wert von weniger als 1111,11 Euro haben, zur Rallye zugelassen. Auch Motorräder dürfen mit, und auch diese müssen mindestens 20 Jahre alt sein. Jüngere Motorräder dürfen nur mit, wenn diese einen Wert von weniger als 1,11 Euro pro ccm Hubraum haben. Ein Rallyeteam besteht aus 6 Personen und 3 Autos. Es müssen nicht zwingend alle Fahrzeuge am Zielort ankommen. Wichtig ist jedoch, dass das gesamte Team gemeinsam mit mindestens einem Fahrzeug über die Ziellinie fährt. Das Benutzen von Autobahnen ist verboten. Der Einsatz von Navigationssystemen zur Streckenfindung ist verboten. Übernachtet werden darf nur im Auto, im Freien, im Zelt oder in Hotels, die nicht mehr als 11,11 Euro pro Nacht und Person kosten. Alle Fahrzeuge bleiben für einen guten Zweck im Zielland. Die Kosten für Rückflug, Benzin, Verpflegung etc. tragen die Teams selbst. Die Streckenwahl liegt bei jedem Team selbst. (az)

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