Zufikon

Jubiläum: Die Gugge «begeischteret» seit 25 Jahren

Dorly Schärer und Ruedi Gallmann sind Gründungsmitglieder der Sädelgeischter. Ramona Juchli (ganz links) ist dieses Jahr zum ersten Mal mit dabei.

Dorly Schärer und Ruedi Gallmann sind Gründungsmitglieder der Sädelgeischter. Ramona Juchli (ganz links) ist dieses Jahr zum ersten Mal mit dabei.

Die Guggenmusik Sädelgeischter feiert ihr Jubiläum und blickt auf ihre Anfangszeit zurück.

Bei einer Guggenmusik muss nicht jeder Ton sitzen. Ihre Entstehung vor einem viertel Jahrhundert haben die Sädelgeischter ebenfalls einer «Dissonanz» zu verdanken. Hervorgegangen sind die Sädelgeischter eigentlich aus der Küntener Guggenmusik Mu-Mä Fäger, wo die späteren Sädelgeischter Gründungsmitglieder Ruedi Gallmann und Dorly Schärer im Vorstand waren. Die Küntener Gugge musste mangels Probelokal im eigenen Dorf auf Zufikon ausweichen, ausserdem waren rund 15 Zufikerinnen und Zufiker im Verein engagiert.

Als es dann eines Tages zu Differenzen kam, lag es für die Zufiker Fraktion nahe, eine eigene Gugge zu gründen. Mittels Flugblatt suchten die Fasnächtler Mitglieder und brachten es an der Gründungsversammlung auf 18 Stück. Der erste Ball folgte ein paar Jahre später – zuvor hatte die Musikgesellschaft am Schmutzigen Donnerstag einen Fasnachtsball organisiert, der allerdings nicht mehr sehr erfolgreich war.

Die Guggenmusik Sädelgeischter bei ihrem Auftritt in Buttwil.

Die Guggenmusik Sädelgeischter bei ihrem Auftritt in Buttwil.

Zum Jubiläum der Sädelgeischter hat die az Freiamt mit den Gründungsmitglidern Dorly Schärer und Ruedi Gallmann und der Aspirantin Ramona Juchli gesprochen.

Eine Halle und eine Tanzmusik

«Wir fanden, Freitag sei besser, weil am Samstag mehr Leute frei haben. Vor dem ersten Ball haben wir gezittert, sind gedanklich zig Mal alles durchgegangen», erinnert sich Schärer. «Es kamen dann so viele Leute, dass wir für den nächsten Ball ausbauen mussten. Zu Beginn hatten wir nur eine Halle und eine Tanzmusik», sagt Gallmann.

Am Jubiläumsball, für den das Areal in ein Schloss umdekoriert wurde, dürfen die Fasnächtler in zwei Turnhallen und in der Kafistube feiern, es gibt neben den beiden grossen Bars auch eine spezielle Oldie-Bar, alias Schlossgarten, und eine Shotbar mit Namen Folterkammer.

Warum zieht es heute, nach 25 Jahren, immer noch junge Leute zu den Sädelgeischtern? «Ich bin in Zufikon aufgewachsen. Die Präsenz der Guggenmusik im eigenen Dorf nimmt man halt mehr wahr, und mir hat der ganze Auftritt – der Ball, die Liederauswahl und wie die Sädelgeischter unterwegs sind – schon immer gut gefallen», sagt Ramona Juchli.

Aber warum überhaupt zu einer Guggenmusik? Juchli war bereits musikalisch aktiv, sie spielt bei der Musikgesellschaft Zufikon Saxofon. «Meine Eltern haben mich schon als kleines Kind verkleidet und an die Umzüge mitgenommen und auch mein Bruder ist in einer Gugge. Bei den Sädelgeischtern spiele ich Trompete, ich wollte ein Melodie-Instrument – Rhythmusinstrumente liegen mir nicht so.»

Getauft mit Jordan-Wasser

Als Aspirantin hat Juchli einige Spezialaufgaben und wurde am Probeweekend in Sarnen mit kaltem Jordan-Wasser getauft (Es gibt ein Restaurant Jordan an der Sarner Aa). «Die Aspiranten sind zum Beispiel für das Catering im Car verantwortlich, wir machen die Fotos und die Werbung und auch für das Geburtstagsfest in unserem Probelokal waren wir verantwortlich.» Die Aspiranten müssen sich zum Jubiläum nach einem Motto aus den letzten 25 Jahren verkleiden. Die bisherige Fasnachtssaison hat Juchli gut verkraftet: «Es ist nicht anstrengender, als sonst an die Fasnacht zu gehen.»

Offenbar machen die Sädelgeischter vieles richtig, dreizehn Neumitglieder dürfen sie dieses Jahr begrüssen und auch der Geischterball ist jedes Jahr ein Erfolg. «Unser Erfolgsrezept ist, dass wir allen etwas bieten, es ist einer der wenigen Anlässe, an denen eine Halle bestuhlt ist. Das freut besonders die älteren Besucher», sagt Schärer. Und die jüngeren können die Nacht im «Schlosschäller» durchtanzen.

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