Muri
Hier wächst in ein paar Jahren eine dichte Hecke

Zivildienstleistende, Landschaftsarchitekten und Bauern haben am Montag und Dienstag in Muri insgesamt 88 Alleebäume, 72 Nussbäume, 82 Obstbäume und 400 Meter Hecken gepflanzt. Finanziert wurde die Aktion aus Mitteln des Fonds Landschaft Schweiz.

Robert Benz
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Beim Sentenhof werden dereinst von Zitterpappeln durchsetzte Heckensträucher wachsen, die in der Landschaft Akzente setzen sollen.ROB

Beim Sentenhof werden dereinst von Zitterpappeln durchsetzte Heckensträucher wachsen, die in der Landschaft Akzente setzen sollen.ROB

Schönheit ist subjektiv und liegt bekanntlich im Auge des Betrachters. Das gilt selbstredend auch für die Schönheit der Freiämter Kulturlandschaft. Trotzdem scheint es einen breiten Konsens darüber zu geben, welche Veränderungen am Landschaftsbild als schön empfunden werden und welche nicht.

Dies ist die Voraussetzung, die ein Langzeitprojekt wie den Fonds Landschaft Schweiz (FLS) überhaupt erst ermöglicht und zu einer Erfolgsgeschichte werden lässt. 150 Millionen Franken haben National- und Ständerat dem FLS bis dato zugestanden, um die Schweizer Kulturlandschaft punktuell aufzuwerten.

Die Gemeinde Muri profitiert zum zweiten Mal vom Geld des FLS. 2007 sind anlässlich des 75-jährigen Bestehens im Murimoos 75 Eichen gepflanzt worden. «Die Eichen gedeihen prächtig und geben einen ersten Eindruck davon, was in Muri alles heranwächst», meint der verantwortliche Landschaftsarchitekt Felix Naef.

Er und sein Team haben 2009 im Namen der Gemeinde Muri beim FLS ein Gesuch gestellt und daraufhin 100 000 Franken für eine Baumpflanzaktion erhalten. In einer ersten Tranche sind vor drei Jahren 180 Obsthochstämme und einige Nuss- und Alleebäume gepflanzt worden.

Anfang dieser Woche haben zehn Zivildienstleistende von «Naturwerk» und zehn Landwirte zusammen mit dem Team von Felix Naef das restliche Geld «verpflanzt»: Rund 400 Meter Hecke, sprich 850 Heckensträucher, und über 200 Bäume. «Die Helfer haben einen enormen Kraftakt vollbracht, um all diese Bäume und Sträucher einzupflanzen», so Naef.

Unter den gepflanzten Bäumen sind auch einige spezielle Arten; laut Naef ein Beweis dafür, dass die Bauern, die ihr Land für die Aktion zur Verfügung stellen, neugierig sind und weitergehendes Interesse zeigten. Bei Markus Dürrenmatt im Wili wächst beispielsweise eine Gelbe Rosskastanie, die vielen «modernen» Krankheiten der Rosskastanien trotzt.

Hanspeter Frey liess auf dem Bergmatthof einen Maulbeerbaum pflanzen. Die Früchte sind einerseits Futter für die Seidenraupe, andererseits können sie zu Maulbeerbrand verarbeitet werden. Ausserdem wurden in Muri auch Aprikosen- und Pfirsichbäume, Kiwi-Sträucher und heute seltene Pflaumen- und Zwetschgenarten gesetzt.

Neben dem Landschaftsbild wird auch die Biodiversität verbessert. Dies geschieht in erster Linie dank Bäumen wie der Eiche, die bis zu 500 verschiedenen Pflanzen- und Tierarten einen Lebensraum bietet. Die Pflanzaktion ist, um es mit Naefs Worten zu sagen, «eine bäumige Erfolgsgeschichte».

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