Wohlen
Für jedes Rezept gibts Superpunkte: Der Coop ist jetzt auch eine Apotheke

Am Donnerstag eröffnet die Filiale der Vitality-Apotheke im Coop in Wohlen. Nicht für alle ist das eine gute Nachricht.

Natasha Hähni
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Der Coop in Wohlen ist ab heute auch eine Apotheke.

Der Coop in Wohlen ist ab heute auch eine Apotheke.

Natasha Hähni

Ab heute stehen nicht mehr nur Joghurt und Gemüse, sondern auch Kopfweh- und Blutdrucktabletten auf dem Einkaufszettel der Coop-Kunden. Denn dort, wo früher der Kiosk war, wurde neu die Coop-Vitality-Apotheke eingerichtet. Der Kiosk wurde dafür einfach in das ehemalige Bistro verschoben.

Mit der heutigen Eröffnung ist die Apotheken-Kette auf 72 Standorte in der ganzen Schweiz angewachsen. Die Filiale bietet rezeptpflichtige und rezeptfreie Arzneimittel sowie eine breite Auswahl an Produkten für die Gesundheitspflege, die Dermokosmetik und Naturheilmittel. Coop Vitality führt zusätzlich eine preisgünstige Eigenmarke im Sortiment. Während jeweils zweier Wochen werden ausgewählte Produkte 20 % günstiger angeboten und pro Franken Einkaufsbetrag wird dem Kunden ein Punkt auf seiner Coop-Supercard gutgeschrieben. Bei rezeptpflichtigen Medikamenten erhalten Kundinnen und Kunden für jedes eingelöste Rezept 200 Superpunkte.

Die neue Geschäftsführerin Regula Stoll und ihr Team stehen zudem für Beratungsgespräche in den Bereichen Reisevorbereitung, Allergien, Ernährung, Schwangerschaft, Selbstmedikation, Gluten-Check, Herz-Check, Ohr-Check oder Haarmineralanalyse bereit.

Grosse Umstellungen gibt es keine

In der Vergangenheit waren für solche Anliegen die vier bisherigen Apotheken in Wohlen zuständig. Ausser der Benu-Apotheke, die in derselben Strasse liegt wie die neue Coop-Vitality-Apotheke, gehört keine Apotheke in Wohlen zu einer Pharma-Kette. Die Apotheke Külling an der Zentralstrasse ist seit 1963 in Familienbesitz.

Die Begeisterung über die neue Konkurrenz hält sich da in Grenzen: «Wir werden sehen, wie sich das Ganze auf uns auswirkt. Wir hoffen natürlich, dass sich nichts ändern wird. Auf jeden Fall werden wir uns weiterhin Mühe geben und unsere Arbeit gut machen», versichert Inhaber Andreas Külling.

Thomas Wullschleger, Geschäftsführer der Bünz-Apotheke, sieht die Lage ähnlich: «Wir werden uns sicher weiterhin anstrengen und für unsere Kunden da sein.» Sein Sohn, Florian Wullschleger, der ebenfalls in der Apotheke arbeitet, erklärt jedoch, dass man im Normalfall mit einer Apotheke pro 5000 Einwohner rechne. «Bei rund 14 000 Einwohnern in Wohlen wird es also knapp», so Wullschleger.

Trotzdem sind sich die Apotheker einig: «Unsere Priorität ist immer die Zufriedenheit der Kundinnen und Kunden und nicht der Umsatz.» Die langjährige Erfahrung und die Kundenbindung werden von den Wohlern geschätzt. Die neue Apotheke ist trotzdem eine Konkurrenz mehr. Barbara Wich-Linder, Inhaberin und Geschäftsführerin der TopPharm Hirsch-Apotheke, kündigt an: «Wir müssen uns jetzt einfach noch mehr anstrengen!»

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