Ringen
Freiämter Ringerwunder blieb aus

Die Ringerstaffel Freiamt hat auch den zweiten Halbfinalkampf verloren. Nach turbulentem Verlauf unterlag das Team des neuen Trainers Adi Bucher in Hergiswil 15:18. Damit kommts gegen Meister Willisau zum kleinen Final um Bronze.

Wolfgang Rytz
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Da keimte nochmals Hoffnung auf: Roman Zurfluh (oben) besiegte bis 97 kg Greco Akos Korica dank umstrittener Kampfrichterentscheidung 4:3.

Da keimte nochmals Hoffnung auf: Roman Zurfluh (oben) besiegte bis 97 kg Greco Akos Korica dank umstrittener Kampfrichterentscheidung 4:3.

Wolfgang Rytz

Die Stimmung in der mit 820 Zuschauern überfüllten Steinacherhalle in Hergiswil kochte schnell hoch. Die beiden Fanlager wirkten wie Lautsprecher für die teilweise «giftig» geführten Mattenduelle. Das Kampfrichtertrio trug mit diskutablen Entscheidungen ihren Teil zur gehässigen Atmosphäre bei. Obwohl die Fights auch nach der Pause hitzig verliefen, eskalierte die angespannte Lage nicht. Die Hergiswiler Ringer bauten die Führung schnell aus und verhinderten, dass die Emotionen überbordeten.

Der neue Trainer Adi Bucher fand nach dem heissen Match schnell zu einer kühlen Analyse. «Wir waren mit unserer jungen Mannschaft noch nicht bereit für den Final. Dieser war auch nicht unser Saisonziel.» Vorentscheidend wirkte sich die unerwartete Niederlage von Verstärkungsringer Thomas Wild aus. Der Weinfelder verlor gegen Thomas Wisler 1:6.

Obwohl Roman Zurfluh dank zweier umstrittener Strafpunkte gegen Akos Korica mit einem 4:3-Sieg das Momentum ins Aargauer Lager zurückholte, blieb Hergiswil zur Pause bei einer 9:8-Führung ein beruhigendes Polster. Die Luzerner hatten ja im Hinkampf 17:15 vorgelegt. «Der Kampf von Thömi Wild war ein klassischer Fehlstart. Das hat uns den Schwung genommen», haderte Bucher.

Pascal Strebel ausgehebelt

In der zweiten Hälfte entschied die ringerische Klasse für Hergiswil. Thomas Suppiger, der innert Wochenfrist von 88 auf 80 kg abgehungert hatte, gewann das hochklassige Greco-Duell gegen Pascal Strebel 9:0. Trotz der «Rosskur» verfügte der Luzerner gegen den aufgestiegenen Freiämter Olympioniken über körperliche Vorteile, die er stilsicher ausnützte.

Das war der Schlüsselkampf, der zugunsten der Napf-Ringer entschied. Wohl feierten Michael Bucher, Jayan Göcmen und Manuel Jakob prestigeträchtige Punktesiege, doch dies verhalf nur noch zur ehrenvollen 15:18-Mannschaftsniederlage. «Mit dem Einsatz von jungen Ringern sind wir dieses Risiko eingegangen. Doch die Zukunft wird uns recht geben», akzeptierte Trainer Bucher das Verdikt. Er habe gehofft, dass Thomas Suppiger nicht bis 80 kg antreten werde. «Wenn er unseren besten Ringer besiegt, haben wir einen schweren Stand.»

Hergiswils Sportchef Peter Kunz und Trainer Janos Marosvölgyi bestätigten diese Erkenntnis: «Der Wille von Thomas war für uns wegweisend und schweisste uns als Team zusammen.»