Ringen
Freiämter Ringer sind bereit für höhere Aufgaben

Nationalliga-A-Leader Freiamt eilt unbeirrt von Sieg zu Sieg. Dazu passte der Auftritt von Routinier Ivan Kron gegen Schattdorf. Der 74-kg-Freistilringer ging nach seinem überraschenden Taucher im Hinkampf gegen Pascal Gisler behutsam vor.

Wolfgang Rytz
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Olympionike Pascal Strebel (links) agierte gegen Schattdorf souverän.

Olympionike Pascal Strebel (links) agierte gegen Schattdorf souverän.

Alexander Wagner/Archiv

Der Freiämter Sturmlauf Richtung Final geht ungebremst weiter. Dazu passte der Auftritt von Routinier Ivan Kron gegen Schattdorf. Der 74-kg-Freistilringer ging nach seinem überraschenden Taucher im Hinkampf gegen Pascal Gisler behutsam vor. So gewann der defensiv eingestellte Urner dank Losglück die erste Runde. Kron rächte dies mit einer Tempoverschärfung und fegte Gisler mit 8:0 und 6:0 von der Matte.

«Ja, das war ein guter Wiedereinstieg», freute sich Trainer Marcel Leutert über die Vorstellung seiner grossen Hoffnung für die Meisterschaftsentscheidung. «Ivan lässt den Kopf nie hängen.» Dasselbe gilt für den Jüngsten im Team, Michael Bucher. Zweimal geriet der 15-jährige Merenschwander in Rückstand. Aber mit Kampfgeist und gutem Ringergefühl wendete er das Blatt in beiden Runden zu seinen Gunsten.

Zuverlässige Siegringer

Der 28:10-Erfolg für die Freiämter Staffel war nie in Gefahr. Dafür sorgten in der ersten Hälfte die Teamstützen Pascal Gurtner, Randy Vock und Christoph Küng. Souverän gewannen sie ihren Kampf, ohne dem Gegner Zählbares zu gewähren.

Anstelle von Einsiedelns Verstärkung Sven Neyer, der für einmal seinen Stammverein unterstützte, setzte Freiamt bis 96 kg Greco den eingebürgerten Serben Nino Trboijevic ein. Dieser überraschte in der ersten Runde selbst Speaker Reto Bucher, der einen «sensationellen Kampf» sah. Gegen das überraschende Spektakel erhob Schattdorfs Teamleader Michael Jauch in Runde 2 Einspruch. Er wendete das Blatt und schulterte den Aussenseiter.

Weil die Urner nur mit neun statt zehn Ringern antraten und Heinz Zberg seinen Fight gegen Rückkehrer Sandro Vollenweider kampflos preisgab, verwandelte sich Freiamts 12:5-Pausenführung in den erwarteten Kantersieg. Einzig Reto Stadelmann musste sich in der zweiten Hälfte dem starken Schattdorfer 66-kg-Freistiler Adrian Schuler beugen. Kein Schaulaufen gelang Freiamts Olympiaringer Pascal Strebel. Gegen den defensiv geschickt agierenden Pascal Gisler musste er sich mit 5:0 und 3:1 Punkten genügen. Allerdings fehlten in der ersten Runde Sekunden zum Schultersieg.

«Jetzt kommen andere Kämpfe»

Trainer Leutert sprach von einer «insgesamt seriösen» Leistung. Wiederum zeigte er sich vom Gegner enttäuscht, weil dieser zwei Einzelkämpfe Forfait verloren gab. Schattdorfs Schonung ist schnell erklärt. Die Urner wollen im nächsten Kampf nochmals Brunnen schlagen. Damit wäre der Ligaerhalt ein weiteres Jahr gesichert. Für ein Spitzenteam fehlt aber weiterhin die Breite im Kader.

«Jetzt kommen andere Kämpfe», relativiert Marcel Leutert die Bedeutung der makellosen Saisonbilanz mit 8:0 Siegen und 207:89 Mannschaftspunkten. Am nächsten Samstag steht in Hergiswil das Gipfeltreffen mit dem stärksten Konkurrenten um den Titel an.