Elektro-Meisterschaft
Freiämter Eisen schützt Publikum bei Zürcher Formel-E-Rennen

Die Benzi Metallbau AG schweisst in Benzenschwil Grundgerüste für Sicherheitselemente. Diese kommen beim Rennen der Formel E im Juni in Zürich zum Einsatz.

Eddy Schambron
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Bruno Rey bereitet die Elemente für den Schweissroboter vor.

Bruno Rey bereitet die Elemente für den Schweissroboter vor.

Eddy Schambron

Das ist ein Auftrag der besonderen Art: Wenn im Juni die elektrischen Rennwagen durch die Stadt Zürich rasen, sind die Elemente, die die Zuschauerinnen und Zuschauer schützen, von der Benzi Metallbau AG in Benzenschwil geschweisst. Die Seitenteile der Sicherungselemente sind aus Portugal angeliefert worden, in Benzenschwil werden die Armierungsstäbe angeschweisst, bevor die Stahlgerüste zur Kibag Beton AG in Regensdorf geführt werden, wo sie mit Beton ausgefüllt werden. «Wir verarbeiten damit 63 Tonnen Stahl», erklärt Ernst Bucher, Geschäftsleiter der Benzi Metallbau AG – buchstäblich schwere Arbeit für Bruno Rey, der die Armierungsstäbe zuerst fixiert und dann dem Schweissroboter zuführt, der sie fertig schweisst. «Pro Tag schaffe ich 160 bis 170 Stück», sagt er und klappt die Schweissmaske wieder runter.

Die Zeit drängt, das Rennen mit den Elektro-Boliden findet bereits am 10. Juni mitten in Zürich statt. Die Rundstrecke führt vom Hafen Enge über den General-Guisan-Quai, die Stocker-, Dreikönig-, Gotthard- und Alfred-Escher-Strasse zurück an den See. Die ein Meter hohen Elemente sind, jeweils zwei zusammengesteckt, vier Meter lang und vier Tonnen schwer. «Insgesamt braucht es 1400 solcher Elemente», weiss Bucher, was bedeutet, dass in Benzenschwil 2800 Stück geschweisst werden müssen. Der Zeitdruck ist aber hier kein Thema. «Wir werden bis Ende März fertig sein.» Aber dann müssen die Stahlgerüste noch mit Beton ausgegossen werden, mehr als 30 Stück pro Tag liegen da nicht drin.

Die Grundgerüste werden mit Beton ausgefüllt; ein vier Meter langes Element wiegt 4 Tonnen.

Die Grundgerüste werden mit Beton ausgefüllt; ein vier Meter langes Element wiegt 4 Tonnen.

Eddy Schambron

Moderne Infrastruktur

Die Benzi Metallbau AG, die 17 Mitarbeitende beschäftigt, hat Erfahrung mit anspruchsvollen Arbeiten in Metall. Neben den vier Schweissrobotern hat sie modernste Rohr- und Profilbiegemaschinen im Einsatz, in der weiteren Region ein Alleinstellungsmerkmal. In der grosszügigen Halle in der Nähe des Benzenschwiler Kreisels werden in diesem Traditionsbetrieb, Zulieferer vieler Industriebetriebe, Metallbaufirmen, Grosskunden und Privatpersonen, Halb- und Fertigfabrikate in Stahl, Chromstahl und Aluminium gefertigt. «Wir erfüllen gerne individuelle Wünsche oder realisieren auch aussergewöhnliche Projekte», unterstreicht Bucher, der sich über den Auftrag für den Julius Bär Zürich E-Prix 2018 freut.

Formel E stinkt nicht

Die Formel E gastiert erstmals in Zürich. Sie gilt als die weltweit renommierteste Meisterschaft für Elektro-Rennautos. In dieser vierten Saison sind zwölf Rennen in zehn Städten angesetzt, unter anderem in Metropolen wie Hongkong, Mexiko City, Rom, Paris und New York. Nach jahrelanger Abwesenheit kommt mit dem Julius Bär Zürich E-Prix 2018 die Schweiz in Zürich in den Kreis des internationalen Automobilrennsports zurück. Die Formel E mit ihrer einzigartigen Kombination aus Unterhaltung, Nachhaltigkeit, Technologie und Innovation habe die Grenzen herkömmlicher Motorsportrennen verschoben, halten die Organisatoren fest. «Sie bietet jüngeren Zuschauern und Familien die Gelegenheit, die Rennen auf innerstädtischen Strecken zu verfolgen.» Die Formel E setze sich durch den Einsatz elektrisch angetriebener Rennwagen und erneuerbarer Energien für saubere Luft und den Klimaschutz ein. «Sie stellt Lösungen für die Probleme des Klimawandels vor und sensibilisiert ihre Fan-Gemeinde für dieses Thema.»

Mehr Informationen: www.benzi-metallbau.ch; www.zuricheprix.ch