Bremgarten
Freiämter Aktivismus gegen den Klimawandel

Infrastruktur und Know-how aus dem Freiamt sind am Klimacamp in Zürich vor Ort. «Wir wollen am Klimacamp einen alternativen Lebensstil demonstrieren», sagen drei Freiämter, die am Klimacamp teilnehmen.

Sebastian Hagenbuch
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Gebrauchsanleitung für das Kompostklo
11 Bilder
Alle Bauten sind nur provisorisch errichtet worden
Klimacamp in Zürich mit Freiämter Beteiligung
Spenden sind willkommen
Zahlreiche Aktivisten campen beim Platzspitz
Der Infostand steht allen offen
Es herrscht Openair-Feeling beim Platzspitz
Solarpanels versorgen das Klimacamp mit Strom
Ein Kompostklo im Veloanhänger - 100 % Öko
Die Fäkalien werden direkt in Grüngutcontainer geleitet
Selbst gebasteltes Pissoir

Gebrauchsanleitung für das Kompostklo

Sebastian Hagenbuch

Es herrscht Open-Air-Stimmung beim Platzspitz in Zürich: Seit Sonntag haben Umweltaktivisten mit dem Klimacamp erstmals im Herzen von Zürich ihre Zelte aufgeschlagen. Kompostklos, Visionenzelt, Solarkiosk und eine Küche wurden in Windeseile aufgebaut, um während einer Woche möglichst viele Menschen zu einem umweltbewussteren Leben zu inspirieren.

Mittendrin sind mit Marco Hess und den Zwillingen Michele und Mirco Pizzera auch drei Freiämter.

«Wir wollen am Klimacamp einen alternativen Lebensstil demonstrieren und Interessierten in über 50Workshops Wissen rund um Nachhaltigkeit und eigenverantwortliches Handeln vermitteln», erklärt Mirco Pizzera. Die drei jungen Männer, die auch im Kulturzentrum Bremgarten (Kuzeb) Aktiv sind, haben viele der Bauten aus ihrem Lager im Reussstädtchen mitgebracht und beim Platzspitz aufgestellt.

Auf Holzfeuer vegan kochen

Zwischen 30 und 50 Aktivisten verbringen die ganze Woche am Klimacamp. Mirco Pizzera ist dafür verantwortlich, dass drei Mahlzeiten pro Tag auf den Tisch kommen. «Wir kochen vegan, damit jeder bei uns essen kann und weil es ökologisch sinnvoll ist», so der Idealist.

Die Speisen bereitet er auf dem Holzfeuer zu, wobei das Holz in einem eigens angefertigten Ofen effizient verbrannt wird. «Beim offenen Feuer geht zu viel Hitze verloren», weiss er. Sein Wissen vermittelt der 25-Jährige auch im Workshop «Vegan kochen».

Von Stricken bis Solarbasteln

Die Liste der Workshops ist gespickt mit exotischen Titeln: «Stricken als Aktionsform», «Solarbasteln für Kinder» oder «Argumente von Klimaskeptikern kontern» sind im Angebot. «Alle Menschen sind herzlich eingeladen, uns zu besuchen und dazuzulernen», erklärt Mirco.

Sein Ziel ist es nicht, dass nachher alle in Zelten leben und auf dem Holzfeuer vegane Speisen kochen. «Ich hoffe, wir inspirieren einige Leute, kleine Punkte in ihren Alltag einfliessen zu lassen.»

Als Highlight findet am Samstag eine Aktion statt, mit welcher die Aktivisten auf die Bedrohung des Regenwaldes aufmerksam machen wollen. «Das Konzept erarbeiten wir in dieser Woche gemeinsam mit den Anwesenden», so Pizzera. Am Sonntag findet zudem eine Ausstellung statt, wo mit Bildern, Theater und Kulissen ein Blick in die Zukunft der Erde gewagt wird.

Keine Bewilligung für Aufbau

Die Eigenverantwortung der Menschen ist den Aktivisten ein Hauptanliegen. Es gibt keine zentrale Organisation, die vorschreibt, was zu tun ist. «Weil jeder für sein tun selbst verantwortlich ist, haben wir auch keine kollektive Bewilligung für den Aufbau», erklärt Pizzera. Die Anwesenheit wird geduldet, auch weil in Gesprächen mit der Polizei für einen sauberen Abbau garantiert worden ist.

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