Widen
«Folge einfach immer den gelben Pilzen»

Das Jugendtheater feiert am Freitag mit «Der Zauberer von Oz» sein 20-jähriges Bestehen. Die jungen Schauspieler sind mit viel Begeisterung bei der Sache, die erwachsenen Helfer betreiben einen grossen Aufwand, damit die Premiere zum Erfolg wird.

Susanne Brem
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20 Jahre Jugendtheater Widen
17 Bilder
Der «Zauberer von Oz» verzaubert das Jugendtheater Widen
Im Zauberland ist alles möglich - Dorothy (gespielt von Carol) spricht mit einer Vogelscheuche (gespielt von Lynn)
Kleine Munchkins (gespielt von den Theaterkindern Shayenne,Elena, Selina und Maureen) basteln eine Vogelscheuche
Grusella (gespielt vom Theaterkind Nina), die Hexe aus dem Westen ist so böse
Wenn der Zauberer von Oz mir helfen kann, dann kann er bestimmt auch deinen Wunsch erfüllen
Wozu braucht die Vogelscheuche wohl eine grünne Brille
Very Tussi - Jasmina (gespielt von Jeannine), Tanja (Jessica), Willow (Laura) und Jenny (Céline)
Eine Vogelscheuche, die bald lebendig wird
Dorothy im Land des Südens
Eitelgunde, die eitle Hexe aus dem Porzellanland im Süden
die Brille hält nicht richtig
Eitelgunde duldet kein Stäubchen in ihrem Haushalt
Eine sprechende Vogelscheuche (Lynn), ein Blechmann (Noah) und Dorothy (Carol)
Der allmächtige, grosse Zauberer von Oz (Noël)
Kinder, ihr habt das grossartig gemacht, Evelyne Brader hat die Geschichte für die 32 Theaterkinder geschrieben und sie führt Regie
Evelyne Brader

20 Jahre Jugendtheater Widen

AZ

«Du da, massiere mir meine edlen Füsse. Du, massiere mir meine zarten Hände. Und du dam massiere mir meinen wohlgeformten Rücken», Grusella (gespielt vom Theaterkind Nina), die Hexe aus dem Westen ist so böse. Ständig kommandiert sie ihre Dienstmädchen herum. Nie ist sie zufrieden. «Und jetzt hat Dorothy auch noch diese roten Schuhe. Zauberschuhe. Wenn ich die hätte», wettert Grusella, «dann könnte ich über das ganze Land regieren. Vom Norden bis zum Süden und vom Osten bis zum Westen.»

Dorothy (gespielt von Carol) – ein riesiger Tornado riss sie mit ihrem Häuschen fort von ihrer Heimat. Sie flog über den Regenbogen und direkt hinein ins Zauberland Dort bekam sie die roten Schuhe von Glinda, der schönen Hexe aus dem Norden (Nathalie). «Folge immer den gelben Pilzen, dann kommst du zum Zauberer von Oz. Der weiss, wie du wieder zurückkommst in deine Heimat», rät ihr Glinda. Auf ihrem Weg trifft Dorothy die Vogelscheuche (Lynn), die nur Stroh im Kopf hat.

Dann trifft sie den Blechmann (Noah), der in seinem kalten Körper ein warmes Herz möchte und sie trifft den Löwen (Patrick), der gerne etwas mehr Mut hätte. «Verstand, ein warmes Herz und etwas Mut», denkt Dorothy, «aber wenn der Zauberer von Oz mir helfen kann, dann kann er euch bestimmt auch eure Wünsche erfüllen.» Und so machen sich die vier Freunde auf den Weg, immer den gelben Pilzen nach.

«Der Zauberer von Oz» ist eine Anlehnung an die alte, amerikanische Kindergeschichte «The Wizard of Oz». Evelyne Brader hat die Theaterfassung für die 32 Kinder des Jugendtheaters selber geschrieben und sie führt Regie. «Kinder, ihr habt das grossartig gemacht», sagt sie in der kurzen Pause während der Hauptprobe. «Auch die kleinsten von euch haben wirklich noch einen Zahn zugelegt und laut und deutlich gesprochen. Das war super».

Tatsächlich musste sie während der ganzen Probe kaum korrigieren. Einmal kam vielleicht ein Kind von der falschen Seite auf die Bühne oder einmal fehlte die Musik im Hintergrund. Alles andere war perfekt. Auch die Kulissen, die Lichteffekte und die Kostüme. Da hatten sich die Freiwilligen im Hintergrund tüchtig ins Zeug gelegt: Ula Scheidegger, Barbara Wicky und Christine Peter haben in unzähligen Stunden die Kostüme genäht. Den Blechmann haben sie aus Materialien zusammengeklebt, die man auf dem Bau finden kann. Dieses Kostüm besteht im Wesentlichen aus Isoliermaterial Kabelführungen und Draht.

Reto Brader, Urs und Elio Gloor, Andrea, Pascal und Noël Schulhof, Pierre-André Wicky, Thomas und Massimo Scheidegger hatten die Kulissen gezimmert. Das Haus schwebt während der Vorstellung tatsächlich durch die Luft! Die Konstruktion aus Baustyropor wiegt ca. 16 Kilo und hängt an einem Drahtseil. «Allein das Seil in der Turnhalle so zu befestigen, dass es hält und dass der Theatervorhang sich dennoch schliessen lässt, war gar nicht so einfach», weiss Vereinspräsident Thomas Scheidegger.

«Der Aufwand war einmal mehr eigentlich viel zu gross für nur drei Aufführungen», schmunzelt er. Aber solange das Team der Helfer hinter den Kulissen gut funktioniert, ist den Machern scheinbar nichts zu viel. Tatsächlich sind Eltern mit dabei, deren Kinder nicht mehr zur Schule gehen und deshalb schon zu alt sind fürs Mitspielen beim Jugendtheater. «Diese Kinder, inzwischen sind es junge Erwachsene, sind jetzt im Hintergrund aktiv, in der Technik zum Beispiel», weiss der Präsident. «Wir sind tatsächlich zusammengewachsen wie eine grosse Familie», doppelt die Regisseurin nach.

Theateraufführungen: Freitag, 16. Nov. 19.30 Uhr, Samstag, 17. Nov. 19.30 Uhr und Sonntag, 18. Nov. 15.00 Uhr, in der Mehrzweckhalle Widen. Jubiläumsakt mit Geburtstagstorte und Überraschung für die Zuschauer an der Premiere.

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