Fischbach-Göslikon
Gmeind schickt einen Teil der neu geplanten Grünzonen knapp bachab

An einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung genehmigte zwar das Fischbach-Gösliker Stimmvolk die Gesamtrevision der Nutzungsplanung Siedlung und Kulturland. Gestrichen wurde jedoch teilweise die geplante Grünzone in beiden Dorfteilen.

Marc Ribolla
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Der hintere Teil der Hangkante (links) hinter der Kirche in Fischbach-Göslikon wird nur teilweise zur Grünzone.

Der hintere Teil der Hangkante (links) hinter der Kirche in Fischbach-Göslikon wird nur teilweise zur Grünzone.

Marc Ribolla

Nach rund sechs Jahren Arbeit ist das aufwendige Werk – mit einigen vorläufigen Abstrichen – vollendet. Die Gemeinde Fischbach-Göslikon mit ihren rund 1700 Einwohnern hat die Gesamtrevision der «Nutzungsplanung Siedlung und Kulturland» zu der auch die Bau- und Nutzungsordnung (BNO) gehört, hinter sich. An der ausserordentlichen Gemeindeversammlung vom Dienstagabend, die coronabedingt im Exil in der Niederwiler Mehrzweckhalle stattfand, stimmten 56 Anwesende der Vorlage zu. Nur drei Personen votierten dagegen.

Für Gemeindeammann Hans Peter Flückiger, der die Überarbeitung in der Planungskommission eng begleitete, war es ein Meilenstein. Erleichtert sagte er am Ende der rund dreistündigen Versammlung:

«Dies war das anspruchsvollste Geschäft in meiner Zeit im Gemeinderat.»
Gemeindeammann Hans Peter Flückiger an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung.

Gemeindeammann Hans Peter Flückiger an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung.

Marc Ribolla

Ganz geräuschlos ging die Verabschiedung der Gesamtrevision denn auch nicht über die Bühne. Im Rahmen der Diskussion wurden insgesamt vier Änderungsanträge gestellt, über die die Versammlung am Ende zu befinden hatte.

Besonders zu reden gab die geplante Einführung von je einer Grünzone in Fischbach und in Göslikon. Mit dieser beabsichtigte der Gemeinderat, die noch unbebaute Hangkante in den Dorfteilen, die einst der Reussgletscher formte, zu schützen. Flückiger erwähnte, dass die Reusstallandschaft im Bundesinventar verzeichnet ist und an gewissen Orten geschützt werden sollte. Der Kanton gebe deshalb die Empfehlung einer Grünzone ab.

Eingangs Fischbach-Göslikon im Gebiet Chilenacher.

Eingangs Fischbach-Göslikon im Gebiet Chilenacher.

Marc Ribolla

In Göslikon wäre die neue Grünzone auf einem zwischen vier und 15 Meter breiten Streifen oberhalb der Arbeitszone Brühlmatten sowie im Bereich östlich der Kirche und westlich bei der aktuellen Heckenschutzzone. In Fischbach wäre sie etwas schmaler zwischen der Zimmerrainstrasse und der Bremgarterstrasse gelegen.

Ein Votant monierte: «Wir haben genug Natur in Fischbach-Göslikon, da braucht es im Dorf nicht auch noch eine Grünzone.» Ein anderer wollte wissen, wer denn am Ende die Grünzone pflegen würde. Ammann Flückiger erklärte, dass dafür die jeweiligen Parzellenbesitzer zuständig wären.

Ein weiterer Anwesender argumentierte, dass in einer Grünzone kein Bauabstand nötig wäre, bei der aktuellen Heckenschutzzone aber schon:

«Ich kann nicht verstehen, dass man als Anwohner dagegen sein kann.»

In der Tat wäre es möglich, in einer Grünzone beispielsweise Sitzplätze, Grillplätze, Gartenbänke oder Fusswege zu bauen, nur keine Bauten oder Anlagen.

68 Fischbach-Gösliker Stimmberechtigte nahmen den Weg in die Niederwiler Mehrzweckhalle auf sich.

68 Fischbach-Gösliker Stimmberechtigte nahmen den Weg in die Niederwiler Mehrzweckhalle auf sich.

Marc Ribolla

Die Gemeindeversammlung folgte dem Antrag, die Fischbacher Grünzone komplett zu streichen knapp mit 20 zu 19 Stimmen und auch dem Antrag die Gösliker Grünzone bei fünf betroffenen Parzellen zu streichen mit 25 zu 18 Stimmen. In einem weiteren Antrag, dem mit 34 zu 15 Stimmen entsprochen wurde, sollen die eigentlich kommunal erweiterten Landschaftsschutzzonen in der Reussebene auf die bestehenden kantonalen Landschaftsschutzzonen beschränkt werden. Ausserdem sprach sich die Versammlung mit 53 zu 3 Stimmen dafür aus, dass im Gebiet Zelgli Private auf eigene Kosten Lärmschutzwände bauen dürfen.

Gesamtrevision geht nun zur Überprüfung an den Kanton

Wie geht es nun weiter? Die angenommenen Anträge gehen nun an den Gemeinderat zur Überarbeitung zurück. Flückiger sagte dazu schon vor der Abstimmung: «Wir würden sicher das Gespräch mit den Anwohnern suchen. Es kann dann sein, dass die Grünzone an einer nächsten Versammlung nochmals kommt oder auch nicht.»

Der ganze restliche genehmigte Teil der Gesamtrevision mit Ein- und Auszonungen, Umzonungen oder der angepassten BNO wird nun nach Erlangen der Rechtskraft des Gemeindeversammlungsbeschlusses durch die kantonale Verwaltung überprüft und vom Regierungsrat genehmigt und abschliessend publiziert.

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