50 Jahre Kanti Wohlen
«Fehler machen ist super» – Doris Leuthard zurück am Ort ihrer wilden Jahre

Doris Leuthard erinnert sich am 50. Geburtstag «ihrer» Kanti Wohlen an wilde Zeiten und lange Nächte.

Andrea Weibel
Drucken
Festakt 50 Jahre Kanti Wohlen
14 Bilder
Begrüssung durch Rektor Franz Widmer
Moderatorin Susanne Wille (Matur 1996), Bundesrätin Doris Leuthard (Matur 1983), Schulleiter Rolf Stadler (Patent 1975) und Simon Eugster (akademischer Rat, Matur 2004)
Prosten sich zur Feier des 50. Geburtstags der Kantonsschule Wohlen zu (v.l.): alt Bundesrichter Carl HansBrunschwiler, Bundesrätin Doris Leuthard und Rektor Franz Widmer.
Rund 200 Gäste waren zum Auftakt zum Jubiläumsjahr nach Wohlen gekommen. (1)
Rund 200 Gäste waren zum Auftakt zum Jubiläumsjahr nach Wohlen gekommen. (2)
Susanne Wille besuchte ebenfalls die Kanti Wohlen
Schwatz über alte Zeiten: Bundesrätin Doris Leuthard mit Schulkolleginnen.
Kantischülerin Larissa Brechbuehl
Frau Landamman Susanne Hochuli überbringt eine Grussbotschaft der Aargauer Regierung
Alt Bundesrichter Carl Hans Brunschwiler
Auf Tuchfühlung mit Frau Bundesrätin.
50 Jahre Kanti Wohlen. (1)
50 Jahre Kanti Wohlen. (2)

Festakt 50 Jahre Kanti Wohlen

Alex Spichale

Unabhängiges Denken und emotionale Intelligenz, das sind zwei Dinge, die Bundesrätin Doris Leuthard neben Allgemeinbildung aus ihrer Gymnasialzeit an der Kanti Wohlen mitnimmt, die ihr Leben prägten. Doch was die rund 200 Gäste zum Auftakt des Geburtstagsjahres der Kanti, die seit einem halben Jahrhundert besteht, noch lieber hören, sind Geschichten aus ihrer Jugend.

«Ich finde es wichtig, dass Jugendliche sich ausprobieren können. Ausprobieren und Fehler machen ist super, solange man daraus lernt. Ich habe auch viele Fehler gemacht, und ich bereue keinen davon.» Sie erinnert sich an eine wilde Zeit, an Kantifeste und daran, dass die Kanti Wohlen den Ruf hatte, dass hier häufig gehascht wurde.

«Hiess es das oder stimmte es», hakt Moderatorin Susanne Wille nach, die ebenfalls ihre Matur in der Kanti Wohlen gemacht hat, allerdings 1994, zehn Jahre nach der Bundesrätin. «Das hiess es», sagt Leuthard und schaut unschuldig ins Publikum, bevor sie lacht.

Wille hat herausgefunden, dass Leuthard, die heute eine hervorragende Rhetorikerin ist, damals öfter während des Deutschunterrichtes eingeschlafen sei. «Und zwar, weil Sie bis spät nachts Arien geschrieben haben», deckt sie ihre Recherchen aus den Maturzeitungen auf. «Ich war eben vielseitig begabt», lacht die Bundesrätin. Und tatsächlich hätte sie sich vorstellen können, nach der Matur Architektur oder Musik zu studieren, doch weil sich einem dadurch viele Möglichkeiten bieten, entschied sie sich am Ende für Jus.

Der Kanti selbst rät sie, vor allem die technischen Fächer nicht zu vernachlässigen und auch Frauen vermehrt dafür zu begeistern, damit die Schweiz im internationalen Vergleich diesbezüglich nicht hinterherhinke.

Abgesehen davon bedankte sie sich bei ihren Lehrerinnen und Lehrern für die gute Mischung aus Disziplin und Verständnis für die jungen Wilden, zu denen auch sie damals gehört habe. Und den Schülern rät sie, Fehler zu machen, begeistert und neugierig, aber auch dankbar zu sein, frei denken und wählen zu können.

Aktuelle Nachrichten