Bremgarten
Es geigt nicht nur auf, sondern auch hinter der Operettenbühne

Nach langer Vorbereitung freuen sich die Sopranistin und die Präsidentin auf die Premiere. Die Chemie stimmt auch hinter den Kulissen.

Brigitte Santmann Rubin
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Erfrischend allürenfreies Gespann: Präsidentin Myriam Rufer-Staubli mit Solistin Cecilia Berglund (rechts).

Erfrischend allürenfreies Gespann: Präsidentin Myriam Rufer-Staubli mit Solistin Cecilia Berglund (rechts).

Brigitte Santmann Rubin

In freudiger Erwartung sei sie, meint Myriam Rufer-Staubli. «Mir ging das Herz über, als ich das Resultat sah – das ganze Stück in einem Durchlauf.» Nach vielen Stunden der Vorbereitung ist man nun in der Zielgeraden. «Als ich das sah, wusste ich: Es ist alle Nachtschichten wert, die wir einlegen mussten, alle Pannen, die wir hatten», strahlt die Präsidentin der Operettenbühne Bremgarten, die selber dieses Jahr im Chor mitsingt. Das Stück habe man in Bremgarten schon lang auf die Bühne bringen wollen. Nun ist es so weit.

Man braucht jetzt, in einer der letzten Proben vor der Premiere, auch sonst nicht mühsam nach Begeisterung zu suchen – sie ist auf jedes Gesicht geschrieben, in jedem Ton hörbar, der von der Bühne kommt.

Und in jedem Wort, mit dem Sopranistin Cecilia Berglund über ihre Traumrolle der Lisa spricht. «Lisa ist eine sehr spannende Frau. Sie hat einen starken Willen und ist eine freie Denkerin. Als Adlige kennt sie sämtliche Konventionen und kann sich in jeder Gesellschaft souverän bewegen. Gleichzeitig stellt sie diese Konventionen infrage und bricht sie – zum Beispiel ist sie es, die dem chinesischen Prinzen einen Antrag macht, nicht umgekehrt.»

Natürlich habe ihre Begeisterung für Lisa auch mit ihr selber zu tun, meint Cecilia Berglund. Lisa verkörpere einen Teil ihrer eigenen Persönlichkeit, den sie sehr gerne auf der Bühne darstelle. «Allerdings bin ich harmoniebedürftiger. Lisa wagt es selbst dann noch, ihre Meinung zu sagen, wenn ausnahmslos alle gegen sie sind. Das braucht enorm viel Kraft und Mut.»

Aber nicht nur über ihre Rolle, die sie bereits 2012 am Salzburger Operettentheater innehatte, ist Cecilia Berglund glücklich. «Die Zusammenarbeit läuft optimal», schwärmt sie. «Es macht sehr viel Spass, mit Regisseur Paul Suter zu arbeiten; er bringt viel Humor rein, aber auch das emotional Aufwühlende des Stückes kommt voll zur Geltung und reisst mich ganz persönlich und unmittelbar mit.»

Das ist es wohl, was die Sopranistin so überzeugend macht oder – wie Myriam Rufer-Staubli es ausdrückt – was einem sofort Hühnerhaut beschert, wenn man sie sieht und hört.

«Cecilia ist nicht nur gesanglich fantastisch, sondern auch schauspielerisch. Dieses Wechselspiel zwischen Verletztheit und Wut, das sie darstellt, ist unglaublich.»

Wie eine grosse Familie

Ganz offensichtlich «geigt» es zwischen den beiden Frauen und allgemein im Ensemble auch menschlich. «Die Chemie mit den neuen Solisten hat sofort gestimmt. Es sind Leute, die man spontan auch zu sich an den Tisch einladen würde. Das ist natürlich erfreulich, denn man verbringt viel Zeit miteinander und funktioniert wie eine grosse Familie.»

Eine Familie, bei der nicht nur die Solisten eine tragende Rolle spielen. «Gestern haben wir das Restaurant-Zelt aufgestellt. Spontan tauchten in aller Herrgottsfrühe fünf Chormitglieder auf, um zu helfen.» Den Berg Arbeit im Hintergrund erledigt die Grossfamilie von 140 bis 150 Mitgliedern ehrenamtlich.

Allein im Gastro-Team arbeiten an jedem Vorstellungs-Tag 20 Leute. Nur das Essen wird von der Partyservice Staubli AG geliefert. Dieses Mal stehen neben traditionellen Angeboten wie Rindstatar, Fleischkäse und Schweinswürstchen auch eine chinesische Nudelsuppe, ein Sweet & Sour-Gericht und Kaiserschmarrn auf der Karte.

Premiere von «Das Land des Lächelns» von Franz Lehár ist am 14. März. Tickets für alle Vorstellungen sind auf www.operette-bremgarten.ch und an der Abendkasse erhältlich.