Dottikon
Erdverkabelung im Reusstal: Protestschreiben an Landammann Peter Beyeler

Die Gemeindeammänner des Bezirks Bremgarten verfassen ein Protestschreiben an Landammann Peter Beyeler. Sie setzen sich gegen die geplante Axpo-Freileitung auf dem Abschnitt Niederwil-Fischbach-Göslikon ein.

Lukas Schumacher
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Der Entscheid an der Herbsttagung in Dottikon fiel einstimmig aus: Die Gemeindeammänner aus dem Bezirk Bremgarten beschlossen, demnächst einen Brief an Peter Beyeler zu schicken, den Aargauer Landammann und Verwaltungsrat des Stromkonzerns Axpo. Mit dem Schreiben setzen sich die politischen Oberhäupter gegen die geplante neue Axpo-Freileitung auf dem Abschnitt Niederwil–Fischbach-Göslikon und für eine Erdverkabelung dieser Etappe ein. Ein Zeichen der Solidarität aus dem Bezirk Bremgarten.

«Sehr hoher Energieverlust»

Niederwils Gemeindeammann Walter Koch hatte den einhellig beschlossenen Protestbrief angeregt. Koch sagte, die geplante neue Starkstrom-Hochspannungsleitung mit bis zu 85 Meter hohen Masten beeinträchtige nicht nur das Landschaftsbild, sondern sei auch mit anderen Mängeln behaftet.

Ein schwerwiegender Nachteil hat laut Koch bisher kaum Erwähnung gefunden: «Im Vergleich zur Erdverkabelung ist der Stromverlust bei einer Starkstrom-Hochspannungsleitung sehr hoch. Ein einziger Kilometer Freileitung bewirkt einen Verlust, der ausreicht, um sage und schreibe 350 Haushaltungen mit Strom zu versorgen.» Auf dem 3 Kilometer langen Abschnitt Niederwil– Fischbach-Göslikon könnte man also 1000 Haushaltungen genügend Strom liefern, wenn die Leitung in den Boden verlegt würde. Die Forderung der Gemeindeammänner an die Axpo lautet, freiwillig auf die verträglichere Erdverkabelungs-Variante umzuschwenken. Welche Reaktion das Begehren bei Beyeler und dem Konzern auslöst, wird sich zeigen.

Sorgen um Gemeindehaushalte

Zweites Thema der Herbsttagung: Die Aufgaben- und Lastenverschiebung vom Bund auf die Kantone und von da auf die Gemeinden. Das Abschieben und die weniger munter als früher sprudelnden Steuern machen vielen Gemeinden der Region finanziell zu schaffen. Manche Gemeindebehörde musste beim Zusammenstellen des Gemeindebudgets 2011 ein Minus («Aufwandüberschuss») kalkulieren, einige Gemeinden erwägen gar eine Erhöhung des Steuersatzes. Walter Dubler, Wohlens Gemeindeammann und Präsident der Gemeindeammännervereinigung, sagte: « Zu oft werden die Gemeinden vom Kanton einfach überfahren. Das muss sich wieder ändern.»

Dubler erinnerte an das vor fünf Jahren unterzeichnete «Übereinkommen über die Zusammenarbeit Kanton/Gemeinden». Insbesondere die damals fixierte Spielregel «Frühzeitiger Einbezug der Gemeinden» werde ungenügend beachtet. Auf Dublers Anregung hin wird eine Arbeitsgruppe aus Gemeindeammännern und Grossräten gebildet, die sich mit dem Verhältnis Kanton/Gemeinde befasst.

Wie klein ist der Spielraum der Gemeinden beim Zusammenstellen der Budgets? «Er wird immer geringer», sagte Zufikons Gemeindeammann Christian Baumann. Im Fall von Zufikon betrage der Spielraum des aktuellen Budgets 2011 «lediglich 1,5% der veranschlagten Gesamtausgaben. Ein sehr bescheidener Wert.»

Andere Gemeindeammänner führten ins Feld, gemäss ihrer Einschätzung könne keine Freiämter Gemeinde mehr als 5 Prozent ihrer Budgetausgaben beeinflussen. Das sei sehr unbefriedigend.

Grosszügig bei Wahlplakaten

Ein Thema am Rand war die politische Werbung in den Gemeinden mit Wahlplakaten. Die Gemeindeammänner einigten sich darauf, die Plakatierung möglichst grosszügig zu handhaben, unter Berücksichtigung der Sichtzonen und anderer gesetzlicher Vorschriften.

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