Muri
Einheimische feiern ihr Festival unter sich

Das Frischluftkultur-Open-Air belebt mit alternativem Ambiente das kulturelle Angebot im Freiamt. Am Open Air traten überwiegend kleinere Namen der Musikszene auf - und überzeugen oft wie die Topstars der Schweizer Musikbranche.

Céline Arnold
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Frischluftkultur Openair Muri
14 Bilder
 Das Festival bei Nacht.
 Das Festival bei Nacht.
 Stimmung am Abend auf dem Senten.
 Der Gitarrist Luca Manco von Solange La Frange legt ein Solo hin.
 Am Vortag folgte der letzte Schliff.
 Julie Hugo von Solange La Frange.
 The Dead Brothers begeisterten die Zuhörer.
 The Dead Brothers begeisterten die Zuhörer.
 The Dead Brothers begeisterten die Zuhörer.
 : Zuerst die Arbeit, dann das Fest.
 Volle Konzentration auf die Musik: Tristan Basso von Solange La Frange.

Frischluftkultur Openair Muri

Aargauer Zeitung

Auf dem Senten weht immer eine Brise – richtig gut riechen tut es aber erst, wenn das Frischluftkultur-Open- Air dort wieder seine Tore öffnet. Dann klingt Musik über die grosszügige Wiesenlandschaft und einige Hundert Besucherinnen und Besucher bringen Leben auf das Gelände. Freitag- und Samstagabend spielen insgesamt 14 Bands und DJs auf zwei Bühnen, am Samstagnachmittag unterhält ein Programm die Jüngeren.

Am Open Air treten überwiegend kleinere Namen der Musikszene auf und überzeugen oft umso mehr. Musikalisch gefallen haben, neben dem Headliner des Samstagabends, die Schweizer Elektro-Punk-Band Solange La Frange, auch The Dead Brothers mit einem melancholischen Mix aus Blues, Swing und Rock’n’Roll. Anklang fand auch die Big Band Traktorkestra, die am Freitagabend das Publikum mit russisch angehauchten Liedinterpretationen zum Tanzen brachte.

Es gibt ihn noch, den Charme

Das Murianer Open Air ist klein, aber fein – über 600 Gäste wurden nie gezählt. Die Stimmung ist stets friedlich und ausgelassen. «Alternativ» darf sich der Anlass durchaus schimpfen, einerseits hinsichtlich Musikprogramm, anderseits bezüglich Infrastruktur und Dekoration: Bars und Unterstände sind selber gezimmert, bunte Sprayereien, Lichterketten und Glitzerfolie besitzen als Deko einen besonderen Charme. Bars, Bühnen und Dekoration auf die Beine gestellt haben OK-Mitglieder des Vereins Frischluftkultur Muri und freiwillige Helfer, die während neun Tagen schweisstreibenden Aufbaus ihre Kreativität eingebracht und dem Festival einen individuellen Anstrich verpasst haben. Das Frischluftkultur-Open-Air lockt mit seinem ungezwungenen Ambiente. Mit Bier und Spiessbraten bewaffnet lassen sich Musik und Sonne geniessen – erst recht ein Erlebnis für jeden, der den steilen und steinigen Anfahrtsweg auf dem Velo in Angriff genommen hat. Richtig stimmungsvoll wird es, wenn die Nacht hereinbricht.

Aussicht auf Muris Lichter

Der Senten bringt als Standort des Festivals einige Vorzüge mit sich. Abgelegen schwingen sich die Wiesen hin. Sollte es etwas lauter werden, ist dies kein Problem. Nachbarn, die sich am allfälligen Open-Air-Lärm stören könnten, gibt es auf dem Senten kaum. Das Beste: Wer sich ein paar ruhige Minuten auf der Hügelkuppe gönnt, kann dies mit ungestörter Aussicht auf die Lichter Muris und Umgebung tun.

Gelände enger ausgesteckt

Nicht zuletzt wegen der Lage verdankt das Open Air seine Atmosphäre. Das vom Verein Frischluftkultur Muri 2005 ins Leben gerufene Festival konnte sich inzwischen als eines der wenigen Open Airs im Freiamt etablieren. Seit seiner Première im Jahr 2006 hat sich das Fest eine kleine Stammkundschaft aufgebaut. Die Gäste des Open Airs sind überwiegend Murianerinnen und Murianer. Die Organisatoren haben dieses Jahr auf die letztjährige Besucherzahl reagiert, und das Gelände etwas enger ausgesteckt. «Das passt verhältnismässig besser», sagt OK-Mitglied Felix Gallauer. Vielleicht vermag das Frischluft Open Air nächstes Jahr noch etwas mehr – auch auswärtige – Gäste anzuziehen. Fest jedenfalls steht, dass auch 2012 ein frischer Wind in der Freiämter Festivalkultur wehen wird.

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