Berikon/Zetzwil
Ein Zetzwiler restaurierte einen extrem seltenen Freiämter Traktor

Franz Morgenegg, Traktorensammler und Buchautor aus dem Wynental, hat einen von nur 20 hergestellten «Meier»-Traktoren gefunden und restauriert.

Peter Siegrist
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Fritz Morgenegg aus Zetzwil hat einen historischen Meier-Traktor restauriert, der 1936 in Berikon gebaut worden ist
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Die spartanische Einrichtung im Führerstand des historischen Gefährts.
Traktor Berikon

Fritz Morgenegg aus Zetzwil hat einen historischen Meier-Traktor restauriert, der 1936 in Berikon gebaut worden ist

Peter Siegrist

Dunkelgrün mit silberfarbenen Zierleisten und dem Namenszug über dem Kühlergrill, so präsentiert sich der frisch restaurierte Meier-Traktor mit Jahrgang 1936. Nach zweijähriger Arbeit fährt der Zetzwiler Fahrzeugrestaurator Franz Morgenegg mit seinem Meier aus, gemächlich, mit 16 Kilometer pro Stunde Richtung Wandfluh. Gut zwei Tonnen wiegt das Gefährt und macht am Berg keine schlechte Falle. Ohne zu husten fährt es die steile Strecke hoch.

Die Meier-Traktoren – rund 20 Stück wurden bis vor dem Zweiten Weltkrieg gebaut – wurden von Gottlieb Meier in Berikon hergestellt. Seinen Ursprung haben sie jedoch in Menziken. Viel sei nicht bekannt über die Geschichte dieses Fahrzeugs, erzählt der Restaurator Franz Morgenegg.

Chassis aus einem Guss

Immerhin so viel: In Menziken hat ein Werner Heiz in seiner Auto- und Elektrowerkstätte Mitte der Dreissigerjahre einen Mähtraktor konstruiert. Das ganze Chassis mit Hinterachse, inklusive Werkzeugkiste und Anhängestufe, bestand aus einem einzigen Gussstück, hergestellt in einer Giesserei in Rupperswil. Der Heiz-Traktor war serienmässig mit einem Mähantrieb und einem Fahr-Mähwerk ausgerüstet. Sogar eine Beleuchtung für den Mähbalken gehörte dazu, damit Landwirte auch noch in der Dämmerung Gras mähen konnten. Probleme gab es beim Heiz-Traktor mit der Adhäsion, die Hinterräder waren zu klein dimensioniert für die Fahrt im offenen Feld, das schwere Fahrzeug neigte dazu, einzusinken.

Der Menziker verkaufte die Pläne und Produktionsrechte in den Dreissigerjahren an Gottlieb Meier in Berikon. Dieser entwickelte den Traktor weiter, liess grössere, gusseiserne Hinterräder produzieren und baute einen Vierzylinder-Fordmotor ein. Als Franz Morgenegg auf das Chassis seines «Meiers» stiess, war dieses in schlechtem Zustand. Der Zahn der Zeit nagt auch an den schwersten Traktoren. Morgenegg liess das Chassis im Lackierwerk Rudolf Maurer AG in Gontenschwil sandstrahlen und begann mit der Restauration.

Einzelne Teile nachgebaut

«Einzelne, mechanische Teile waren nicht mehr zu retten» erklärt er, «sie mussten nachgebaut werden. Der eingebaute Vierzylinder-Fordmotor mit 25 PS weist noch eine Besonderheit auf. Morgenegg: «In der Zwischenkriegszeit war Petrol billiger zu haben als Benzin.» Diesem hat Meier Rechnung getragen, er modifizierte den Fordmotor so, dass dieser auch mit Petrol zu betreiben war. Starten musste der Landwirt den Traktor mit Benzin, und das bereits mit elektrischem Anlasser. «Sobald der Motor auf 60 Grad erwärmt war, konnte der Fahrer auf Petrolbetrieb umstellen.»

Die spartanische Einrichtung im Führerstand des historischen Gefährts.

Die spartanische Einrichtung im Führerstand des historischen Gefährts.

Peter Siegrist

Auffällig ist das einfache Armaturenbrett des Meier-Traktors. Zündungsschloss, Startknopf und ein Ampèremeter, das ist alles. Zwei gross dimensionierte Scheinwerfer sorgten für gutes Licht. Franz Morgenegg ist seit Jahren bekannt als leidenschaftlicher Traktorenfachmann. Er hat viele Fahrzeuge – darunter insbesondere zahlreiche Hürlimann-Traktoren – restauriert und dazu auch Fachbücher veröffentlicht. Motoren und alte Technik, das Bewahren und Dokumentieren des Wissens sind Teil seines Lebensinhaltes.

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